SVP

    SVP Präsidium: Suche nach dem dritten Kandidaten läuft

    Christof Vuille
    Christof Vuille

    Bern,

    Fürs Präsidium der SVP kandidieren Andreas Glarner & Alfred Heer. Die Parteielite ist nicht glücklich. Findet Blocher noch eine genehme Person? Die Zeit drängt.

    schweizerische Volkspartei
    Wollen, aber sollen in den Augen mancher nicht Präsident der SVP werden: Alfred Heer (l.) und Andreas Glarner. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am 22. August bestimmen die SVP-Delegierten die Nachfolge von Albert Rösti.
    • Bis anhin wollen nur Andreas Glarner und Alfred Heer SVP-Chef werden.
    • Die Suche nach einem dritten, Blocher genehmen, Kandidaten läuft. Adrian Amstutz sagt ab.

    Nicht einmal mehr vier Wochen dauert es, bis die SVP einen neuen Chef wählt. Und auch nach über einem halben Jahr der Suche, bleibt das Kandidatenfeld dünn. Nur der langjährige Zürcher SVP-Präsident Alfred Heer sowie Asylchef Andreas Glarner kandidieren offiziell.

    Längst nicht alle sind zufrieden mit dieser Auswahl. Auch SVP-Patron Christoph Blocher ist kaum glücklich mit den beiden Deutschschweizer Mittfünfzigern. Heer hat sich immer wieder gegen die Parteispitze gestellt.

    Alfred Heer SVP Blocher
    Alfred Heer und Christoph Blocher (hier 2012 im Bundeshaus) kennen sich schon lange, haben das Heu aber längst nicht immer auf der gleichen Bühne. - Keystone

    Kurz vor den Wahlen 2015 bezeichnete er die nationale Kampagne mit den Songs öffentlich als «gaga». Und 2019 zog er im internen Zürcher Ständeratswahlkampf gegen Roger Köppel den Kürzeren. Köppel lässt denn auch keine Gelegenheit aus, gegen Heer zu schiessen.

    Alfred Heer: «Die suchen, bis sie einen finden»

    Am Wochenende brachte er erneut Esther Friedli ins Spiel, die eine Kandidatur aber kategorisch ausschliesst. Seine «Weltwoche» bezeichnete Heer kürzlich gar als «Funktionär».

    Roger Köppel Tweet Präsidium
    Roger Köppel, Vordenker der SVP, ist offensichtlich nicht zufrieden mit der bisherigen Auswahl. - Twitter/Roger Köppel

    Auch Chef-Provokateur Glarner stösst in der Elite der SVP nicht auf Begeisterung. Erst letzte Woche machte er mal wieder national Schlagzeilen, weil er Namen von Lehrabgängern veröffentlichte. Roger Köppel griff ihn deshalb öffentlich an. Ein Präsident Glarner wäre kaum kontrollierbar, fürchten viele schon länger.

    Der Mann aus Oberwil-Lieli AG selbst will sich aktuell nicht zur Ausgangslage äussern. Heer seinerseits weicht dem Thema im «SonnTalk» ebenfalls aus.

    00:00 / 00:00

    «Die suchen, bis sie jemanden finden», glaubt Favorit Alfred Heer. - Tele Züri

    Und meint bloss grinsend: «Die werden so lange suchen, bis sie noch einen anderen finden.»

    SVP steht vor wegweisenden Tagen

    Sicher ist: Die Suche nach einem Blocher & Co. genehmen Kandidaten läuft weiter. Gemäss Nau.ch-Informationen tagt der Parteileitungsausschuss am 3. August. Bis dann sollte das neunköpfige «Hirn» der SVP zumindest einen Plan haben. Und wenn möglich Namen.

    SVP Schweiz Parteileitungsausschuss
    Vor Wahlen übt der Parteileitungsausschuss ein Vorschlagsrecht aus. Die Findungskommission dürfte Ende Woche mögliche Kandidaten liefern. - zvg/svp.ch

    Es fällt erneut jener von Magdalena Martullo-Blocher, die eigentlich längst abgesagt hat. Manche bringen sogar mal wieder den Namen von Ex-Fraktionschef Adrian Amstutz ins Spiel.

    Dieser trat im Herbst 2019 aufgrund einer Amtszeitbeschränkung ab. Er tauchte aber letzte Woche anlässlich einer Pressekonferenz zu den Ausschaffungszahlen wieder öffentlich auf. Auf Anfrage von Nau.ch bestätigt Amstutz, dass die Findungskommission ihn kontaktiert habe.

    SVP Adrian Amstutz
    Der langjährige Fraktionschef Adrian Amstutz wird als möglicher Präsident gehandelt, will davon aber nichts wissen. - Keystone

    Das sei allerdings schon eine «lange Zeit» her, so Amstutz. Er hält fest, dass das SVP-Präsidium für ihn keine Option sei. «Ein Nein von Amstutz bleibt ein Nein. Punkt.»

    Tatsächlich wäre ein Präsident ohne offizielles Amt eine spezielle Ausgangslage. Auszuschliessen ist bei der SVP aber sowieso nie etwas.

    Auf wen tippen Sie als neuer SVP-Chef?

    Frei nach Christoph Blocher: Plötzlich «muss» jemand ein Amt übernehmen, auch wenn er nicht «will». So begründete der 79-Jährige bereits seine Bundesratskandidatur. Bei Tochter Magdalena tönte es ähnlich, als sie sich als Vizepräsidentin wählen liess.

    Absage um Absage: Last-Minute-Erfolg für Caspar Baader?

    Dabei hat die SVP die «alte Garde» eigentlich positioniert. Präsident der Findungskommission ist Alt-Nationalrat Caspar Baader, der als Fraktionschef die Delegation im Bundeshaus anführte. Doch auch er muss bisher vor allem Absagen zur Kenntnis nehmen.

    Caspar Baader SVP Findungskommission
    Der frühere Fraktionschef Caspar Baader ist Präsident der Findungskommission. - Keystone

    Besonders bitter war dies im Fall von Marcel Dettling. Der junge Schwyzer Bauer hätte das Format gehabt, ein neuer Toni Brunner zu werden. Doch er liess sich bisher nicht erweichen, stellt seine Familie über das Präsidialamt.

    Kandidaten wie Thomas Aeschi, Christian Imark, Sandra Sollberger oder Diana Gutjahr haben sich offiziell ebenfalls aus dem Rennen genommen. Ob jemand von ihnen oder ein Überraschungsmann wie der Berner Lars Guggisberg doch antritt, könnte sich Ende dieser Woche zeigen.

    Kommentare

    Weiterlesen

    255 Interaktionen
    Wegen Familie
    Roger Köppel
    28 Interaktionen
    Nach Wahlschlappe
    Andreas Glarner SVP Aldi
    1'441 Interaktionen
    «Fremd im Land»

    MEHR SVP

    Stadtzürcher SVP
    28 Interaktionen
    «Angst»
    SVP Stadt Zürich Krawalle
    33 Interaktionen
    Krawallnacht
    Werner Salzmann Bundesrat Schnegg
    37 Interaktionen
    SVP-Salzmann
    SVP-Egger
    119 Interaktionen
    Asylzentrum

    MEHR AUS STADT BERN

    2 Interaktionen
    Bernmobil dabei
    1 Interaktionen
    Ende der Lebensdauer
    Kanton Bern