SVP-Knutti: Macht der Bund bald Jagd auf Ü75?

Matthias Bärlocher
Matthias Bärlocher

Bern,

Der Berner SVP-Nationalrat Thomas Knutti will Antworten: Folgt der Bundesrat den Empfehlungen und prüft praktische Fahrprüfungen für Personen über 75 Jahren?

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Nationalrat Thomas Knutti (SVP/BE) befürchtet, dass der Bund die Regeln für die Fahrtauglichkeit von Ü75 verschärft. - Nau.ch/Matthias Bärlocher

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Studie im Auftrag des Bundes empfiehlt Fahrprüfungen für Personen ab 75 Jahren.
  • Der Berner SVP-Nationalrat Thomas Knutti will vom Bundesrat Antworten: Was ist geplant?
  • Autofahr-Kurse für Ü75 seien «völlig überrissen.

Die Debatte um die Fahrtests beziehungsweise die Fahrtauglichkeit von Personen über 75 Jahren sorgt weiterhin für heftige Reaktionen. Nun soll am Montag auch der Bundesrat dazu Stellung nehmen.

Aktuelle Regelung gemäss Studie ungenügend

Immer wieder kommt es zu teilweise schweren Unfällen mit älteren Lenkenden, die im Strassenverkehr fatale Fehler begehen. Angeheizt wurde die Thematik durch einen Bericht des Bundesamts für Strassen (Astra). Dieser fand gravierende Mängel bei den Fahrtests für Senioren.

fahrprüfung
Eine neue Studie zeigt: Fahrprüfungen für Senioren in der Schweiz weisen erhebliche Mängel auf. (Symbolbild) - pexels

Aktuell gilt: Alle zwei Jahre müssen Ü75 zum Test, welcher meistens von der Hausärztin oder dem Hausarzt durchgeführt wird. Doch abgesehen von einem kantonalen Flickenteppich stellte der Bericht auch fest: Besser wäre ein realer Praxistest, also eine Art Repetition der Fahrprüfung.

Was tut der Bundesrat?

«Das finde ich völlig überrissen», sagt Nationalrat Thomas Knutti (SVP/BE) zum BärnerBär. «Man muss jetzt nicht die Über-75-Jährigen noch belasten und belästigen mit Autofahr-Kursen.» Mit den zweijährlichen Tests könne er leben. Nun aber befürchtet er eine «Jagd auf Autofahrerinnen und Autofahrer über 75 Jahre», so der Titel seines jüngsten Vorstosses.

Sollten Regeln für Senioren am Steuer verschärft werden?

Darin stellt er dem Bundesrat konkrete Fragen. Zunächst will er wissen, wie viel die Astra-Studie gekostet habe: «Bestimmt ziemlich viel Geld», ist Knutti überzeugt.

«Und ich will wissen, was der Bundesrat daraus macht.» Welche Empfehlungen der Studie will der Bundesrat umsetzen? Und hält er die Einführung obligatorischer Fahrkurse für Personen ab 75 Jahren für denkbar?

Politischer Vorstoss angekündigt

Je nachdem, wie die Antworten ausfallen – diese dürften von Verkehrsminister Alfred Rösti kommen – plant Knutti weitere Schritte. «Ich werde das analysieren müssen. Aber dann werde ich sicher sofort einen politischen Vorstoss einreichen.»

Sein Ziel: «Sicher keine weitere Überregulierung bei Autofahrern.» Trotz Fahrprüfung noch eine weitere Fahrprüfung, das sei am Ziel vorbeigeschossen. «Das ist nicht nötig, da bestraft man ein weiteres Mal die Falschen.»

Von Autofahrern verursachte Unfälle im Jahr 2025.
Von Autofahrerinnen und Autofahrern verursachte Unfälle im Jahr 2025. - BFS

Gerade für diejenigen im ländlichen Raum, die auf das Auto angewiesen seien, befürchtet Knutti harte Konsequenzen: «Vielleicht haben sie eine schlechte Tagesform und dann bestehen sie den Test nicht. Dann müssen sie noch zum Psychiater, das verursacht Kosten. Es ist nicht korrekt, wenn man diese Leute derart abzustrafen versucht.»

Ihn würde es nicht wundern, wenn das Astra noch weitere Studien machen würde, enerviert sich Nationalrat Knutti: «Welche Bevölkerungsschicht in welcher Alterskategorie auch sehr viele Unfälle verursacht. Müssen die dann auch in Eignungskurse, jährlich oder zweijährlich oder wie auch immer?»

Kommentare

User #2056 (nicht angemeldet)

Eher Jagd auf alle die noch Geld haben.

User #4382 (nicht angemeldet)

Warum bekomme ich rote Werbung welche nein zur SP sagt, will die SP das ich mein Auto abgeben muss?

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