Barbara Steinemann (SVP): «Für Bevölkerungs-Wachstum mit Augenmass!»
Die Zürcher SVP-Nationalrätin Barbara Steinemann erklärt im Gastbeitrag, weshalb sie am 14. Juni Ja zur Nachhaltigkeits-Initiative stimmt.

Seit rund 20 Jahren wächst unser kleines Land pro Jahr um bis zu 100'000 Bewohnerinnen und Bewohner.
Somit leben in der Schweiz seit dem Jahr 2000 etwa 1,9 Millionen Menschen mehr. Mit schlimmen Folgen für unsere Natur: Seit Jahrzehnten wird jede Sekunde ein Quadratmeter Grünfläche in unserem kleinen Land überbaut.
Das müsste eigentlich den Grünen und Naturliebhabern schwer missfallen. Merkwürdigerweise hört man von dieser Seite nichts. Bei den Grünen hört der Kampf für die Natur, die Umwelt und das Klima dort auf, wo die (Massen-)Zuwanderung beginnt.
Die Schweiz wächst somit 16 Mal schneller als Deutschland. Und Deutschland ist neunmal grösser als die Schweiz! Wollen wir so weitermachen und in 25 Jahren 25 Prozent mehr Bevölkerung haben? Das würde den Zuzug von mehr als 2,5 Millionen Personen bedeuten.

Bezahlbare Wohnungen und Wohneigentum würden noch rarer, nochmals 35 Prozent mehr Fahrzeuge würden unsere Strassen verstopfen. Denn seit der Jahrtausendwende haben wir bekanntlich 1,25 Millionen oder 35 Prozent mehr Autos.
Hat die bisherige exzessive Zuwanderung den vielbeklagten Fachkräftemangel behoben? Dazu lesen wir irritierende Zahlen: Sowohl Arbeits- als auch Erwerbslosigkeit steigen in der Schweiz ganz enorm – im Gegensatz zum Ausland:
Ende 2025 waren gemäss BfS 256'000 Personen erwerbslos – rund 31'000 mehr als ein Jahr zuvor. Und jeder Zweite hat keinen Schweizer Pass.
Rund 30 Prozent der Zuwanderer kamen letztes Jahr in Jobs mit hoher Arbeitslosigkeit
2025 wanderten volle 13'650 Leute aus dem Ausland ins Gastgewerbe ein, obwohl diese Branche 11'300 Arbeitslose zählt.
Oder im Handel sind 8623 neue gekommen, aber 19'000 sind als arbeitslos gemeldet! 3106 neue Arbeiter hat das Baugewerbe 2025 geholt, aber die RAVs verzeichnen in dieser Branche mehr als 13'600 Stellensuchende.
Und sogar das Gesundheitswesen hat letztes Jahr 5900 Zuwanderer rekrutiert, obwohl 13'000 Personen momentan in diesem Sektor stempeln.

Was sagt uns das? Ganz offenbar ist es einfacher, günstige Arbeitnehmer aus dem EU-Raum zu rekrutieren als unsere stellenlosen Inländer beim RAV abholen. Die Personenfreizügigkeit mit der EU macht das möglich. Aber wir alle zahlen den Preis dieses Irrsinns.
Wollen wir ernsthaft eine Volkswirtschaft, die nur noch mit 100'000 zusätzlichen Einwohnern pro Jahr stabil gehalten werden kann?
Das Ziel der Nachhaltigkeitsinitiative oder 10-Mio.-Initiative, über die wir am 14. Juni 2026 abstimmen, ist, dass die Bevölkerung weniger schnell wächst: Bis ins Jahr 2050 darf unser kleines Land höchstens noch bis 10 Millionen Einwohner wachsen.
Ein Ja ist kein Zuwanderungsstopp, sondern ein verbindlicher Steuerungsauftrag, wobei immer noch jährlich knapp 40'000 Personen kommen können. Das wären dann jene Fachkräfte, die wir wirklich brauchen.
Zur Autorin
Barbara Steinemann (*1976) ist Nationalrätin SVP und lebt in Regensdorf ZH.
Das wäre also eine Einwanderung, die unseren Behörden eine intelligente Steuerung abverlangt, denn andere Länder schaffen das auch.












