Senioren am Steuer: Pro Senectute fordert jährliche Fahrtests ab 80
Ausgerechnet Pro Senectute fordert strengere Regeln für ältere Autofahrer: Ab 80 sollen Fahrtests jährlich stattfinden.

Das Wichtigste in Kürze
- Pro Senectute fordert jährliche Fahrtests ab 80 Jahren – inklusive praktischer Prüfung.
- Die Unfallzahlen bei älteren Autofahrern sind zuletzt deutlich gestiegen.
- Experten lehnen fixe Alterslimiten ab, verlangen aber strengere und häufigere Kontrollen.
Pro Senectute spricht sich dafür aus, dass Senioren ab 80 Jahren ihre Eignung zum Autofahren künftig jedes Jahr nachweisen müssen. Und zwar nicht nur beim Arzt, sondern auch hinter dem Steuer.
Auslöser der aktuellen Debatte ist ein tragischer Unfall in Sedrun GR: Ein 87-jähriger Autofahrer erfasste eine Schulklasse, eine Lehrerin kam ums Leben, mehrere Kinder wurden verletzt. Gemäss ersten Erkenntnissen hatte der Lenker Gas- und Bremspedal verwechselt.
Statistiken zeigen: Das Unfallrisiko ist bei Autofahrern im mittleren Alter vergleichsweise tief. Im Gegensatz dazu fällt es sowohl bei jungen als auch bei älteren Lenkern höher aus. Besonders bei Senioren ist die Tendenz zuletzt steigend.
Deutlicher Anstieg bei Unfällen von Senioren
Das Bundesamt für Strassen registrierte im Jahr 2025 über 5500 Unfälle, bei denen der Hauptverursacher über 70 Jahre alt war. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem deutlichen Anstieg.
Parallel dazu nimmt auch die Zahl der Ausweisentzüge bei älteren Menschen zu. Immer häufiger wird Seniorinnen und Senioren die Fahrberechtigung entzogen, weil sie die gesundheitlichen Anforderungen nicht mehr erfüllen.
Klar ist: Ein fixes Alterslimit fürs Autofahren findet kaum Unterstützung. Mehr Chancen sieht Verkehrsmediziner Rolf Seeger bei den Prüfintervallen.
«Es wäre richtig, ab 80 den Eignungstest jährlich statt alle zwei Jahre durchzuführen. Das würde zu einer Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen», sagt Seeger gegenüber «CH Media».
Kontrollen direkt am Steuer «erhöhen die Verkehrssicherheit»
Zusätzlich spricht er sich für mehr praktische Überprüfungen aus. Fahrtests im realen Verkehr seien heute die Ausnahme, könnten aber wichtige Hinweise auf die tatsächliche Fahrkompetenz liefern.
Pro Senectute argumentiert in eine ähnliche Richtung. Sprecher Peter Burri Follath sagt: «Mit dem Eintritt ins Pensionsalter von 65 Jahren haben Menschen in der Schweiz durchschnittlich noch 14 gesunde Lebensjahre vor sich.»
Vor dem Hintergrund des zunehmenden Individualverkehrs regt Pro Senectute an, die Fahreignung in klar definierten Fällen jährlich zu überprüfen.
Diese Kontrollen sollen alternierend in der Arztpraxis und direkt am Steuer stattfinden. «Das erhöht die Verkehrssicherheit.»
Der finale Entscheid liegt bei der Politik
Damit zeichnet sich eine mögliche Verschärfung der heutigen Regeln ab: Engmaschigere Kontrollen ab 80 Jahren sowie eine Kombination aus medizinischer Untersuchung und praktischer Fahrprüfung.
Ob und wie solche Vorschläge umgesetzt werden, ist offen. Letztlich liegt der Entscheid bei der Politik. Mit Blick auf die demografische Entwicklung und die steigenden Unfallzahlen dürfte das Thema die Schweiz weiter beschäftigen.










