Senioren am Steuer: Gravierende Mängel bei Fahrtests

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Obwalden,

Eine neue Studie zeigt grosse Lücken bei Senioren-Fahrtests in der Schweiz. Fachleute fordern nun klare, landesweit einheitliche Regeln.

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Eine neue Studie zeigt: Fahrprüfungen für Senioren in der Schweiz weisen erhebliche Mängel auf. (Symbolbild) - pexels

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Fahrtests für Senioren seien in der Schweiz unzureichend und variieren je nach Kanton.
  • Kognitive Tests allein zeigen die Fahrfähigkeit nur begrenzt zuverlässig.
  • Fachleute fordern nationale Regeln und bessere Fahrprüfungen.

Die Prüfung der Fahreignung von Schweizer Senioren weist laut einem neuen Bericht erhebliche Mängel auf. Die Autorinnen und Autoren fordern klare, landesweit einheitliche Regeln.

Die Abklärung der Fahreignung bei über 75-jährigen Menschen oder Personen mit kognitiven Störungen sei uneinheitlich. Das heisst es im Bericht, der im Auftrag des Bundesamtes für Strassen (Astra) erstellt wurde.

«Angesichts der alternden Schweizer Bevölkerung ist es entscheidend, sichere, faire und evidenzbasierte Entscheidungen zur Fahreignung zu treffen. Um sowohl die Verkehrssicherheit als auch die persönliche Autonomie zu erhalten», heisst es im Bericht.

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Eine neue Studie zeigt grosse Mängel bei den Fahrtests für Senioren in der Schweiz. (Symbolbild) - pexels

Die Forschungsarbeit wurde von der Hochschule für Sozialarbeit und Gesundheit Lausanne und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) geleitet.

Kantonaler Flickenteppich

Die heutige Praxis ist dem Bericht zufolge zersplittert und variiert je nach Kanton, Sprachregion und involvierter Berufsgruppe. Es fehlt an einer Standardisierung bei den verwendeten Testverfahren und den Abläufen.

Ausserdem seien Rollen der beteiligten Fachleute oft unklar definiert. Insbesondere für die Mediziner entstehe eine Doppelbelastung, da sie gleichzeitig Betreuer und Gutachter seien.

Zudem werden dem Bericht zufolge im Vergleich zum Ausland wichtige Berufsgruppen nicht in die Beurteilungen einbezogen. Dazu zählen zum Beispiel Neuropsychologinnen, Fahrlehrer oder Ergotherapeutinnen.

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Kognitive Tests allein würden nicht ausreichen, um die Fahreignung zuverlässig zu beurteilen. (Symbolbild) - pexels

Derzeit sehen die gesetzlichen Grundlagen Abklärungen hauptsächlich durch Ärztinnen und Verkehrspsychologen vor.

Testmethoden fragwürdig

Die Autorinnen und Autoren des Berichts bemängeln auch die Aussagekraft der aktuellen Testmethoden. Autofahren sei eine anspruchsvolle Tätigkeit, die Aufmerksamkeit, Verarbeitungsgeschwindigkeit, exekutive Funktionen und visuo-motorische Koordination voraussetze.

Kognitive Tests könnten Hinweise auf Einschränkungen geben. Allein würden sie jedoch keine verlässliche Aussage darüber liefern, wie sicher jemand im realen Strassenverkehr fährt.

Sollten Regeln für Senioren am Steuer verschärft werden?

Als zuverlässigste Methode gelten standardisierte Fahrabklärungen im realen Verkehr. Solche sogenannten Kompetenzfahrten sind laut Bericht besonders wichtig, wenn kognitive Beeinträchtigungen vermutet oder bereits bestätigt sind. Allerdings fehlen derzeit schweizweit genügend ausgebildete Fachpersonen und ein verbindlich geregeltes Verfahren.

Standardisierte Tests und klare Regeln

Um die Situation zu verbessern, schlagen die Fachleute mehrere Massnahmen vor. Dazu gehört ein standardisierter und fachlich begleiteter Test. Weiter empfehlen sie ein vierstufiges Bewertungssystem. Dieses soll von einem sofortigen Entzug des Fahrausweises bis zur Bestätigung der uneingeschränkten Fahrkompetenz reichen.

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Die Forschenden fordern, dass Fahrprüfungen für Senioren schweizweit einheitlich geregelt werden. (Symbolbild) - pexels

Eine weitere Empfehlung ist eine obligatorische Ausbildung für Ärztinnen und Ärzte, die Fahreignungsprüfungen bei Personen über 75 Jahren durchführen. Diese Ausbildung solle auch weiteren Fachpersonen offenstehen.

Nationale Strategie gefordert

Die Forschenden regen an, die Vorschläge in eine nationale Strategie zu überführen. Ziel sei es, den Prozess schweizweit zu vereinheitlichen, die beteiligten Fachkräfte zu unterstützen und die Öffentlichkeit besser zu informieren. Ergänzend solle man die Unterstützungsangebote für jene Personen ausbauen, die ihren Fahrausweis abgeben mussten.

«Die Herausforderung bei der Beurteilung der Fahreignung besteht darin, die Sicherheit zu gewährleisten. Und gleichzeitig die gesellschaftliche Teilhabe und Mobilität aller zu unterstützen.» So wird die Studienleiterin Isabel Margot-Cattin in einer Mitteilung zur Studie der ZHAW zitiert.

An der Studie waren neben den federführenden Hochschulen auch weitere Institutionen beteiligt: Das Universitätsspital Waadt, die Berner Fachhochschule (BFH) sowie der Westschweizer Fahrlehrerverband.

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Kommentare

User #6542 (nicht angemeldet)

Wer hat denn diese ominöse "Studie" bezahlt? Der Verband der "Fahrlehrer"? Oder haben die Politiker bereits "Firmen" gegründet, die die Tests übernehmen?

User #5405 (nicht angemeldet)

Am besten werden alle Altersklassen kurz geprüft um die Verkehrssicherheit beim Individualverkehr zu erhöhen.

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