Knall bei Parmelin: Seco-Chefin Budliger geht
Helene Budliger Artieda hat als Seco-Chefin gekündigt. Das Departement von Wirtschaftsminister Guy Parmelin hat den Abgang bestätigt.

Das Wichtigste in Kürze
- Helene Budliger Artieda tritt als Seco-Chefin zurück.
- Ihr Abgang erfolgt laut Parmelins Wirtschaftsdepartement Ende März 2027.
- Budliger spielte bei den Zollverhandlungen mit den USA eine wichtige Rolle.
Überraschender Abgang in Bundesbern: Helene Budliger Artieda (61) tritt als Direktorin des Staatssekretariats für Wirtschaft Seco zurück. Sie werde auf Ende März 2027 zurücktreten, teilte das Wirtschaftsdepartement von Bundespräsident Guy Parmelin am Mittwoch mit.

Brisant: Ganz freiwillig scheint der Schritt nicht erfolgt zu sein, wie der «Blick» berichtet. Parmelin soll seiner Staatssekretärin bereits vor einigen Wochen nahegelegt haben, über einen vorzeitigen Abgang nachzudenken.
Das Wirtschaftsdepartement WBF hat den Abgang bislang nicht bestätigt. Offiziell wird Budliger weiterhin als Seco-Direktorin geführt.
Budliger spielte wichtige Rolle im Zollstreit
Der mögliche Abgang kommt zu einem brisanten Zeitpunkt. Budliger gehörte zu den wichtigen Schweizer Figuren bei den Zollverhandlungen mit den USA.

Gemeinsam mit Parmelin war sie stark in das Dossier eingebunden. Die beiden galten während der Verhandlungen mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump als eingespieltes Gespann.
Wie der «Blick» unter Berufung auf eigene Recherchen berichtet, verhandelte Budliger hinter den Kulissen mit amerikanischen Gesprächspartnern. Zudem stand sie in engem Kontakt mit jener Gruppe von Schweizer Unternehmern, die sich ebenfalls für einen Zoll-Deal mit den USA einsetzte.
Noch am Dienstag trat Budliger ganz regulär für den Bund auf. Bei der Präsentation des neuen OECD-Länderberichts zur Schweizer Wirtschaftspolitik ordnete sie die Ergebnisse aus Sicht der Schweiz ein.
Was steckt hinter dem Abgang?
Warum Parmelin seiner Seco-Chefin einen vorzeitigen Abgang nahegelegt haben soll, ist bislang unklar.
In Bundesbern wird über verschiedene mögliche Gründe spekuliert. Eine Vermutung lautet, Parmelin könnte die Führung des Seco noch während seiner eigenen Amtszeit neu besetzen wollen. Belegt ist das nicht.
Für Gesprächsstoff sorgt auch eine laufende Untersuchung rund um den Zollstreit.
Die Geschäftsprüfungskommission des Ständerats untersucht den Umgang der Bundesbehörden mit den US-Zöllen. Dabei geht es unter anderem um das Risikomanagement, das Krisenmanagement und die Verhandlungen mit den USA.
Ob die Untersuchung etwas mit Budligers möglichem Abgang zu tun hat, ist nicht bekannt.
Damit bleibt vorerst offen, warum es zwischen Parmelin und einer seiner wichtigsten Mitarbeiterinnen zum Bruch gekommen sein soll.












