EU

    Schweiz soll sich am CO2-Grenzausgleichssystem der EU beteiligen

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Bern,

    Der Nationalrat hat am Mittwoch einer Motion zugestimmt, die fordert, dass sich die Schweiz am geplanten CO2-Grenzausgleichssystem der EU beteiligt.

    Auspuff beim Auto
    Abgase strömen aus dem Auspuff eines Autos. (Symbolbild) - sda

    Das Wichtigste in Kürze

    • Beim CO2-Grenzausgleichssystem der EU soll auch die Schweiz mitmachen.
    • Eine entsprechende Motion ist vom Nationalrat gutgeheissen worden.
    • Die SVP und der Bundesrat sprachen sich gegen das Vorhaben aus.

    Die Schweiz solle sich im Rahmen des «Green New Deal» am geplanten CO2-Grenzausgleichssystems der EU beteiligen. Oder wenigstens eine Teilnahme vorbereiten. Der Nationalrat hat am Mittwoch einer entsprechenden Motion zugestimmt.

    Nationalrat Parlament
    Blick in den Nationalratssaal. - Keystone

    Der Rat hat den Vorstoss mit 113 zu 69 Stimmen bei 1 Enthaltung angenommen. Dagegen waren die SVP und der Bundesrat.

    Motion soll gleichlange Spiesse bringen

    Eingereicht wurde die Motion von der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats (WAK-NR). Das CO2-Grenzausgleichssystem der EU sei zwar noch in Erarbeitung. Aber die Schweiz solle sich schon heute darauf vorbereiten, möglicherweise daran teilzunehmen. Dies sagte Beat Walti (FDP/ZH) für die Kommissionsmehrheit.

    fdp.die liberalen
    Beat Walti, Fraktionschef der FDP, an einer Medienkonferenz in Bern. - Keystone

    «Hintergrund ist, dass die Schweizer Unternehmen wohl so oder so an einer CO2-Abgabe der EU teilnehmen müssen.» Mit der Beteiligung am Programm könne jedoch eine einseitige Belastung der Schweizer Unternehmen vermieden werden. «Es geht um gleichlange Spiesse für die Unternehmen in der Schweiz und diejenigen in der EU», sagte Walti.

    SVP befürchtet mehr Bürokratie

    Gegen die Motion wehrten sich die SVP-Fraktion und der Bundesrat. Magdalena Martullo-Blocher (SVP/GR) erklärte, dass der bürokratische Aufwand für die Schweizer Unternehmen bei einer Teilnahme am Programm zu gross wäre. Das Projekt sei auch international umstritten.

    SVP Magdalena Martullo Blocher
    Magdalena Martullo-Blocher fordert, dass der Westen mit Wladimir Putin verhandelt. - Keystone

    Für die Konsumenten verteure das Ausgleichssystem darüber hinaus die Güter. Deshalb sehe die EU auch neue Sozialunterstützungen vor. «Ein Bürokratie-Monster - und ein Auslöser für neue Handelskriege» sei das CO2-Grenzausgleichssystem.

    Bundesrat hält Vorstoss für verfrüht

    Bundespräsident Guy Parmelin betonte, dass der Bundesrat eine effiziente Klimapolitik umsetzen wolle. «Die Einführung des neuen EU-Systems hätte zweifelsohne Auswirkungen auf unsere Klimapolitik und unser Abgabesystem.» Dass sich Drittstaaten an dem System beteiligten, sei nicht vorgesehen, aber er wolle auch nichts ausschliessen. Der Bundesrat sei jedoch zum Schluss gekommen: Es sei zu früh, die Anstrengungen zu unternehmen, die hier mit der Motion verlangt würden.

    Guy Parmelin
    Wirtschaftsminister Guy Parmelin. - Keystone

    Im Dezember 2019 wurde von der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen der «Green Deal» der EU vorgestellt. Ziel des Plans ist es, dass Europa als erster Kontinent bis im Jahr 2050 klimaneutral wird. Teil des Plans sind Massnahmen, die von starken Emissionssenkungen bis hin zum Erhalt der natürlichen Umwelt reichen. Und die Einführung eines CO2-Grenzausgleichssystems.

    Das Geschäft geht an den Ständerat.

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