Roger Köppel

    Roger Köppel wirbt für Covid-Impfung und verwirrt Anhänger

    Elisa Jeanneret
    Elisa Jeanneret

    Zürich,

    Ungeimpfte Reiserückkehrende belegen derzeit neun von zehn Covid-Intensivbetten. Die Behörden raten deswegen zur Impfung, SVP-Nationalrat Roger Köppel neu auch.

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    SVP-Nationalrat und Weltwoche-Chef Roger Köppel ruft eindringlich zur Impfung auf. - Youtube / DIE WELTWOCHE (Wochenmagazin)

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die SVP ist die impfungskritischste Partei der Schweiz, rät nicht explizit zur Impfung.
    • Nationalrat Roger Köppel wirbt in einer Ausgabe der «Weltwoche Daily» jedoch für den Piks.
    • Er hält es für die beste Lösung, um einen Shutdown zu vermeiden. Manche Fans drehen durch.

    Die Schweiz befindet sich in einem Impfrennen gegen das Coronavirus. Gebremst wird sie stark von den Anhängern der SVP, welche sehr impfkritisch eingestellt sind. Das ist sich die Parteispitze bewusst, obwohl die meisten Spitzenvertreter den Piks erhalten haben.

    Fraktionschef Thomas Aeschi (ZG) teilte umstrittene mRNA-kritische Studien auf Twitter, Präsident Chiesa will keine Impfempfehlung abgeben. Die Partei vertritt den Kurs der freien Wahl und wird immer wieder von Impfgegnerinnen und -gegnern dafür gefeiert.

    SVP Addor Impfung
    SVP-Nationalrat Jean-Luc Addor (im blauen Jackett) an der Delegiertenversammlung seiner Partei. Der Walliser ist ungeimpft, bezeichnete die Covid-Impfung im Winter als «Gen-Therapie». Er ist aber nicht der einzige Impfkritiker der SVP. - Keystone

    Seitdem sich aber die Intensivstationen mit Ungeimpften füllen, ist der positive Effekt der Stoffe direkt sichtbar. So hat nun auch SVP-Nationalrat und Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel öffentlich für die Impfung geworben.

    Roger Köppel: «Pandemie der Ungeimpften»

    «Sie müssen einfach sehen, dass wir im Moment eine Pandemie der Ungeimpften beobachten», so der Zürcher im BAG-Slang. Er selbst, als «Chef einer Firma» habe die Verantwortung, möglichst gesund zu bleiben. Deswegen habe er sich impfen lassen, trotz Risiken und möglichen Langzeitfolgen, wie er erklärt.

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    Als Chef einer Firma will Roger Köppel keinen schweren Krankheitsverlauf riskieren. - Youtube / DIE WELTWOCHE (Wochenmagazin)

    Eine Ansteckung und ein schwerer Verlauf seien zudem nicht «eine persönliche Sache». Für Beschäftigte im Gesundheitswesen müsse es «völlig selbstverständlich sein», sich impfen zu lassen: «Die sind ja auch gefragt.»

    Roger Köppel rahmenabkommen
    Roger Köppel an einem Anlass der SVP zur Feier des gescheiterten Rahmenabkommens. - Keystone

    Dann kommt Roger Köppel mit dem Hammer-Argument: Als Massnahmen-Kritiker sei die Impfung der beste Weg, einen Shutdown zu vermeiden. Die Regierung werde mit Einschränkungen eingreifen, sobald die Spitäler überbelastet würden. «Unter diesen Lockdowns leider dann wieder die bürgerlichen Massnahmen-Kritiker am meisten», erklärt der SVPler.

    Zum Schluss plädiert Köppel für einen «Waffenstillstand» und eine «Abrüstung» zwischen den Geimpften und Ungeimpften. Bei seiner Leserschaft ist diese Botschaft jedoch nicht angekommen. In der Kommentarspalte unter dem Video häufen sich ähnliche Kommentare. Die Impfung sei ein «Genexperiment», viele Abonnenten der Weltwoche zeigen sich über die Aussagen Köppels «schockiert».

    Der Twitter-Account «CovidiotenCH» teilt Screenshots von Personen auf Telegram, die mit Roger Köppel hart ins Gericht gehen. Der SVP-Nationalrat sei eine «kontrollierte Opposition», sehe «nicht mehr so gesund aus» und sei ein «Verräter». Aber nicht nur das, sondern Köppel habe zuerst den Kritiker gespielt, dann sich einer Gehirnwäsche unterzogen.

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