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Genfer Ständerat wettert gegen Zürcher Eruv-Zone

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

Der Genfer Ständerat Mauro Poggia enerviert sich über die jüdische Eruv-Zone in der Stadt Zürich. Für ihn ist eine solche Zone, in der die Ruhetagsregeln für orthodoxe Juden nicht gelten, mehr als rückwärtsgewandt.

Der Genfer Ständerat Mauro Poggia ärgert sich über den Eruv in der Stadt Zürich. (Archivbild)
Der Genfer Ständerat Mauro Poggia ärgert sich über den Eruv in der Stadt Zürich. (Archivbild) - KEYSTONE/ANTHONY ANEX

Man müsse sich einmal vorstellen, dass eine andere Gemeinschaft, etwa Muslime, eine solche Zone beantragen würde, um ihre Riten zu praktizieren, schrieb Poggia vom rechtsbürgerlichen Mouvement Citoyens Genevois (MCG) auf Linkedin.

Für ihn ist die von der Stadt Zürich bewilligte Eruv-Zone das Ergebnis einer «linken Mehrheit, die rückwärtsgewandt ist». Hier werde ein «freiwilliges Ghetto aufgebaut», schrieb er weiter. Poggia ist wegen seiner Ehefrau selber zum Islam übergetreten.

Die jüdische Organisation «Never again is Now» kritisierte Poggia für seinen Linkedin-Eintrag. Als politischer Verantwortungsträger hätten seine Worte Gewicht. Indem er nahelege, dass jüdischer Religionsausdruck problematisch sei, trage er zu einem Klima bei, dessen Folgen die jüdische Gemeinschaft bereits erlebe.

Niemandem werde durch den Eruv etwas aufgezwungen, niemand werde ausgeschlossen. Es entstehe auch kein paralleles Rechtssystem. «Weshalb also diese aufgeladene Wortwahl?», fragte die Organisation in ihrer Reaktion. Es gehe hier nicht um den nahezu unsichtbaren Draht um ein Quartier. «Es geht um Folgendes: Warum löst sichtbares jüdisches Leben noch immer Unbehagen aus?»

Beim Eruv handelt es sich um ein Liniennetz, das mehrere Quartiere verbindet, vor allem Wiedikon, Enge und Wollishofen. Die Zone ist 14 Quadratkilometer gross und erlaubt Jüdinnen und Juden gelockerte Sabbat-Regeln. Innerhalb der Linien dürfen sie an Sabbat etwa Kinderwagen oder Rollstühle stossen oder einen Schlüssel tragen. Für die Errichtung des Eruv war eine Baubewilligung der Stadt notwendig.

Kommentare

User #1718 (nicht angemeldet)

Keiner Glaubensrichtung stehen Sonderrechte zu, denn wir beten alle zum selben Gott, nur heisst er bei allen anders.

User #1718 (nicht angemeldet)

Eine Minderheit fordert Rechte für sich und die Mehrheit muss es akzeptieren. Darf nun jede Glaubensrichtung ihren Kreis markieren?

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