Gewalt

    Räte noch immer uneins bei Strafen für Gewalt gegen Beamte

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Bern,

    National- und Ständerat sind sich bei den Strafen gegen Polizeigewalt uneins: Der Ständerat will bei Bagatellfällen auch Freiheitsstrafen.

    Gewalt
    Polizei und Demonstranten beim Berner Bahnhof. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Ständerat will die Strafen für Polizeigewalt verschärfen.
    • Künftig sollen Geldstrafen nur noch bei Bagatelldelikten möglich.

    Bei Angriffen auf Mitarbeitende von Polizei, Feuerwehr und Blaulicht-Organisationen sollen nach dem Willen des Ständerats künftig nur noch in Bagatellfällen Geldstrafen möglich sein. Der Ständerat hat am Mittwoch an dieser Differenz zum Nationalrat festgehalten.

    Die grosse Kammer will Geldstrafen weiterhin in allen Fällen ermöglichen, sofern das Gesetz nicht explizit etwas anderes vorsieht. Der Entscheid im Ständerat fiel mit 28 zu 9 Stimmen ohne Enthaltungen.

    Mitte will strengeres Gesetz

    Stefan Engler (Mitte/GR) kritisierte die nationalrätliche Version als zu milde. Es gehe darum, dass eine Geldstrafe nur in Ausnahmefällen der Verwerflichkeit derartiger Delikte gerecht werde, sagte Stefan Engler (Mitte/GR). Dies auch, da Geldstrafen in der Regel bedingt ausgesprochen würden.

    Stefan Engler
    Stefan Engler von der Mitte. - keystone

    Justizministerin Karin Keller-Sutter wandte ohne Erfolg ein, es sei nicht klar, ob die Version des Ständerats tatsächlich eine Verschärfung bringe - und nicht eher dazu führe, dass bei leichten Fällen nun systematisch Geldstrafen verhängt würden.

    Weil der Ständerat auf dieser und weiteren Differenzen beharrt, muss sich der Nationalrat nochmals mit der Sache befassen.

    Ständerat will auch Freiheitsstrafen

    Viel zu reden gab in der Ständeratsdebatte die Frage der Mindest-Freiheitsstrafen. Die kleine Kammer verlangt weiterhin, dass bei Delikten, bei denen das Gesetz Geldstrafen von mindestens 30 Tagessätzen vorsieht, auch die vorgesehene Freiheitsstrafe mindestens 30 Tage betragen muss.

    Die Vorlage zur Harmonisierung der Strafrahmen soll sicherstellen, dass die Strafrahmen der Schwere der Straftaten entsprechen und in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen. Hintergrund der Revision sind veränderte gesellschaftliche Wert- und Moralvorstellungen, die technische Entwicklung sowie internationale Vereinbarungen.

    Kommentare

    Weiterlesen

    1 Interaktionen
    Sennwald SG
    invalidenversicherung
    17 Interaktionen
    Motion abgelehnt

    MEHR GEWALT

    2 Interaktionen
    Aargau
    8 Interaktionen
    Tel Aviv/Ramallah
    14 Interaktionen
    Genf
    Sozialarbeiterin Flurina Gschwend ist froh, dass das Projekt weiterläuft. - zVg
    2 Interaktionen
    Häusliche Gewalt

    MEHR AUS STADT BERN

    Kanton Bern
    Philip Kohli
    2 Interaktionen
    Philip Kohli
    Dr. Sarah Schläppi
    5 Interaktionen
    «Sarah hat Recht»
    Die Berner Zytglogge-Uhr. - Daniel Zaugg
    Zytglogge-Zeitrichter