Berner Kantonsparlament will keine zusätzliche «Abbruchprävention»

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Bern,

Das Berner Kantonsparlament will keine zusätzlichen Präventionsmassnahmen gegen Schwangerschaftsabbrüche prüfen lassen. Eine knappe Mehrheit stellte sich gegen ein Postulat aus den Reihen der EDU, SVP und EVP, das mitunter ein «Ja zum Kind» hätte erleichtern sollen.

Das Berner Kantonsparlament sieht keinen Bedarf für zusätzliche Prävention von Schwangerschaftsabbrüchen. (Symbolbild)
Das Berner Kantonsparlament sieht keinen Bedarf für zusätzliche Prävention von Schwangerschaftsabbrüchen. (Symbolbild) - Keystone/DPA/HENDRIK SCHMIDT

Der Vorstoss forderte einen Bericht, der die Ursachen für Abbrüche analysiert und mögliche Prävention aufzeigt. Dazu zählten sie eine verbesserte Datenlage, Möglichkeiten zur Reduktion von ungewollten Schwangerschaften sowie Angebote für Frauen, die grundsätzlich ein Kind austragen wollen, sich aber aufgrund erschwerter Umstände dagegen entscheiden.

Die Ratslinke stellte sich insbesondere gegen den letzten Punkt. Er stelle «die Entscheidungsfreiheit der Frau über ihren eigenen Körper in Frage», sagte Regula Bühlmann für die Grünen. Auch die Mehrheit der Mitte und GLP sowie Teile der FDP lehnten das Postulat mit Verweis auf die Entscheidungsfreiheit der Frau ab.

Sie wolle sich keine Ideologie vorwerfen lassen, entgegnete Mitinitiantin Melanie Beutler-Hohenberger (EVP). Kern der Vorlage sei, dass Entscheidungen frei von ökonomischem, partnerschaftlichem und sozialem Druck getroffen werden könnten. Schliesslich leistete ihr die Ratsmehrheit knapp nicht Folge.

Der zuständige Regierungsrat Pierre Alain Schnegg (SVP) wiederum verwies auf bestehende Leistungsverträge mit Familienplanungs- sowie Beratungsstellen und beantragte Abschreibung. Der Kanton verfüge über eine «tragfähige und vielfältige Unterstützungslandschaft für Frauen in Entscheidungskonflikten».

Den Handlungsbedarf begründeten die Einreichenden mit der Zunahme von Schwangerschaftsabbrüchen in der Schweiz. Die Abbruchrate pro 1000 Frauen ist laut den Zahlen des Bundes zwischen 2017 und 2024 von 6,2 auf 7,3 gestiegen. Im Kanton Bern lag dieser Wert zuletzt bei 6,7 und somit unter dem Schnitt.

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