Parlament will Sicherheit für Zugpersonal und Fahrgäste verbessern
Die eidgenössischen Räte wollen vom Bundesrat einen nationalen Plan zur Erhöhung der Sicherheit für das Personal und die Fahrgäste in Zügen.

Nach dem Nationalrat nahm am Donnerstag auch der Ständerat einen entsprechenden Vorstoss in abgespeckter Form an.
Ursprünglich forderte die von Piero Marchesi (SVP/TI) im Nationalrat eingereichte Motion mehr als einen nationalen Plan in Zusammenarbeit mit den SBB, den Verkehrsbetrieben und den Kantonen sowie entsprechende Gesetzesänderungen.
Teil der Forderungen waren nämlich auch die Einführung systematischer Verkehrspolizei-Patrouillen auf den gefährlichsten Strecken, eine verstärkte Schulung von Zugmitarbeitenden für die Bewältigung von Risikosituationen sowie die Einführung von Pfefferspray als Waffe zur Selbstverteidigung für die am stärksten gefährdeten Personen.
Schulung ist Sache der Unternehmen
Der Nationalrat hatte den Vorstoss in der Wintersession des vergangenen Jahres angenommen – liess jedoch mehrere Punkte des Motionärs weg. Die grosse Kammer wollte vom Bundesrat «nur» einen nationalen Plan zur Erhöhung der Sicherheit sowie einen Vorschlag für entsprechende Gesetzesänderungen. In diesem Sinne entschied am Donnerstag auch der Ständerat ohne Diskussion.
Der Bundesrat hatte im Vorfeld ebenfalls die Annahme derjenigen Punkte beantragt, welche der Nationalrat überwiesen hatte. Zusammen mit den Transportunternehmen will er einen nationalen Massnahmenplan erarbeiten und Gesetzesänderungen vorschlagen.
Systematisch Patrouillen auf gefährlichen Strecken sowie die Schulung des Personals und eine eventuelle Einführung von Waffen zur Selbstverteidigung seien aber Sache der Transportunternehmen. Letztere seien selber für die Gewährleistung der Sicherheit zuständig.
Übergriffe in Zügen sind alltäglich
Übergriffe in den Zügen seien «zu einem alarmierenden Alltagsphänomen» geworden, schrieb Marchesi in seinem im September 2025 eingereichten Vorstoss. Schätzungen der SBB zufolge gebe es täglich gut zehn Übergriffe auf das SBB-Personal. Das entspreche landesweit 3600 Fällen pro Jahr.
Immer mehr gehe es dabei nicht um verbale Beleidigungen oder Drohungen, sondern es komme auch zu Fausthieben oder anderen Gewalttaten. Es liege in der Verantwortung des Staates, den Schutz von Personal und Reisenden zu gewährleisten.
Im Dezember des vergangenen Jahres hatten sich die beiden eidgenössischen Räte dafür ausgesprochen, die Transportpolizei mit Elektroschockpistolen, sogenannten Tasern, auszurüsten.










