Lea Blattner wechselt von der EVP zu den Grünen
Nach homophoben Anfeindungen «aus Parteinähe» trat Lea Blattner Mitte Januar als Co-Präsidentin der Jungen EVP zurück. Nun wechselt sie zu den Grünen.

Das Wichtigste in Kürze
- Nach ihrem Coming-Out als queere Person erhielt Lea Blattner homophobe Hassnachrichten.
- Diese Angriffe verorte sie bei Personen «aus Parteinähe», schrieb Blattner im Januar.
- Jetzt kritisiert sie den Umgang der EVP mit dem Fall und wechselt zu den Grünen.
Die ehemalige EVP Politikerin Lea Blattner aus dem Kanton Basel-Landschaft will nach ihrem Coming-out zu den Grünen wechseln. Mitte Januar hatte sie nach homophoben Drohungen auch aus der eigenen Partei ihren Rücktritt als Co-Präsidentin der Jungen EVP bekanntgegeben.
«Meine Zeit bei der EVP hat mich stark geprägt, dafür bin ich dankbar. Gleichzeitig habe ich gemerkt, wie viel Raum es einnimmt, ständig die eigene Identität verteidigen zu müssen.» So liess sich die ehemalige Co-Präsidentin der Jungen EVP am Montagmorgen in einer Mitteilung der Grünen zitieren.

Bei der neuen Partei möchte sie nach eigener Aussage wieder Raum für lösungsorientierte Politik zurückgewinnen. Ihr Fokus liege auf einer offenen, solidarischen und nachhaltigen Gesellschaft.
Homophobe Drohungen und Hassnachrichten «aus Parteinähe»
Bei den Grünen freue man sich, Blattner ein neues politisches Zuhause zu geben, schrieb die Präsidentin der Grünen Allschwil-Schönenbuch, Flavia Müller. «Auch wenn unsere Farbe Grün ist, so feiern und unterstützen wir jede einzelne Farbe des Regenbogens.»
Bei der Ex-Partei EVP läuft derzeit ein Aufarbeitungsprozess zu den Geschehnissen im Januar. Nach dem Coming-out als queere Person habe sie homophobe Drohungen und Hassnachrichten «aus Parteinähe» erhalten. So begründete Blattner damals ihren Rücktritt. Wegen eines anonymen Drohbriefs erstattete die Politikerin Strafanzeige.
Mit einer gemeinsamen Aufarbeitung will die EVP nach eigenen Angaben den Schutz, das Vertrauen und einen respektvollen Umgang stärken. Geplant sei, eine unabhängige Anlaufstelle für Mitglieder zu errichten, die mit Hass, Diskriminierung oder belastenden Konflikten konfrontiert werden. Für die Aufarbeitung zog die EVP auch externe Fachpersonen bei, wie es damals hiess.











