«Können nicht warten mit Gleichstellungsthemen»
Fast 90 Prozent lehnen die Service-Citoyen-Initiative ab. Dies zeigt die aktuelle Hochrechnung.
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Das Wichtigste in Kürze
- Die Service-Citoyen-Initiative fällt bei den Stimmberechtigten durch.
- "Wir können nicht warten mit Gleichstellungsthemen", sagt GLP-Nationalrat Patrick Hässig.
- SVP-Ständerat Werner Salzmann zeigt sich überrascht.
Ob Mann oder Frau – künftig sollen alle Menschen in der Schweiz einen Bürgerdienst leisten. Laut ersten Hochrechnungen trifft diese Forderung bei den Stimmbürgerinnen und -bürgern auf grossen Widerstand.
84 Prozent lehnen die Service-Citoyen-Initiative von Noémie Roten ab.
Die Initiative hatte bereits bei den Parteien einen schweren Stand. Lediglich die GLP und die EVP fassten die Ja-Parole.
Vergleich mit Frauenstrimmrecht
GLP-Nationalrat Patrick Hässig zeigt sich überrascht. «Das Resultat ist ein deutlicheres Nein, als wir gedacht hätten», sagt er zu Nau.ch. So sei halt Demokratie.
Die fünf grössten Parteien im Land hätten die Initiative kritisiert, sagt Hässig. «Dann findet man natürlich verschiedene Gegenargumente, um einer solchen Initiative zuzustimmen.»
Die GLP setzte sich für Gleichstellung und Sicherheit ein, sagt Hässig. «Wir können nicht warten mit Gleichstellungsthemen, wenn wir sie schon heute lösen könnten.»
Der GLP-Nationalrat hält für möglich, dass das Anliegen in zehn Jahren nochmals aufs Tapet kommt. Vielleicht zeige man sich in 20 Jahren ähnlich wie beim Frauenstimmrecht überrascht über das heutige Nein.

SP-Nationalrätin Min Li Marti zeigt sich auf der Plattform Bluesky enttäuscht über den heutigen Abstimmungssonntag. «Dieser Abstimmungssonntag ist so richtig unerfreulich...», schreibt sie.

Gleichberechtigungsfrage habe Rolle gespielt
SVP-Ständerat Werner Salzmann vom Gegenkomitee zeigt sich hingegen erleichtert. Die Klarheit habe ihn überrascht, sagt er gegenüber «SRF».
Seiner Meinung nach scheiterte die Initiative aus zwei Gründen. Einerseits helfe der in der Initiative vorgesehene Bürgerdienst der Armee nicht. Die Vorlage hätte «zementiert», dass die Armee keine Priorität habe.
Als zweiten Grund für das Scheitern der Initiative sieht Salzmann die Gleichberechtigungsfrage. Diese habe auch die Linken mobilisiert. Man sehe, dass die Zeit noch nicht reif sei für ein solches Anliegen. Frauen sollen seiner Meinung nach freiwillig in die Armee kommen.






