Bundesrat Guy Parmelin warnt via Videobotschaft vor einem drohenden Strommangel. Das sorgt für Kritik – auch seitens Energieministerin Simonetta Sommaruga.
Guy Parmelin & Simonetta Sommaruga
Guy Parmelin & Simonetta Sommaruga an einer Medienkonferenz. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Bundesrat Guy Parmelin warnt in einem Video vor einem möglichen Kollaps des Stromsystems.
  • Das Video sorgt bei Grossverbrauchern für Irritation.
  • Auch Uvek-Vorsteherin Simonetta Sommaruga gefällt die Kommunikation offenbar nicht.

«Sollte der Strom einmal knapp werden, ist die Schweiz auf die Unterstützung aller Stromkunden und Stromkundinnen angewiesen.» Mit diesen Worten macht Guy Parmelin auf einen drohenden Strommangel aufmerksam. In einer Videobotschaft fordert er, dass sich Grossverbraucher auf mögliche Problemsituationen vorbereiten.

Bundesrat Guy Parmelin zu einer möglichen Strommangellage.

Die Botschaft des Wirtschaftsministers wirkt alarmierend, als ob der Kollaps des Stromsystems unmittelbar bevorstehe. Und sie sorgt für Stirnrunzeln und Irritation bei den adressierten Stromgrossverbrauchern, schreiben die Tamedia-Zeitungen.

Auch bei Energieministerin Simonetta Sommaruga sorgt das Video nicht für Freudensprünge. Sie sei über die Kommunikation ihres Bundesratskollegen überhaupt nicht glücklich. Denn dank der alarmierenden Botschaft von Parmelin erntet Sommaruga als Chefin des Energiedepartements von vielen Seiten Kritik.

Situation ist angespannt

«Wir haben derzeit und auch auf absehbare Zeit keine Energiemangellage in der Schweiz.» Das versichert die Sprecherin des eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, Géraldine Eicher.

Die Lage der Stromversorgung in der Schweiz ist dennoch angespannt. Das Uvek hat erst kürzlich eine entsprechende Studie veröffentlicht. Ein Engpass in der Stromversorgung könne im Winter des Jahres 2025 zum Thema werden.

Simonetta Sommaruga
Bundesrätin Simonetta Sommaruga ist die amtierende Energieministerin. - Keystone

Denn in der kalten Jahreszeit ist die Schweiz auf Strom aus dem Ausland angewiesen. Ohne Rahmenabkommen ist aber die Versorgung in Gefahr. Die Wahrscheinlichkeit, dass der schlimmste Fall eintreffe, sei gemäss dem Uvek aber «eher unwahrscheinlich». Es müssten einige schwerwiegende Faktoren gleichzeitig zusammentreffen.

Video ist unabhängig von der Studie

Das Video von Guy Parmelin sei lange vor der Veröffentlichung der Studie gedreht worden, schreibt das Departement für Wirtschaft. Es sei im Zuge eines Auftrags der Organisation für Stromversorgung in Ausserordentlichen Lagen entstanden. Die entsprechende Kampagne laufe seit dem 30. September.

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