Guy Parmelin

Guy Parmelin sieht Schweiz «fast nonstop im Krisenmodus»

Keystone-SDA
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Zürich,

An der Albisgüetli-Tagung der Zürcher SVP blieb es diesmal ruhig: Nach Roger Köppel sprach Bundespräsident Guy Parmelin – ohne Buh-Rufe.

Blocher
Hält zwar keine Rede mehr, steht im Albisgüetli aber dennoch im Mittelpunkt: alt Bundesrat Christoph Blocher begrüsst die Zürcher Bildungsdirektorin Silvia Steiner (Mitte). - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Guy Parmelin sprach als SVP-Bundespräsident bei der Albisgüetli-Tagung.
  • Er prägte seine Rede mit der Brandkatastrophe und sprach von einem «Krisenmodus».
  • Zuvor griff Hardliner Roger Köppel einmal mehr Europa scharf an.

Gab es im vergangenen Jahr bei der Rede von SP-Bundesrat Beat Jans noch Buh-Rufe und höhnisches Gelächter, war die Stimmung dieses Jahr fast schon zurückhaltend. Die klassische «Gegenrede» fand für einmal nicht statt, weil der Bundespräsident, der traditionell an die Albisgüetli-Tagung eingeladen wird, selber in der SVP ist.

Guy Parmelins Rede war zudem von der Brandkatastrophe in Crans-Montana im Wallis geprägt und entsprechend nachdenklich. Er sieht die Schweiz und damit auch den Bundesrat seit einigen Jahren «fast nonstop im Krisenmodus». Unvorhersehbares sei zur Regel geworden.

Nach dem turbulenten Jahr 2025 habe er sich darauf eingestellt, dass Vieles im zweiten Präsidialjahr nicht planbar sein werde. Es sei für ihn aber unvorstellbar gewesen, dass das «Fastunmögliche» bereits nach eineinhalb Stunden eingetroffen sei.

«Crans-Montana zeigt uns, wie verletztlich das Leben sein kann»

«Das Unglück in Crans-Montana zeigt uns auf krasse Weise, wie unberechenbar, ungewiss und verletzlich das Leben sein kann», sagte Parmelin weiter. Seine Gedanken seien auch heute noch bei den vielen Betroffenen, den Toten, Verletzten und ihren Familien. «Die Folgen werden uns noch sehr lange beschäftigen.»

Solche Ereignisse würden andererseits auch zeigen, dass die Schweiz in schwierigen Situationen zusammenstehe, ungeachtet gesellschaftlicher und politischer Differenzen. «Die grosse Solidarität innerhalb der Schweiz, aber auch durch andere Staaten hat mich tief beeindruckt», sagte der Bundespräsident.

Ein solches Ereignis lehre ihn als Politiker, beweglich und pragmatisch zu bleiben. «Unsere Pläne, Programme und Konzepte können von heute auf morgen über den Haufen geworfen werden.»

Roger Köppel schiesst einmal mehr gegen Europa

Sein Vorredner, alt Nationalrat Roger Köppel, zeigte sich weniger nachdenklich. Gewohnt angriffig wetterte er gegen Europa. Die EU drehe den Gesslerhut um, und «wir Schweizer» könnten dann auch noch unser Geld reinwerfen. «Wir sagen, nie und nimmer.»

Auch ohne Christoph Blocher als langjähriges Zugpferd am Rednerpult war der Anlass ausgebucht. Im Publikum anwesend waren neben dem alt Bundesrat auch SVP-Parteipräsident Marcel Dettling, Fraktionspräsident Thomas Aeschi sowie zahlreiche National- und Ständeräte, darunter Magdalena Martullo-Blocher, Gregor Rutz und Mauro Tuena.

Hast du schon einmal SVP gewählt?

Auch Nicht-SVP-Mitglieder verbrachten den Abend im Schützenhaus, darunter die Zürcher Mitte-Regierungsrätin Silvia Steiner und der Zürcher FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger.

SVP-Bundesrat Albert Rösti musste hingegen krankheitsbedingt absagen. Er leidet schon die ganze Woche an einer Magen-Darm-Grippe. An der Albisgüetli-Tagung treffen sich seit fast vierzig Jahren jeweils rund 1000 SVP-Mitglieder zu politischen Reden und einem Abendessen.

Albisgüetli SVP
SVP-Polteri Roger Köppel schoss auch bei der Alisgüetli-Tagung gegen Europa. - keystone

Kommentare

User #1608 (nicht angemeldet)

"Hast du schon einmal SVP gewählt?" Gröhl..., seit 40 Jahren noch nie was anderes, dänk!

User #1330 (nicht angemeldet)

Die Schweiz braucht keine EU. Wir sind ein großes Land mit immensen Binnenmarkt. Appenzell verkauft Biberli ins Wallis und kriegt dafür Raclette - Käse und schon ist unser Wohlstand gesichert.

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