Um die Corona-Impfung den Schweizern schmackhaft zu machen, wird sich der gesamte Bundesrat gegen das Virus impfen lassen.
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Der gesamte Bundesrat will sich gegen Coronavirus impfen lassen. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Arzneimittelzulassungsbehörde Swissmedic hat einen Corona-Impfstoff zugelassen.
  • Eine Umfrage zeigt, nur 35 Prozent der Schweizer wollen sich möglichst schnell impfen.
  • Der Bundesrat will mit gutem Beispiel vorangehen und wird sich auch impfen lassen.

Dann ging es plötzlich doch noch schnell: Die Schweizer Heilmittel-Zulassungsbehörde Swissmedic hat noch am Samstag den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer nun auch in der Schweiz zugelassen.

«Die bis jetzt vorliegenden Daten zeigten in allen untersuchten Altersgruppen eine vergleichbare, hohe Wirksamkeit und erfüllten die Anforderungen an die Sicherheit», erklärte die Behörde. «Nach der minutiösen Prüfung der verfügbaren Informationen kommt Swissmedic zum Schluss, dass der Covid-19-Impfstoff von Pfizer/Biontech sicher ist.»

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Der Impfstoff von Pfizer/BioNTech ist nun auch in der Schweiz zugelassen. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/AP/Martha Asencio Rhine

Zunächst hatte es ausgesehen, dass in der Schweiz erst zu Beginn des nächsten Jahres mit dem Impfen begonnen werden könne. Nun sollen die ersten Impfdosen noch vor Jahresende verabreicht werden. Insgesamt hat der Bund von Pfizer und Biontech rund drei Millionen Impfdosen bestellt.

«Der Bundesrat wird sich gegen das Coronavirus impfen lassen»

Offen bleibt, wie viele Menschen sich tatsächlich impfen lassen wollen. Viele Schweizer sind skeptisch gegenüber einer Corona-Impfung. Nur gerade mal 35 Prozent wollen sich so schnell wie möglich per Spritze immunisieren, 57 Prozent wollen sich nicht oder eher nicht impfen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage der Online-Marktforschungsagentur Marketagent hervor.

Damit sich diese Bereitschaft erhöht, will offenbar der Bundesrat persönlich der Informationskampagne unter die Arme greifen. In der nächsten Wochen werden sich alle Mitglieder der Landesregierung einer Covid-Impfung unterziehen, schreibt die «Sonntagszeitung».

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Hier lässt sich Bundesrat Cassis gegen Grippe impfen. (Archivbild) - Keystone

Bundesratssprecher André Simonazzi bestätigt gegenüber dem Blatt: «Der Bundesrat wird sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Die Regierung empfiehlt den Bürgerinnen und Bürgern damit, die Möglichkeit einer Impfung gegen das Coronavirus wahrzunehmen.»

Wann genau die Regierung zum Impfen antritt, ist noch unklar. Angedacht sei aber, dass sich die Bundesräte öffentlich impfen lassen werden. Damit wolle man ein Zeichen setzen und die Bevölkerung motivieren, bei der Impfkampagne mitzumachen.

Einzig Finanzminister Ueli Maurer zählt mit seinen 70 Jahren offiziell zur Risikogruppe. Gemäss BAG zählen Personen ab 65 Jahren zu den besonders gefährdeten.

Auch Lukas Engelberger, oberster Gesundheitsdirektor der Schweiz will sich «öffentlich impfen lassen». Mit einer guten Kampagne werde es gelingen, bis im Herbst einen Grossteil der Bevölkerung zu impfen, ist er überzeugt.

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GDK-Präsident und Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger. - Nau.ch

Nicht-Risikopersonen können wohl erst im Frühling impfen

Gemäss Strategie des Bundes werden aber zunächst die vulnerablen Personen, insbesondere betagte Menschen und Personen mit Vorerkrankungen zuerst geimpft.

In zweiter Priorität kann sich das Gesundheitspersonal und in dritter Priorität jene Menschen impfen lassen, die mit besonders gefährdeten Menschen zusammenleben. Schliesslich Personen in Gemeinschsaftseinrichtungen mit erhöhtem Infektionsrisiko, etwa in Behindertenheimen.

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Bundesräte Alain Berset (SP), Ueli Maurer (SVP), Simonetta Sommaruga (SP), Guy Parmelin (SVP), Ignazio Cassis (FDP), Viola Amherd (CVP) und Karin Keller-Sutter (FDP) (v.l.n.r.) posieren nach der Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung am 05.12.18 im Bundeshaus in Bern. - Keystone

Etwa 2 Millionen Menschen gehören zu diesen Risikogruppen.

Alle Nicht-Risikopersonen können sich wohl frühestens ab nächsten Frühling impfen lassen. Ob das auch für den Bundesrat gilt, bleibt offen. «Diese Frage müssen Sie dem Bundesrat stellen», meinte BAG-Amtsdirektorin Anne Lévy an der Medienkonferenz am vergangenen Freitag.

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