Genf: Pressezeichnungs-Preis für Palästinenserin und Ugander
Safaa Odah und Jimmy «Spire» Sseetongo sind die diesjährigen Preisträger des Prix international de dessin de presse in Genf. Die Palästinenserin wird für ihre humanitäre Arbeit im Gazastreifen ausgezeichnet, der Ugander für seine regierungskritischen Karikaturen.

«Unser Preis 2026 ist ein Aufruf zur Freiheit der Karikaturisten und dazu, Safaa endlich aus ihrem Gefängnis der Trümmer zu befreien», erklärte am Montag der Gründer und Präsident der Freedom Cartoonists Foundation, Patrick Chappatte.
Der Palästinenserin wurde von Frankreich Asyl gewährt, bevor das Aufnahmeprogramm für Wissenschaftler und Künstler ausgesetzt wurde. Dieses wurde zwar wieder aufgenommen, doch sie sitzt weiterhin fest.
Seitdem zeichnet sie weiter, manchmal auf der Plane ihres Zeltes im zerstörten palästinensischen Gebiet. Vor dem Krieg ab Oktober 2023 setzte sie sich mit Zeichnungen, Comics und Plakaten für die Emanzipation von Frauen oder für junge Menschen ein. Heute schildert sie den Alltag der Bevölkerung im Gazastreifen, ohne dabei direkt auf Politik einzugehen.
«Spire», ein Autodidakt, arbeitet seit 2006 für die ugandische Zeitung «The Observer». Er ist zudem als Wissenschaftler tätig und hat zahlreiche Artikel und Bücher veröffentlicht. Er wird oft schikaniert und steht seit der Corona-Pandemie im Jahr 2020 im Visier der Behörden.
Im Jahr 2024 erhielt er Morddrohungen, nachdem er in den sozialen Netzwerken eine Anti-Korruptionskampagne gestartet hatte. Als Opfer von Cybermobbing lebt er gewissermassen im Untergrund.










