FC Thun Berner Oberland

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FC Thun ist Meister – so haben Fans und Verein gefeiert

Simon Binz
Simon Binz, Nicola Wittwer

Thun,

128 Jahre nach der Vereinsgründung ist der FC Thun erstmals Schweizer Meister – und das Berner Oberland steht Kopf. Das Protokoll einer historischen Partynacht.

FC Thun
Strahlende Gesichter: Thun-Präsident Andres Gerber und Thun-Trainer Mauro Lustrinenlli haben mit den Berner Oberländern ein historisches Märchen vollbracht. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der FC Thun ist 128 Jahre nach der Vereinsgründung erstmals Schweizer Meister.
  • Tausende Fans feierten in der Stockhorn Arena, beim Fanmarsch und auf dem Rathausplatz.
  • Die Stadt Thun bewilligte eine Freinacht – die Party zog sich bis in die Morgenstunden.

Es ist das vielleicht grösste Märchen der Schweizer Fussballgeschichte: Vor einem Jahr noch in der Challenge League, jetzt Meister. Der FC Thun hat am Sonntag erstmals seit der Vereinsgründung 1898 den Titel geholt. Und das, ohne dabei selbst auf dem Platz zu stehen.

Ist der FC Thun der verdiente Schweizer Meister?

Die Berner Oberländer wurden im vierten Anlauf «Sofa-Meister», als sich Sion in St. Gallen durchsetzte. Ab dem Schlusspfiff war Thun nicht mehr zu halten – hier das Protokoll einer rauschenden Nacht:

15.53 Uhr – Der erlösende Schlusspfiff für den FC Thun

Stille. Anspannung. Dann der Knall. Mit dem Schlusspfiff im Kybunpark bricht in der Stockhorn Arena grosser Jubel aus.

Tausende rotweisse Kehlen explodieren gleichzeitig, Bierbecher fliegen durch die Luft, fremde Menschen liegen sich in den Armen.

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Nach dem Schlusspfiff in St.Gallen brechen in Thun alle Dämme. - Nau.ch

16.15 Uhr – Verkehrte Welt im Stadion

Auf dem heiligen Rasen tanzen die Fans. Spieler und Anhänger des FC Thun feiern Schulter an Schulter. Ein wogendes rot-weisses Meer aus Schals, Fahnen und glücklichen Gesichtern.

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Die Fans des FC Thun jubeln. - Nau.ch

Captain Marco Bürki nimmt sich Zeit für jeden, Stürmer Elmin Rastoder wirbelt mit einer von einem Fan gebastelten Papp-Pokal-Attrappe herum. Der FC Thun feiert Historisches!

Champagner fliesst in Strömen, Trainer Mauro Lustrinelli wird gefeiert, während die Kurve unermüdlich skandiert: «Lustrinelli, Lustrinelli, olé!»

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Trotz anhaltendem Regen feiern die Fans des FC Thun euphorisch. - Nau.ch

17.20 Uhr – Der Fanmarsch des FC Thun

Ein langer rot-weisser Strom wälzt sich vom Stadion Richtung Innenstadt.

Der Fanmarsch des FC Thun reklamiert die Strassen der Stadt kurzerhand für sich: Durch die Burgerallmend, unter dem Milchbrüggli beim Bahnhof hindurch, hinein in die malerische Altstadt mit der Oberen Hauptgasse.

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Spieler und Trainer des FC Thun feiern den Schweizer Meistertitel im Mannschaftsbus auf dem Weg zum Rathausplatz. - Instagram@fcthun_official

Parallel dazu rollt ein lautstarker Autokorso über die Frutigenstrasse. Hupend, schreiend, mit aus den Fenstern hängenden Vereinsfahnen des FC Thun.

18.15 Uhr – Der Rathausplatz quillt über

Längst rappelvoll, kein Durchkommen mehr. Der historische Rathausplatz verwandelt sich in ein einziges, pulsierendes rotweisses Stimmungsmeer. Sogar das majestätische Schloss Thun, sonst die unbestrittene Postkarten-Attraktion, rückt trotzig in den Hintergrund.

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Die Thuner Fans sind auf dem Rathausplatz angekommen. - nau.ch

Bierdunst und Gesänge. Die Stimmung kippt zwischen ungläubigem Staunen und purer Ekstase.

18.50 Uhr – Die Helden des FC Thun rollen ein

Da ist er! Unter ohrenbetäubendem Jubel trifft das Team auf dem Rathausplatz ein. Tosender Applaus, ergreifende Fangesänge.

Captain Marco Bürki steigt als Erster aus, dahinter die ganze Equipe.

Innert Minuten klettern Spieler auf den Rathausbrunnen und lassen sich frenetisch feiern. Imeri und Labeau tanzen ausgelassen, Lustrinelli reisst das Mikrofon an sich, putscht die Menge auf.

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Mauro Lustrinelli redet zu den anwesenden Fans auf dem Rathausplatz und spricht von einem «historischen Ereignis». - Instagram@Stadt_Thun

19.30 Uhr – Die Stadt wird zum Open-Air-Festival

Die offizielle Bühnenparty löst sich allmählich auf, doch von Heimgehen keine Spur. Im Gegenteil: Die Anhänger schwärmen aus, fluten die Restaurants, Bars und Strassencafés zwischen Aare und Schloss.

Die Stadt hat eigens eine Freinacht bewilligt – heute gibts kein Sperrstunden-Limit, heute wird durchgemacht.

20.17 Uhr – Die Party kocht in der Altstadt

Längst ist aus dem stillen Berner Oberländer Städtchen ein einziges, ohrenbetäubendes Open-Air-Festival geworden. Pyro-Rauch und rotweisse Fahnen in der lauen Frühlingsluft, an jeder Ecke wird angestossen.

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Auf dem Mühliplatz werden zu später Stunde die Pyros gezündet. - Nau.ch

21.07 Uhr – Der Rathausplatz lichtet sich – die Bars füllen sich

Allmählich verteilt sich der gewaltige Menschenstrom in alle Richtungen. Der Rathausplatz, eben noch hoffnungslos überfüllt, lichtet sich Schritt für Schritt – doch von Schluss kann keine Rede sein. Die Party verlagert sich in die Bars, Beizen und Kneipen der Innenstadt.

Drinnen brodelt die Stimmung weiter. Auch die Spieler haben noch lange nicht genug Energie verbraucht. Sie tragen die historische Meisterfeier bis tief in die Nacht.

22 Uhr und darüber hinaus – Freinacht in der Berner Oberländer Hauptstadt

Die offizielle Sperrstunde? Heute aufgehoben. Bis weit in die frühen Morgenstunden gibt es kein Limit. Die Stadt Thun hat eigens eine Freinacht bewilligt.

In den Strassen klingt das Echo eines Märchens nach: Vor einem Jahr kickten die heutigen Meisterhelden noch in der zweithöchsten Spielklasse. Jetzt sind sie ganz oben angekommen.

Teile der Mannschaft selbst soll sich noch lange in den Lokalen der Innenstadt unter die feiernden Fans gemischt haben.

Ausblick: Die offizielle Feier folgt erst noch

Den «echten» Meisterpokal halten Bürki und Co. übrigens noch nicht in den Händen. Die Übergabe erfolgt erst nach dem letzten Heimspiel am 14. Mai gegen Kantonsrivale YB.

Die grosse offizielle Meisterfeier steigt dann am 15. Mai auf dem Stadthofplatz. Auch für diesen Abend hat die Stadt eine zweite Freinacht bewilligt. Thun ist im Ausnahmezustand – und bleibt es noch eine ganze Weile.

Kommentare

User #5030 (nicht angemeldet)

Für den Schweizer Fussball ein Armutszeichen !

User #3505 (nicht angemeldet)

Darum musste gerber noch einen zusatzkredlt aufnemen. Jetz klar

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