NGO meldet 27 getötete Journalisten seit Jahresbeginn: Israel-Kritik
27 tote Medienschaffende in wenigen Monaten: Laut einer NGO gehen 16 Todesfälle auf Israel zurück. Sie spricht von möglichen Kriegsverbrechen.

Das Wichtigste in Kürze
- Seit Jahresbeginn wurden weltweit 27 Journalistinnen und Journalisten getötet.
- 16 Todesfälle gehen laut Presse Emblème Campagne auf Israel zurück.
- Die NGO kritisiert mögliche gezielte Tötungen und fehlende Konsequenzen.
Seit Anfang des Jahres sind weltweit 27 Journalistinnen und Journalisten getötet worden. Zwei Drittel der Opfer, insgesamt 16 Fälle, gehen laut der NGO Presse Emblème Campagne (PEC) auf die israelischen Behörden zurück. Die Organisation hat ihren Sitz in Genf.
Das teilte die NGO am Freitag mit. Zwei Tage vor dem Internationalen Tag der Pressefreiheit.
Nach den bereits seit 2023 verzeichneten Rekordzahlen infolge mehrerer grosser Konflikte bleibt die Zahl der getöteten Medienschaffenden hoch.

Im Libanon wurden neun Personen getötet, im Gazastreifen sechs, im Iran und in Syrien je eine. Bis auf einen Fall seien alle Opfer durch israelische Schüsse ums Leben gekommen, sagte der PEC-Präsident Blaise Lempen.
«Inakzeptabel»
Er bezeichnete dies als «inakzeptabel». Und sprach in mehreren Fällen von einer «gezielten Absicht», Journalistinnen und Journalisten zu töten, was einem «Kriegsverbrechen» gleichkomme.
Israel rechtfertigt die Todesfälle mit dem Vorwurf, die Betroffenen seien der Hamas oder der Hisbollah zuzurechnen. Solange diese Personen jedoch nicht kämpften, dürften sie nach internationalem Recht nicht gezielt getötet werden, so die NGO.
Die NGO kritisiert zudem die Straflosigkeit für die Verantwortlichen sowie das Ausbleiben einer Reaktion der internationalen Gemeinschaft. Die Organisation fügt hinzu: Neben dem Nahen und Mittleren Osten seien in diesem Jahr auch in sieben weiteren Ländern Medienschaffende ums Leben gekommen.












