Franken

Für Junge beträgt die IV-Rente künftig nur noch 1008 Franken!

Nicolas Eggen
Nicolas Eggen

Bern,

Wegen psychischen Erkrankungen nimmt die Zahl der jungen IV-Bezüger zu. Baume-Schneider plant eine neue Integrationsleistung statt der IV-Rente für die Jungen.

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Der Bundesrat hat Mitte Februar eine Reform beschlossen. Junge Versicherte zwischen 18 und 25 Jahren sollen künftig eine temporäre Integrationsleistung erhalten. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Zahl der jungen IV-Bezüger nimmt wegen psychischen Erkrankungen zu.
  • Junge sollen künftig eine temporäre Integrationsleistung statt einer IV-Rente bekommen.
  • Damit soll bei der Invalidenversicherung Geld eingespart werden.

Die Invalidenversicherung (IV) kämpft mit steigenden Kosten durch mehr Neurenten. Besonders psychische Erkrankungen belasten das System stark. 2024 erhielt bereits jede zweite neue IV-Rente wegen psychischer Probleme ihre Bewilligung, wie der «Blick» schreibt.

Elisabeth Baume-Schneider reagiert auf diese Entwicklung. Sie richtet ihren Blick für die nächste IV-Revision auf die jungen Bezüger.

Bundesrat beschliesst temporäre Integrationsleistung: 1008 Franken im Monat

Der Bundesrat hat im Februar eine Reform beschlossen. Junge Versicherte zwischen 18 und 25 Jahren sollen künftig eine temporäre Integrationsleistung erhalten. Diese ersetzt die unbefristete IV-Rente für bestimmte Fälle.

Die neue Regelung gilt für junge Menschen mit «Eingliederungspotenzial». Das Bundesamt für Sozialversicherungen schätzt laut dem Zeitungsbericht: Rund 1000 der 2800 jungen Neurentner 2024 wären für diese Leistung infrage gekommen.

Die Höhe der neuen Integrationsleistung steht nun fest. Sie soll vier Fünftel einer AHV-Minimalrente betragen, wie aus Dokumenten der verwaltungsinternen Ämterkonsultation hervorgeht. Die Dokumente hat der «Blick» gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz anschauen können: Aktuell würde dies demnach 1008 Franken pro Monat ausmachen.

Eine ganze IV-Rente betrug 2024 im Durchschnitt 1711 Franken. Bei jungen Rentnern waren es rund 1500 Franken. Die neue Integrationsleistung liegt damit deutlich tiefer.

Da diese Summe oft nicht zum Leben reicht, besteht gleichzeitig Anspruch auf Ergänzungsleistungen (EL), wie es im Zeitungsbericht weiter heisst. Bereits heute sind zwei Drittel der jungen Rentenbeziehenden auf EL angewiesen. Die Ergänzungsleistungen decken die Differenz zwischen der Rente und den minimalen Lebenskosten ab.

Die Integrationsleistung ist altersmässig bis 25 begrenzt. Bis dahin sollen Betroffene enger sozial beraten und begleitet werden als heute. Ziel ist laut dem Zeitungsbericht die Stabilisierung der gesundheitlichen Situation und das Aufzeigen von Berufsperspektiven.

Für diese Sozialberatung soll die IV Ausgaben von maximal einer halben AHV-Minimalrente decken müssen. Aktuell wären das bis zu 630 Franken im Monat.

Reform soll Kosten sparen

Das neue Konzept hat auch finanzielle Auswirkungen auf die IV. Durch die tiefere Integrationsleistung können bei den Rentenzahlungen Kosten eingespart werden. Die neue Sozialberatung führt hingegen zu Mehrausgaben.

Kennst du jemanden, der eine IV-Rente bezieht?

Anfänglich rechnen die Verantwortlichen mit Kostenneutralität. Bis 2035 dürften etwa zehn Millionen Franken jährlich eingespart werden. Ab 2039 rechnet man mit etwa 20 Millionen Franken Einsparungen pro Jahr.

Kommentare

User #1515 (nicht angemeldet)

Ruhestand ist auszusehen wie 50, zu denken wie 30 und zu handeln wie 18.

User #4155 (nicht angemeldet)

Wer nicht arbeitet wird mit der Zeit krank. Gerade junge Menschen. Die beste Therapie gegen psychische Leiden ist arbeiten gehen.

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