Frauenstreik

    Frauenstreik: SVP-Gutjahr hat keine Zeit für «reinen Populismus»

    Matthias Bärlocher
    Matthias Bärlocher

    Bern,

    Gegen Gleichstellung ist im Parlament niemand. Dem Frauenstreik stehen einige dennoch kritisch gegenüber.

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    SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr wird nicht streiken. - Nau.ch

    Das Wichtigste in Kürze

    • SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr kann dem Frauenstreik nicht viel abgewinnen.
    • Das sei ein negativ Behaftetes Mittel mit wenig Erfolgsaussichten.
    • Sie will am Sonntag lieber arbeiten als «mit Trillerpfeifen durch Gassen ziehen».

    Ach ja, Frauenstreik ist ja auch noch. Heute zum Beispiel, vor allem aber auch heute vor einem Jahr mit historischem Ausmass: 500'000 Streikende. «Ehrlich gesagt, wenn Sie mir das nicht gesagt hätten, ich hätte nicht gewusst, dass das genau vor einem Jahr war», sagt SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr. «Aber ich bin eh immer noch der Meinung: Streik ist etwas negativ Behaftetes und bringt im Endeffekt nichts.»

    «Streike sicher nicht»

    Gutjahr widerspricht damit denjenigen Parlamentskolleginnen, die aktiv für den Frauenstreik weibeln und auch daran teilnehmen. Sie findet es daneben – und hätte abgesehen davon auch gar keine Zeit. «Ich streike ganz sicher nicht! Aber ich werde auch nicht einfach Sonntag machen.»

    Frauenstreik 2019
    Frauen sind unterwegs an einer Kundgebung zum nationalen Frauenstreik, am Freitag, 14. Juni 2019, in St. Gallen. - Keystone

    Sie sei am Freitag im Betrieb gefragt, weswegen sie erst am Wochenende dann die Parlamentsgeschäfte für die dritte Sessionswoche vorbereite. «Ich habe nächste Woche auch ein dichtgedrängtes Programm, mit Motionen, die ich als Kommissionssprecherin vertrete.» Die Arbeit gehe ihr also nicht aus, und noch einmal: «Ich streike sicher nicht!»

    Frauenstreik ist «reiner Populismus»

    Forderungen vorzubringen sei immer legitim, betont Gutjahr. Doch mit dem Frauenstreik könne man nicht ernsthaft auf solche Themen aufmerksam machen. «Es ist einfach reiner Populismus», konstatiert Gutjahr. «Wenn man wirklich etwas für Gleichstellung machen will, muss sich jede Person, Mann oder Frau, dafür einsetzen.»

    Und zwar im eigenen Umfeld, sagt die Mitinhaberin der Ernst Fischer AG in Romanshorn. «Ich setzte mich im Betrieb dafür ein, dass ich Personen unabhängig vom Geschlecht einstelle. Zudem versuche ich junge Frauen zu motivieren, einen technischen Beruf zu lernen.» Solches sei viel wichtiger als «einfach mit Trillerpfeifen durch die Gassen zu ziehen».

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    Interview mit Diana Gutjahr, Nationalrätin SVP. - Nau.ch

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