Fedpol stellt starke Zunahme der organisierten Kriminalität fest
Die organisierte Kriminalität nutzt die sichere und stabile Schweiz zunehmend als Transit- und Zielland für ihre Geschäfte. Zu diesem Schluss kommt das Bundesamt für Polizei. Viele von den hunderten in der EU beobachteten kriminellen Netzwerken sind auch hier aktiv.

Die Schweiz werde zum Hafen, den kriminelle Netzwerke gezielt anlaufen, um Gewinne zu machen. Dabei sei ihnen jedes Mittel recht, schreibt das Bundesamt für Polizei (Fedpol) in seinem am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht 2025. Das stelle ein Risiko für Wirtschaft, Rechtsstaat und auch für die Demokratie dar.
Zur organisierten Kriminalität gehören Menschenhändler, die ihre Opfer unter anderem in der Sexarbeit ausbeuten; kriminelle Organisationen, die illegale Gelder waschen, indem sie in Immobilien und Luxusgüter investieren; Cyberkriminelle, die gezielt Schweizer Webseiten angreifen und Jugendliche, die über soziale Medien für Straftaten rekrutiert werden.
Gemäss der EU-Polizeibehörde Europol sind über 800 kriminelle Netzwerke europaweit aktiv. Dazu gehören laut dem Fedpol italienische Mafia-Gruppierungen, die albanische Organisierte Kriminalität, nigerianische Bruderschaften, türkische kriminelle Netzwerke sowie die in den Niederlanden ansässige Mocro-Mafia.
Sie alle seien auf einzelne Felder spezialisiert, etwa Betäubungsmittelhandel, Menschenhandel oder illegales Glücksspiel. Gleichzeitig arbeiteten sie als sogenannte Partner in Crime zusammen, stärkten einander und nutzten gemeinsame Infrastrukturen zu ihrer Bereicherung.
Neben der organisierten Kriminalität beschäftigte die Terrorismusgefahr das Bundesamt für Polizei. So wurden im vergangenen Jahr vier Mal mehr Einreiseverbote ausgesprochen als noch 2024. Und auch als diplomatische Drehscheibe war die Schweiz zunehmend gefordert. So schützte das Fedpol mit seinen Partnerbehörden 1305 völkerrechtlich geschützte Personen.
Zentral für eine wirksame Kriminalitätsbekämpfung ist aus Sicht des Fedpol die nationale und internationale Zusammenarbeit. Tausende Fahndungstreffer im Schengener Informationssystem, mehrere hundert Einreiseverbote sowie über 20'000 Verdachtsmeldungen im Zusammenhang mit Geldwäscherei, Terrorismusfinanzierung und Geldern krimineller Herkunft würden dies belegen, heisst es im Jahresbericht.










