Mathe-Wunderkind Janisch baut Fanshop auf: «In Rente gehe ich kaum»
Maximilian Janisch verkauft Shirts mit seinem Gesicht. Reich wird das Mathe-Wunderkind damit bisher nicht. Erst wenige T-Shirts gingen weg.

Das Wichtigste in Kürze
- Mathe-Wunderkind Maximilian Janisch hat einen Fan-Shop gestartet.
- Bisher verkaufte er laut eigener Aussage erst zwei Shirts.
- Marketing-Experte Felix Murbach sieht dennoch Potenzial.
Maximilian Janisch ist kein gewöhnlicher 22-Jähriger. Mit neun Jahren bestand er die Mathematik-Matura, mit 21 reichte er seine Doktorarbeit an der Universität Zürich ein.
Heute erreicht er auch online ein grosses Publikum. Auf Instagram folgen ihm rund 66'000 Menschen. Auf TikTok wurde Janisch mit einem alten SRF-Ausschnitt zum Meme.
Nun baut er an einer Personenmarke mit einem eigenen Fanshop.
Die Idee dahinter ist selbstironisch: Janisch verkauft T-Shirts, die auf viralen Memes über ihn basieren. Der «Bestseller» heisst «Dr. Cache Cache Trappe Trappe».
Meme wird Fanartikel
Die Vorlage dafür stammt aus dem Jahr 2023. Damals ging ein Ausschnitt aus dem SRF-«Reporter»-Film «Maximilians Welt» viral.
Der Film selbst erschien bereits 2015. Auf Tiktok bekam die Szene Jahre später ein zweites Leben.
00:00 / 00:00
Zu sehen ist der elfjährige Maximilian. Er erklärt, in Frankreich habe er mit den Nachbarskindern «Cache-cache, trappe-trappe und Trampolin» gespielt. Der Satz wurde zum Meme, Janisch zum unfreiwilligen Internetstar.
Statt den Hype auszusitzen, machte er ihn zur Marke. Auf TikTok bezeichnet er sich seither selbst als «Doktor cache-cache, trappe-trappe». Sein Fanshop greift genau diesen Moment auf.
Zwei T-Shirts verkauft, eines an einen Freund
Janisch hat den Shop bewusst schlank gehalten, er produziert nichts auf Vorrat. «Ich dachte, das wäre eine lustige Idee, einige Artikel mit meinem Gesicht darauf anzubieten», schreibt er auf Nau.ch-Anfrage.
Einzelne Artikel sind im Shop bereits als ausverkauft markiert.
Die tatsächliche Nachfrage ordnet Janisch gegenüber Nau.ch selbstironisch ein: «Bis jetzt habe ich nur zwei Shirts verkauft, eins davon an einen Freund.»
Reich wird er damit vorerst nicht. «In Rente gehen werde ich mit diesen Verkäufen aber wohl kaum können.»
Marketing-Experte: Community wichtiger als Reichweite
Kann ein Mathematik-Wunderkind überhaupt eine tragfähige Marke aufbauen?
Marketing-Experte Felix Murbach aus Schaffhausen sagt auf Anfrage von Nau.ch: «Ja natürlich, aber nicht wegen Mathematik allein. Sondern wegen Persönlichkeit, Wiedererkennung und Storytelling.»

Auch Janischs Reichweite hält er grundsätzlich für ausreichend. Entscheidend sei heute weniger die reine Zahl der Follower als die emotionale Verbindung zur Community.
«Viele grosse Accounts verkaufen kaum Produkte. Andere mit kleinerer Reichweite funktionieren hervorragend, weil die Community mit der Person mitgeht.»
Fanartikel als Markenstrategie
Grosse Umsätze erwartet Murbach nicht. Das greife aber zu kurz: «Solche Fanartikel dienen nicht nur dem Umsatz. Sie stärken gleichzeitig die Personenmarke, erzeugen Sichtbarkeit und verlängern die digitale Aufmerksamkeit rund um die Person.»
Auch bei der Zielgruppe sieht Murbach weniger klassische Mathematikfans. Eher gehe es um Meme-Community, Internetkultur und Menschen, die Teil eines digitalen Moments sein wollten.
Janisch selbst absolviert derzeit ein Praktikum bei einem Finanzdienstleister in London. Ob aus dem Fanshop mehr wird als ein selbstironischer Nebenversuch, dürfte auch davon abhängen, wie stark er ihn künftig bewirbt.











