Bern reformiert die Quartiermitwirkung

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Die Stadt Bern will die Quartiermitwirkung stärken und breiter abstützen. Ein neues Umsetzungskonzept geht nun in die öffentliche Vernehmlassung.

Altstadt Bern Münster
Blick auf die Altstadt Bern und das Münster. - Keystone

Wie die Stadt Bern berichtet, ist das Ziel des Reformprojekts Quartiermitwirkung es, die Aufgaben, Strukturen und Abläufe der Quartierorganisationen (QO) – den Bindegliedern zwischen der Stadt und der Quartierbevölkerung – zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Besonderes Augenmerk gilt der Frage, wie künftig mehr und bisher untervertretene Bevölkerungsgruppen für die Quartiermitwirkung erreicht werden können.

Das vorliegende Umsetzungskonzept schlägt basierend auf einer umfassenden Evaluation Handlungsfelder und Massnahmen zur Umsetzung des Projekts vor. Es wurde von einem Projektteam aus Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverwaltung und aller fünf Quartierorganisationen erarbeitet.

Quartierorganisationen als Bindeglied zwischen Stadt und Bevölkerung

In der Stadt Bern sind fünf Quartierorganisationen das Bindeglied zwischen der Stadtverwaltung und der Quartierbevölkerung. Sie informieren über städtische Vorhaben, nehmen Anliegen aus den Quartieren auf und vertreten diese in städtischen Vernehmlassungen und Planungsprozessen.

Als Dachorganisationen bündeln sie die Stimmen von Vereinen, Quartiergruppen und Parteien aus ihrem Stadtteil. Die Stadt Bern unterstützt die Quartierorganisationen finanziell, weil eine funktionierende Quartiermitwirkung die Qualität städtischer Entscheide verbessert, die Akzeptanz von Planungsvorhaben erhöht und das zivilgesellschaftliche Engagement im Quartier stärkt.

Vier Handlungsfelder

Das Umsetzungskonzept gliedert sich in vier Handlungsfelder: Kommunikation und Sichtbarkeit, Organisationsstruktur und Prozesse, Digitalisierung sowie Professionalisierung und nachhaltige Finanzierung.

Konkret vorgesehen sind unter anderem ein Netzwerk-Mapping zur Erfassung von Anspruchsgruppen in den Stadtteilen, eine einheitlichere Bezeichnung der Quartierorganisationen, gemeinsame Kommunikationsmassnahmen sowie eine digitale Übersichts- und Partizipationsplattform.

Einige Massnahmen können sofort umgesetzt werden; andere – namentlich die allfällige Umbenennung der Quartierorganisationen in «Stadtteilorganisationen» und die Anpassung ihrer Finanzierung – erfordern eine Revision der Gemeindeordnung und des Reglements über die politischen Rechte und werden voraussichtlich 2028 der Stimmbevölkerung zur Abstimmung vorgelegt.

Öffentliche Vernehmlassung mit digitalem Partizipationstool

Für die Vernehmlassung wird ein digitales Partizipationstool als erste Pilotmassnahme eingesetzt. Nach Abschluss der Mitwirkung Ende August 2026 wird das Umsetzungskonzept überarbeitet und dem Gemeinderat Ende 2026 zur definitiven Genehmigung vorgelegt.

Die Umsetzung der einzelnen Massnahmen soll anschliessend gestaffelt bis 2028 und darüber hinaus erfolgen.

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