Nach Fedpol-Fall: Mafia-Jägerin geht von weiteren «Maulwürfen» aus
Ein Mitarbeiter des Fedpol wurde festgenommen, weil er offenbar vertrauliche Informationen gegen Bezahlung weitergegeben hatte. Er ist wohl kein Einzelfall.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Fedpol-Mitarbeiter soll vertrauliche Informationen gegen Geld weitergegeben haben.
- Er wurde bei einem Verfahren wegen Drogenhandel verhaftet.
- Eine ehemalige Mafia-Jägerin vermutet, dass es in der Schweiz weitere ähnliche Fälle gibt.
Am vergangenen Dienstag meldete sich Eva Wildi-Cortés, Direktorin des Bundesamtes für Polizei (Fedpol), mit einer schockierenden Video-Botschaft: «Bei einer Intervention in einem Verfahren gegen organisierte Kriminalität ist heute eine Person verhaftet worden, die beim Bundessicherheitsdienst tätig ist.»
Der «Maulwurf» soll gegen Entgelt einer im Drogenhandel aktiven Mafia-Gruppierung vertrauliche Informationen weitergegeben haben.
Gegenüber SRF spricht Rosa Maria Cappa nun von Hinweisen auf weitere solche Fälle.
Rosa Maria Cappa war als Staatsanwältin des Bundes für zahlreiche Mafia-Fälle zuständig. Die Anwältin warnt schon länger vor der Ausbreitung von Gruppierungen der Mafia in der Schweiz. «Ich gehe davon aus, dass es noch weitere ‹Maulwürfe› zu entdecken gibt», so Cappa.
Es gebe relativ konkrete Hinweise darauf, dass Mafia-Gruppierungen Schweizer Institutionen wie die Polizei infiltrieren. «Es gab bereits Fälle in Genf und im Wallis. Dort liess sich ein Polizist von kosovarischen Drogenhändlern bestechen», sagt die Anwältin.
Beim Fedpol wurden bereits Polizisten verwarnt
Auch beim Fedpol seien bereits Polizisten verwarnt worden, weil sie Beziehungen zu Drogenhändlern hatten. Mafia-Gruppen würden gezielt nach Personen mit Schwachstellen suchen. Der Polizist aus dem Fall im Wallis hatte laut Cappa beispielsweise Spielschulden.
Gemäss Cappa könne man die Polizei mit besserer Ausbildung schützen. Zudem helfe es, regelmässig über die Mafia und deren Methoden zu sprechen.
Nicht nur Mafia ist in der Schweiz tätig
Wie der Zürcher Kriminologe Dirk Baier in diesem Zusammenhang gegenüber Nau.ch erklärte, ist jedoch nicht nur die Mafia in der Schweiz tätig. Es gebe auch kriminelle Gruppen aus dem Balkan oder aus Osteuropa. Aber auch solche, die eher in Frankreich und anderen europäischen Ländern, teilweise gar Asien, beheimatet seien.


















