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    Fedpol-Chefin für ein Melderecht bei der Mafia-Verfolgung

    Keystone-SDA
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    Bern,

    Die Fedpol-Chefin geht davon aus, dass die Mafia versuche, die Behörden zu infiltrieren. Sie fordert, dass zivile Behörden ihr Amt von sich aus informieren.

    Nicoletta della Valle
    Nicoletta della Valle, Direktorin im Bundesamt für Polizei (Fedpol). (Archivbild) - sda - KEYSTONE/PETER SCHNEIDER

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Fedpol-Chefin fordert, dass Zivilbehörden ihr Amt über Mafia-Aktivitäten informieren.
    • Aktuell erhält das Fedpol nur auf Anfrage hin Auskunft, so Nicoletta della Valle.
    • Die Mafia nutze die Schweiz vor allem für die Beschaffung von Waffen.

    Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) erhält bei der Bekämpfung der Mafia zwar auf konkrete Anfrage hin Auskunft. Das Fedpol ist jedoch laut deren Direktorin, Nicoletta della Valle, darauf angewiesen, dass die zivilen Behörden von sich aus informieren.

    «Es wäre sinnvoll, ein ausdrückliches Melderecht zu schaffen», sagte della Valle in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung». So aber fehle oft das Bewusstsein dafür, wie sehr das Fedpol auf Informationen angewiesen sei.

    Ndrangheta
    Anschlag der 'Ndrangheta in Kalabrien: Auch in der Schweiz hat sich die Mafia etabliert. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/EPA/FRANCESCO ARENA

    Auf die Frage, welche Rolle die Mafia in der Schweiz spiele, sagte die Fedpol-Direktorin, die Mafia beschaffe sich hierzulande Waffen und liefere sie nach Italien. Die Schweiz habe das Waffengesetz mit dem Beitritt zu Schengen zwar verschärft. Doch die Eidgenossenschaft verfüge noch immer nicht über ein zentrales Waffenregister.

    Das erschwere die Übersicht. Man müsse allerdings sehen, dass ein grosser Teil der Waffen illegal beschafft werde, wo ein solches Register nicht viel ändern würde. Es sei ferner davon auszugehen, dass die italienische Mafia versuche, die Schweizer Behörden zu infiltrieren. Hier stehe das Fedpol vor ganz neuen Herausforderungen.

    Die Zahl der Mafia-Mitglieder in der Schweiz schätzt della Valle auf eine tiefe bis mittlere dreistellige Zahl von Personen, die der italienischen organisierten Kriminalität angehörten. Bei diesen Schätzungen handle es sich jedoch um eine Momentaufnahme.

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