An der Delegiertenversammlung der FDP in Andermatt UR kamen auch Karin Keller-Sutter und Ignazio Cassis zu Wort.
Die beiden Vertreter der FDP im Bundesrat: Karin Keller-Sutter und Ignazio Cassis. - keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • An der DV in Andermatt UR sprachen auch Bundesräte Karin Keller-Sutter und Ignazio Cassis.
  • Sie zeigten Verständnis für die Müdigkeit im Volk wegen mehrerer Krisen.
  • Eine «Spaltung der Gesellschaft» nehmen sie aber nicht wahr.

Die FDP-Mitglieder im Bundesrat, Karin Keller-Sutter und Ignazio Cassis haben sich in Andermatt UR zu den anhaltenden Krisen geäussert. Sie zeigten an der Delegiertenversammlung der FDP Verständnis für die Müdigkeit im Volk und relativierten gleichzeitig Kritik an der Regierung.

Bundespräsident Cassis sagte in einem Gespräch mit seiner Amtskollegin, der Bundesrat müsse in letzter Zeit mehrere Krisen parallel meistern. In der Bevölkerung nehme er wegen Pandemie und dem unmittelbar folgenden Ukraine-Krieg eine «sehr grosse Müdigkeit» wahr.

Keine Spaltung der Gesellschaft

Eine Spaltung der Gesellschaft wegen Corona habe es in ihren Augen aber nicht gegeben, vielleicht «einige Risse», sagte Keller Sutter. Dass sich dadurch die persönliche Bedrohungslage erhöht habe, sei allerdings nicht zu akzeptieren. Man müsse frei sein in seiner Meinungsäusserung.

Karin Keller-Sutter
Karin Keller-Sutter an der Delegiertenversammlung der FDP. - keystone

Im Bundesrat wünsche sie sich mitunter eine «stärkere Streitkultur». Cassis sprach derweil von einer «friedvollen Streitkultur», die bei den Regierungssitzungen herrschten. «Wir lassen die Waffen draussen», sagte er. Sogar die Smartphones kämen nicht ins Sitzungszimmer.

Bundesrat sei krisentauglich

Der Bundesrat sei krisentauglich. Trotz «brutaler Kritik» der Medien würden 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung der Regierung vertrauen. Dies sei ein Spitzenwert und diesem Kapital müsse man Sorge tragen.

Keller-Sutter ergänzte, Bashing des Bundesrats sei derzeit in Mode. Sie sprach von einem «Volkssport in der Schweiz».

Cassis versicherte an der Versammlung der FDP: «Wir können auch über uns selber lachen», etwa auf der Bundesrats-«Schulreise». Wohin es dieses Jahr geht, verriet Cassis noch nicht.

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