ETH-Professor widerlegt SVP-Positionspapier

    Elisa Jeanneret
    Elisa Jeanneret

    Bern,

    Die SVP hat ein neues Klimapapier präsentiert. ETH-Professor Reto Knutti macht den Faktencheck – und findet einige Fehler.

    Reto Knutti
    ETH-Professor und Klimatologe Reto Knutti kritisiert das Vorgehen von SRF auf LinkedIn. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die SVP will kein revidiertes CO2-Gesetz, weil es zu viel koste und unnötig sei.
    • Klimawissenschafter Reto Knutti kritisiert einige Fehler am Klimapapier.

    Die SVP unterstützt das Referendum gegen das CO2-Gesetz, das diese Herbstsession vom Parlament verabschiedet wurde. Dazu veröffentlichte die Partei ein Positionspapier zur Umwelt- und Energiepolitik. Das Fazit: Die Schweiz stehe im internationalen Vergleich gut da, das Gesetz sei unnütz.

    Imark SVP
    SVP-Fraktionschef Christian Imark (SO) setzte sich während der Herbstsession 2020 gegen das CO2-Gesetz ein. - Keystone

    ETH-Professor und Klimatologe Reto Knutti hat auf Twitter den Faktencheck durchgeführt. Er spricht von «irreführenden Zahlen» und zum Teil sogar «falschen Interpretationen». Hier zwei der wichtigsten Erkenntnisse.

    Markante Senkung des CO2-Ausstosses?

    Im Zentrum der SVP-Argumentation: Der CO2-Ausstoss sinke seit über 10 Jahren «markant und kontinuierlich». Eingriffe in Umwelt- und Energiepolitik seien darum unnötig, da das Ziel der Halbierung der Treibhausgase bis 2030 stattfinden könne.

    00:00 / 00:00

    SVP-Nationalrat Christian Imark zur Position der SVP in der Klimapolitik. - Nau.ch

    Gemäss Knutti ist diese Annahme falsch. Ziel bis 2020 war es, die Emissionen um 20 Prozent zu senken. Gemäss dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) wird dieses Ziel voraussichtlich nicht erreicht. Der ETH-Forscher fügt hinzu, dass «saubere Analysen» die Massnahmen der Schweiz als «ungenügend» einstuften.

    Kosten gegen Nutzen

    Weiter behauptet die SVP, das CO2-Gesetz koste viel. Zudem seien die Kosten im Vergleich zum Nutzen zu hoch. Die Volkspartei schreibt, dass die Lenkungswirkung einer CO2-Abgabe «gegen null» tendiere. Dabei wird eine Studie von Ecoplan zitiert, die die Wirkungsabschätzung einer solchen Abgabe untersucht.

    Nur: Die Studie kommt sehr wohl zum Schluss, dass CO2-Abgaben Wirkung zeigen. Sogar «eine deutlich höhere Wirkung als andere Instrumente».

    Abstimmungsresultat co2-gesetz
    Das grafische Abstimmungsresultat zum CO2-Gesetz: Der rechte Flügel des Nationalrats ist durchwegs rot markiert mit einer Ausnahme. - twitter.com/jonpult

    Zudem zeigten ökonomische Modellrechnungen, dass die Kosten eines «ungebremsten» Klimawandels höher seien als diejenigen der aktuellen Pariser Klimaziele. «Man muss Kosten immer gegen Nutzen – Innovation, Arbeitsplätze, verhinderte Schäden – abwägen», schreibt Knutti.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Klimastreik CO2-Gesetz
    43 Interaktionen
    Klimaaktivisten & SVP
    gletscher umwelt
    70 Interaktionen
    Auswertung enthüllt
    ETH Knutti Klimawandel Klimakonferenz
    67 Interaktionen
    Nach Gipfel-Fiasko

    MEHR CO2-GESETZ

    Ladestationen für E-Autos
    55 Interaktionen
    Revidiertes CO2-Gesetz
    4 Interaktionen
    E-Auto-Ladestationen
    Bundesrat
    1 Interaktionen
    Frühjahrssession
    Netto-Null-Ziel
    39 Interaktionen
    Details umstritten

    MEHR AUS STADT BERN

    107 Interaktionen
    Bern
    Rente
    16 Interaktionen
    Vorsorge
    SCL Tigers
    2 Interaktionen
    SCB unterliegt Ajoie
    YB Frauen
    4 Interaktionen
    Cup-Derby