Befürworter sehen längst überfällige Vereinfachung des Steuersystems

    Tilda Pfau
    Tilda Pfau

    Bern,

    Am 28. September 2025 entscheiden Volk und Stände über eine Verfassungsänderung zu Zweitliegenschaften.

    Pressekonferenz Eigenmietwert
    Gregor Rutz, Nationalrat SVP-ZH, Martin Bäumle, Nationalrat GLP-ZH, und die Berner Stadträtin Simone Richner, FDP, nach einer Medienkonferenz des überparteilichen Ja-Komitees zur Abstimmung über die Abschaffung des Eigenmietwerts. - Keystone

    Eine breite Allianz aus Parlament, Wirtschaft und Hauseigentümern unterstützt die Reform als wichtigen Schritt zur Modernisierung der Schweizer Steuerlandschaft.

    Im Nationalrat stimmten 123 Abgeordnete für die Reform, 57 dagegen bei 14 Enthaltungen. Im Ständerat war das Resultat 25 Ja zu 15 Nein bei 4 Enthaltungen. Die Befürworter stammen primär aus bürgerlichen Parteien, die seit langem eine Abschaffung des Eigenmietwerts fordern.

    Viele Befürworter aus der Wirtschaft

    Wirtschaftsverbände begrüssen die Reform, da sie Verschuldungsanreize reduziert und die Finanzstabilität stärkt. Die hohe Hypothekarverschuldung von fast 1000 Milliarden Franken stelle ein systemisches Risiko dar.

    Daniela Schneeberger
    Daniela Schneeberger, Nationalrätin FDP-BL, gibt ein Interview nach einer Medienkonferenz des überparteilichen Ja-Komitees zur Abstimmung über die Abschaffung des Eigenmietwerts. - Keystone

    Durch die Begrenzung des Schuldzinsenabzugs würden Haushalte motiviert, Schulden schneller zu tilgen. Dies würde sowohl private Haushalte als auch Banken krisenresistenter machen.

    Auch Hauseigentümer und Kantone überzeugt

    Hauseigentümer unterstützen die Reform, da sie das komplexe System vereinfacht. Heute müssen sie aufwendige Belege für Unterhaltskosten sammeln und den fiktiven Eigenmietwert berechnen lassen.

    Die Abschaffung eliminiere bürokratische Hürden und schaffe Klarheit. Besonders Pensionierte, die oft nur geringe Schuldzinsen abziehen können, aber voll den Eigenmietwert versteuern müssen, würden entlastet.

    maggiore fdp
    Für Tourismuskantone wie das Tessin sollen durch die Vorlage Vorteile entstehen (Archiv). - Keystone

    Kantone begrüssen die flexible Ausgestaltung der Zweitliegenschaftssteuer. Diese ermögliche es insbesondere Tourismuskantonen wie Graubünden, Wallis und Tessin, bei Bedarf Kompensationen zu schaffen, ohne anderen Kantonen Vorschriften zu machen.

    Steuerliche Hindernisse beseitigen

    Befürworter argumentieren, das 1947 eingeführte System der Eigenmietwertbesteuerung sei antiquiert.

    Nur 36 Prozent der Schweizer leben in Wohneigentum – eine der niedrigsten Quoten Europas. Die Reform beseitige steuerliche Hindernisse und modernisiere die Schweiz für das 21. Jahrhundert.

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