Ausländische Frauen schlagen mehr zu als Schweizer Männer

    Sina Barnert
    Sina Barnert

    Bern,

    Schweizer Männer schlagen zuhause weniger oft zu als ausländische Frauen. Für die SVP ist häusliche Gewalt in der Schweiz deshalb ein «Migrationsproblem».

    SVP häusliche Gewalt Migration
    Sieht in der häuslichen Gewalt auch ein «Migrationsproblem»: Pascal Schmid, Thurgauer Nationalrat der SVP. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • 21'000 Fälle von häuslicher Gewalt gab es 2024 in der Schweiz.
    • Eine Statistik zeigt aber: Ausländische Frauen sind gewalttätiger als Schweizer Männer.
    • Für die SVP ist häusliche Gewalt deshalb ein «Migrationsproblem».

    Häusliche Gewalt wird in der Schweiz mehr und mehr zum Problem.

    Unter häusliche Gewalt fallen viele verschiedene Straftaten. Von Misshandlungen und Schlägen über Drohung und Stalking. Aber auch sexuelle Übergriffe, Vergewaltigungen und Tötungsdelikte gehören dazu.

    2024 verzeichnete die polizeiliche Kriminalstatistik über 21'000 Fälle. Das entspricht einer Zunahme von rund sechs Prozent im Vergleich zu 2023.

    Häusliche Gewalt ist laut der SVP ein «Migrationsproblem»

    Aus diesem Grund forderten linke Parteien im Parlament mehr Geld für den Opferschutz. Und mobilisierten eine halbe Million Menschen, um Druck auf die Räte zu machen.

    Mit Erfolg – und gegen die Stimmen der SVP. Diese moniert, man verschliesse beim Thema häusliche Gewalt die Augen vor der Ausländerkriminalität.

    Aus diesem Grund hat der Thurgauer Nationalrat und SVP-Asylchef Pascal Schmid eine Aufschlüsselung der Zahlen nach Schweizern und Ausländern verlangt. Diese zeigen: Ausländische Frauen sind zuhause gewalttätiger als Schweizer Männer.

    Daraus folgert die SVP laut «Blick»: «Häusliche Gewalt ist nicht einfach ein reines Männerproblem. Sondern vor allem ein Migrationsproblem.»

    «Der Zuwanderung aus Steinzeitkulturen müssen wir einen Riegel schieben»

    Man müsse den Hebel bei der Migration ansetzen, «anstatt Schweizer Männer unter Generalverdacht zu stellen», so Schmid.

    Denn: «Der Zuwanderung aus Steinzeitkulturen, die einen völlig anderen Umgang mit Frauen haben, müssen wir einen Riegel schieben.»

    Sollten solche Anti-Gewalt-Kampagnen mehrsprachig sein?

    Die SVP fordert, dass künftig alle «Offizialdelikte im häuslichen Bereich» zur Ausschaffung führen. «Wir müssen härter gegen Täter durchgreifen», erklärt Nationalrat Schmid dazu.

    Kampf gegen häusliche Gewalt, «egal woher sie kommt»

    Ein Vorschlag, der die SP nicht begeistern kann. Gegenüber der Zeitung erklärt Nationalrätin Tamara Funiciello: «Die SVP schiebt einmal mehr die Verantwortung auf eine Gruppe ab anstatt eigene Rollenbilder zu überdenken.»

    Tamara Funiciello
    SP-Nationalrätin Tamara Funiciello hat keine Freude am Vorschlag der SVP. - keystone

    Es sei angezeigt, «gesamtgesellschaftliche Lösungen zu suchen». Denn die Ursachen häuslicher Gewalt seien komplex.

    «Gewalt ist mehrdimensional», erklärt Funiciello. Und fordert: «Wir müssen sie auf allen Ebenen bekämpfen – jetzt und egal, woher sie kommt.»

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