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Auch Ständerat sagt Ja: Parlament lockert Waffenexportregeln

Schweizer Rüstungsbetriebe sollen beim Export ihrer Güter weniger strenge Regeln befolgen müssen. Nach dem Nationalrat hat heute auch der Ständerat ja gesagt.

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Der Raum des Ständerats im Bundeshaus. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Schweizer Rüstungsbetriebe sollen beim Export weniger strenge Regeln befolgen müssen.
  • Nach dem Nationalrat sagt auch der Ständerat ja zur «Lex Rüstungsindustrie».
  • Das letzte Wort dürfte das Volk haben.
  • Die Linke ist empört und will das Referendum gegen die Lockerungen ergreifen.

Schweizer Rüstungsbetriebe sollen beim Export ihrer Güter weniger strenge Regeln befolgen müssen. Das will das Parlament. Der Ständerat hat die von Pro- und Kontra-Seite bezeichnete «Lex Rüstungsindustrie» bereinigt. Nächstes Jahr dürfte das Volk darüber entscheiden.

Die kleine Kammer folgte am Donnerstag in allen Punkten dem Nationalrat. Die Vorlage ist damit bereit für die Schlussabstimmungen zum Ende der Wintersession.

Bundesrat soll Vetorecht erhalten

Gemäss der von einer bürgerlichen Mehrheit gezimmerten Vorlage sollen Schweizer Rüstungsbetriebe künftig auch Kriegsmaterial an 25 westliche Länder liefern können, die sich in einem bewaffneten Konflikt befinden.

waffenexporte
Das Parlament möchte die Bedingungen der Schweizer Rüstungsindustrie für den Export ins Ausland verbessern. Über die Lockerungen des Kriegsmaterialgesetzes dürfte das Volk entscheiden. (Themenbild) - keystone

Auch die Weitergabe von Waffen soll grundsätzlich möglich sein. Der Bundesrat soll ein Vetorecht erhalten – zum Beispiel, wenn er die Neutralität oder die aussen- und sicherheitspolitischen Interessen der Schweiz gefährdet sieht.

Sollte die Schweiz das Kriegsmaterialgesetz lockern, um Waffenexporte auch in Kriegsgebiete zu erlauben?

Die Befürwortenden führten als Hauptgrund für die geplanten Lockerungen sicherheitspolitische Überlegungen ins Feld. Die Linke ist empört und will das Referendum gegen die Lockerungen ergreifen.

Kommentare

User #3392 (nicht angemeldet)

Grundlegend stellt sich die Frage, wie krank ganze Gesellschaftssysteme, inkl. ihrer massgeblichen Organe und/oder im besonderen deren politische Führung eigentlich sein müssen, wenn sie noch immer dafür geehrt und gefeiert werden, dass sie Rüstungsausgaben rechtfertigen und sukzessiv erhöhen. Der Mensch ist offensichtlich eben nun mal geistig und spirituell noch nicht reif und geläutert genug, um die Einsicht zu gewinnen, dass mit Aufrüstung und kriegerischem Säbelrasseln die wirklich wichtigen human- und sozialrelevanten Baustellen auf diesem Planeten nicht gelöst werden können. Aufrüstung und waffentechnische Megapräsentationen heizen die Spirale der Gewalt nur weiter an.

User #2632 (nicht angemeldet)

Die Schweiz muss so stark in der Verteidigung werden wie die EU-Mitglieder. Dafür benötigt sie eine eigene Waffenindustrie, die auch Waffen weltweit in Demokratien liefern und einkaufen darf.

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