Bundesrat

    Alt Bundesrat Leuenberger kritisiert SP für reines Frauenticket

    Keystone-SDA
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    Bern,

    15 Jahre lang sass Moritz Leuenberger für die SP im Bundesrat. Nun kritisiert er das reine Frauenticket für die Nachfolge von Simonetta Sommaruga.

    Moritz Leuenberger
    Moritz Leuenberger im Medienzentrum des Bundesrates. (Archivbild) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Moritz Leuenberger ist mit dem potenziell reinen Frauenticket der SP nicht zufrieden.
    • Frauen wollten doch nicht einfach gewählt werden, weil sie eine Frau sind, sagt er.
    • Keine Männer als Kandidaten zuzulassen, wirke undemokratisch, so der Alt Bundesrat.

    Die SP-Parteileitung hat Kommunikationsfehler gemacht bei der Lancierung eines reinen Frauentickets für die Bundesratswahl Anfang Dezember. Das ist die Meinung von alt Bundesrat Moritz Leuenberger, Zürcher Mitglied der Landesregierung von 1995 bis 2010.

    Frauen wollten doch nicht einfach deswegen gewählt werden, weil sie eine Frau sind, sagte Leuenberger in der Sendung «Tagesgespräch» des Deutschschweizer Radios SRF vom Mittwochmittag.

    Simonetta Sommaruga SP
    Die SP-Spitze mit dem Co-Präsidium Cédric Wermuth (AG) und Mattea Meyer (ZH) sowie Fraktionschef Roger Nordmann (VD) am Point de Presse zur Nachfolge von Simonetta Sommaruga. - Nau.ch

    Die Entscheidung der SP-Parteileitung, keine Männer als Kandidaten zuzulassen, wirke undemokratisch und von oben herab beschlossen. Es sei «zu rigide» dahergekommen – wie ein Diktat.

    Aber das sei das Ergebnis einer Art «Twitterisierung» der Kommunikation: Alles müsse so schnell wie möglich an die Öffentlichkeit. Es hätte zuerst einen Denkprozess innerhalb der Partei geben müssen, kritisierte Leuenberger.

    Leuenberger: «Frau sollte auf Sommaruga folgen»

    Dennoch sei klar, dass eine Frau die Nachfolge von Bundesrätin Simonetta Sommaruga antreten solle. Die Frage sei aber eben, wie man das vermittle. Kommunikation könne immer schiefgehen.

    Swisscom Verwaltungsrat
    Simonetta Sommaruga tritt nach zwölf Jahren als Bundesrätin zurück. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/PETER SCHNEIDER

    Für den Bundesrat kandidieren soll aus Sicht von Leuenberger jede und jeder dürfen – auch Männer wie der Zürcher SP-Ständerat Daniel Jositsch. Und es sei dessen Recht, eine Diskussion über Diskriminierung anzustossen.

    Stimmen Sie Moritz Leuenberger zu?

    Der Freitag dieser Woche ist vorentscheidend für die Bundesratswahl: Die SVP bestimmt ihr definitives Ticket, die Auswahl ihrer Kandidierenden, und die SP legt die Kriterien für ihr Ticket fest. Dabei könnte es zu einem Ausschluss von männlichen Kandidierenden kommen.

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