13. AHV-Rente: Stiftung fordert reiche Rentner zum Spenden auf
Im Dezember wird erstmals die 13. AHV-Rente ausbezahlt. Wer das Geld nicht benötigt, kann es künftig über eine neue Stiftung für Menschen in Not spenden.

Das Wichtigste in Kürze
- Die «Fondation Chance 13» sammelt Spenden von Rentnerinnen und Rentnern, die nicht auf die 13. AHV-Rente angewiesen sind.
- Das Geld soll über Pro Senectute und Pro Juventute älteren Menschen in Not sowie Kindern und Jugendlichen zugutekommen.
- Die Gründer rechnen in den ersten Jahren mit Spenden von ein bis zwei Millionen Franken.
Im Dezember 2026 erhalten alle Rentnerinnen und Rentner in der Schweiz zum ersten Mal eine 13. AHV-Rente. Diese dürfte sich im Durchschnitt auf rund 1580 Franken belaufen. Grosse Unterschiede bestehen jedoch zwischen Renten im In- und Ausland sowie je nach Zivilstand der Bezügerinnen und Bezüger.
Das Geld landet automatisch auf dem Konto. Doch nicht alle sind darauf angewiesen. Und genau hier setzt eine neu gegründete Stiftung an.
Die «Fondation Chance 13» richtet sich an Seniorinnen und Senioren, die finanziell gut aufgestellt sind. Sie sollen den Betrag freiwillig spenden, anstatt ihn zu behalten. Darüber berichtete die SRF-«Tagesschau».
Pro Senectute und Pro Juventute als erste Partner
Hinter der Stiftung stehen Jörg Odermatt, Unternehmer und Vorsorgeexperte aus Luzern, und Bankier Karl Reichmuth. Beide haben je 150'000 Franken aus ihrem eigenen Vermögen eingebracht.
Die Stiftung soll das gespendete Geld sammeln und es dann weiterleiten. Erste Partner sind die Hilfswerke Pro Senectute und Pro Juventute, wie die Gründer gegenüber dem Sender verraten.
Pro Senectute unterstützt damit ältere Menschen in Notlagen unbürokratisch. Pro Juventute wiederum fördert Projekte für Kinder und Jugendliche, etwa im Bereich Bildung.
Für die ersten Jahre rechnen die Gründer mit Spendeneinnahmen zwischen einer und zwei Millionen Franken. Wie viele Personen letztlich spenden werden, ist noch offen.
Odermatt schätzt, dass rund 25 Prozent aller Rentnerinnen und Rentner auf die zusätzliche Rente verzichten könnten. Er setzt auf eine Art Kettenreaktion unter Gleichgesinnten. «Wir hoffen auf den Dominoeffekt», sagt er.
Die Gründer betonen: Viele Rentnerinnen und Rentner brauchen die 13. AHV-Rente dringend. Die Stiftung wolle aber niemanden unter Druck setzen.
Ob das Modell aufgeht, wird sich zeigen. Die «Fondation Chance 13» steht noch ganz am Anfang. Die Stiftung ist erst seit Kurzem im Handelsregister eingetragen. Erste Zahlen über eingehende Spenden dürften erst nach der Auszahlung im Dezember vorliegen.
Politische Debatte über Finanzierung
Parallel zur Stiftungsgründung läuft auch die politische Debatte über die Finanzierung der 13. AHV-Rente weiter.
Im März 2024 stimmten rund 58 Prozent der Schweizer Bevölkerung für eine 13. AHV-Rente. Die Befürwortenden argumentierten, dass viele Rentnerinnen und Rentner kaum über die Runden kommen. Die Gegner warnten vor den hohen Kosten und einer Belastung für Arbeitnehmer und Wirtschaft.
Die Frage, wer letztlich für die Mehrkosten aufkommt, beschäftigt die Schweiz seither. Am 29. November 2026 stimmt das Schweizer Stimmvolk nun über die Erhöhung der Mehrwertsteuer ab.
Das Parlament hatte im Juni 2026 beschlossen, einen Teil der Mehrkosten über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer zu finanzieren. Die Mehrwertsteuer ist ein Aufschlag auf den Preis von Waren und Dienstleistungen, den alle zahlen.
Sie soll um 0,4 Prozentpunkte steigen. Ausgenommen davon wären alltägliche Güter wie Lebensmittel und Medikamente.

















