Warum immer mehr Menschen Deutschland verlassen
Deutschland erlebt eine Rekordwelle an Auswanderern. Vor allem junge Akademiker und Senioren verlassen das Land auf der Suche nach besseren Chancen und Leben.

Mehr Menschen verlassen Deutschland als je zuvor: 2024 wanderten etwa 270'000 Menschen mit deutschem Pass aus. Ein Rekordwert seit Beginn der Erfassung im Jahr 2000, wie das «Statistische Bundesamt» meldet.
Besonders hoch ist die Abwanderung bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren, die rund 28 Prozent der Auswanderer ausmachen. Auch Rentner sind eine auffällige Gruppe, weil deren Auswanderung seit 2000 stark ansteigt.

Experten beschreiben die Auswanderungsbewegung als vielschichtig und betonen, dass Jugendliche und Akademiker aus Deutschland oft nur vorübergehend ins Ausland gehen. Sie würden dort berufliche Erfahrungen sammeln wollen, bevor sie häufig zurückkehren, wie das «Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung» meldet.
Junge Akademiker besonders auswanderungsfreudig
Junge Akademiker im Alter von 25 bis 35 Jahren zeigen laut dem «Handelsblatt» eine stark gestiegene Bereitschaft auszuwandern. Aktuellen Studien zufolge denken 41 Prozent dieser Gruppe über einen Wegzug ins Ausland nach.
Davon sind insbesondere Fachkräfte aus MINT-Berufen und dem Gesundheitssektor betroffen. Hauptgründe sind der Wunsch nach besseren Karriereperspektiven, geringere Steuerlast in anderen Ländern, weniger Bürokratie sowie höhere Gehälter.
Der Job gilt als häufigster Auswanderungsgrund, gefolgt vom Streben nach einem anderen Lebensstil und familiären Gründen. Trotz der hohen Abwanderung handele es sich nicht um einen dauerhaften Verlust, weil viele Fachkräfte nach Auslandsaufenthalten nach Deutschland zurückkehren.
Rentner wandern zunehmend aus
Auch Rentner verlassen Deutschland zunehmend, wenn auch in deutlich geringerem Anteil als junge Erwachsene. Sie machen laut dem «Focus» zuletzt rund sechs Prozent der Auswanderer aus.
Die Rentner wandern meist ins Ausland aus, um im Ruhestand einen günstigeren Lebensstil zu pflegen, oft in wärmeren Ländern. Im Gegensatz zu den jungen Erwachsenen kehren Rentner selten zurück, da sie üblicherweise dauerhaft im Ausland bleiben.

Die Mobilität der Senioren hat seit 2000 markant zugenommen, wie das «Handelsblatt» weiter berichtet. Das hat den demografischen Wandel und die gesellschaftliche Alterung Deutschlands zusätzlich beeinflusst.