Spanisches Gericht widerspricht Christian Ulmens Anwälten
Im Fall Collien Fernandes gibt es eine neue Wende. Das Gericht in Palma nennt die Begründung von Christian Ulmens Anwälten für den Verfahrensstopp falsch.

Das Wichtigste in Kürze
- Collien Fernandes wirft ihrem Ex Christian Ulmen «virtuelle Vergewaltigung» vor.
- Das Gericht in Palma widerspricht nun einer Darstellung von Ulmens Anwälten.
- Der Verfahrensstopp in Spanien hat laut Gericht einen anderen Grund.
Christian Ulmen (55) gerät im Fall um die Vorwürfe von Collien Fernandes (44) erneut unter Druck. Das Bezirksgericht in Palma de Mallorca widerspricht laut «Spiegel» einer Darstellung seiner Anwälte.
Diese hatten vergangene Woche erklärt, das Verfahren in Spanien sei ausgesetzt, weil eine wesentliche Voraussetzung für die Fortsetzung fehle. Konkret behaupteten sie, Fernandes habe die nötige Erklärung vor einem spanischen Notar nicht abgegeben.
Gericht nennt anderen Grund
Das Bezirksgericht in Palma bestätigt nun zwar, dass das Verfahren derzeit ausgesetzt ist. Die von Ulmens Anwälten genannte Begründung dafür sei aber falsch, sagt eine Gerichtssprecherin dem «Spiegel».
«Die Richterin muss noch entscheiden, ob die Ermittlungen in Spanien oder in Deutschland geführt werden. Nur deshalb ist das Verfahren derzeit ausgesetzt», heisst es.
Eine Entscheidung solle in wenigen Tagen fallen.
Fernandes stellte Anzeige in Spanien
Hintergrund ist eine Anzeige, die Collien Fernandes Ende 2025 in Spanien gegen ihren Ex-Mann eingereicht hatte. Sie wirft Christian Ulmen unter anderem vor, täuschend echt aussehende Fakeprofile von ihr erstellt zu haben.
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Über diese Profile soll er laut Anzeige «Hunderte von Männern» kontaktiert haben. Ulmen soll sich dabei als Fernandes ausgegeben haben. Mit einigen Männern soll er sexuelle Gespräche geführt sowie erotische Bilder und Videos verschickt haben.
Das Gericht in Palma leitete daraufhin Vorermittlungen ein.
Anwalt von Fernandes wehrt sich
Jorge Agüero Lafora, der Fernandes in Spanien vertritt, will sich weiter für ein Verfahren auf Mallorca einsetzen. Gegenüber dem «Spiegel» sagt er: «Wir werden dafür kämpfen, dass sämtliche Delikte in Spanien untersucht werden.»
Weiter sagt der Anwalt: «Wir glauben, dass es unserer Mandantin zusteht, sich für den Rechtsweg in Spanien zu entscheiden.»
Als Gründe nennt er laut Bericht unter anderem, dass mutmassliche Straftaten in Spanien begangen worden seien. Zudem hätten sowohl Ulmen als auch Fernandes dort einen Wohnsitz.
Den Vorwurf von Ulmens Anwälten weist Lafora klar zurück. «So etwas zu behaupten, ist eine reine Verteidigungsstrategie.»
Auch in Deutschland wird wieder ermittelt
Brisant ist der Fall auch, weil inzwischen wieder Ermittlungen in Deutschland laufen. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hatte ein zuvor eingestelltes Verfahren wieder aufgenommen.
Ein Behördensprecher erklärte demnach, nach Auswertung der Berichterstattung könne ein Anfangsverdacht gegen Ulmen bejaht werden. Nun werde wieder gegen ihn ermittelt.
In ihrer Anzeige in Spanien wirft Fernandes ihrem Ex-Mann unter anderem Anmassung des Personenstandes, öffentliche Beleidigung und Körperverletzung vor.
Ulmens Anwälte weisen Vorwürfe zurück
Für Christian Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Er selbst äusserte sich nicht zu den Vorwürfen.
Seine Anwälte bestreiten, dass Ulmen jemals Deepfake-Videos hergestellt oder verbreitet habe.
Zudem schreiben sie, es habe keine einseitigen Gewalthandlungen oder Bedrohungen durch ihn gegeben.
Fernandes widersprach dieser Darstellung ihrerseits auf Instagram.


















