Collien Fernandes: «Deutschland ist Täterparadies»
Collien Fernandes bezeichnet Deutschland als «absolutes Täterparadies». Sie habe ihren Ex deshalb bewusst in Spanien angezeigt.

Das Wichtigste in Kürze
- Collien Fernandes sagt, Deutschland sei ein «absolutes Täterparadies».
- Sie selbst habe das «Justizversagen» bereits erleben müssen.
- Ihr Ex wolle erreichen, dass nicht Spanien für ihren Fall zuständig ist.
Die deutsche Schauspielerin Collien Fernandes (44) hat ihren Ex Christian Ulmen (50) in Spanien wegen «digitaler Vergewaltigung» und Körperverletzung angeklagt. Der Fall – ihr Ex verbreitete unter Fake-Profilen gefälschte Nacktvideos und -bilder von ihr – sorgt für viel Aufmerksamkeit. Am Freitagabend sprach sie in den ARD-Tagesthemen und äusserte harsche Kritik an der deutschen Justiz.
Fernandes spricht von «Justizversagen» und «gesetzlichen Schutzlücken». Sie sagt: «Da muss sich ganz dringend etwas ändern.»
Die Anzeige reichte sie in Spanien ein. Sie und Ulmen sind deutsche Staatsbürger, er hat seinen Hauptwohnsitz aber auf Mallorca, der Tatort war Spanien. Man habe sich bewusst dafür entschieden, dort die Anzeige einzureichen.
«In Spanien sind die Rechte von Frauen deutlich besser», sagt Collien Fernandes. «Das betrifft nicht nur die digitale Gewalt, sondern auch die häusliche Gewalt.»
Die aktuelle Debatte mit dem Täter drehe sich ausschliesslich darum, ob Deutschland oder Spanien zuständig sei. «Das zeigt ja, dass Deutschland ein absolutes Täterparadies ist.»
Der Täter habe ein sehr umfangreiches Schreiben vorgelegt, in dem er argumentiert, dass Deutschland zuständig sein solle. «Das zeigt ein grosses Versagen, eine grosse Schutzlücke in der Justiz.»
Collien Fernandes: «Was bringt dann eine Anzeige?»
Collien Fernandes betont, dass sie sich schon seit Jahren zu dem Sachverhalt äussere. «Mir ist wichtig, darauf hinzuweisen, welche gesetzlichen Schutzlücken es gibt. Ich habe selbst Erfahrungen damit gemacht, dass Anzeigen nicht weiterverfolgt werden, dass das ganze Thema schnell fallen gelassen wird. Ich habe selbst Erfahrungen mit dem Justizversagen gemacht.»
Sie verweist auf eine Studie, derzufolge nur fünf Prozent der Fälle häuslicher Gewalt zur Anzeige gebracht werden. Bei digitaler Gewalt sind es gar bloss 2,4 Prozent der Fälle.
Juristen hätten ihr davon berichtet, dass Anzeigen fallen gelassen würden, dass den Opfern nicht geholfen werde. «Ich habe das Gefühl, dass wir etwas im System haben, das nicht funktioniert. Und darauf möchte ich gerne hinweisen.»
Collien Fernandes sagt: «Da muss sich ganz dringend etwas ändern. Denn warum sollte man etwas zur Anzeige bringen, wenn am Ende nichts dabei rauskommt?»
















