Ostholstein statt Südafrika: In «Sing meinen Song» tauschen Musiker wieder ihre Lieder. Wegen Corona ist die Show erstmals in Deutschland gedreht worden. Das Konzept geht auch dort auf.
Teilnehmer war er schon, jetzt ist Johannes Oerding Gastgeber bei «Sing meinen Song». Foto: Jens Kalaene/zb/dpa
Teilnehmer war er schon, jetzt ist Johannes Oerding Gastgeber bei «Sing meinen Song». Foto: Jens Kalaene/zb/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Endlich wieder Live-Musik: Den sieben neuen «Sing meinen Song»-Stars ist die Vorfreude auf ihre Auftritte schon zu Beginn anzusehen.

Das Vox-Konzept - die Musiker singen Lieder der jeweils anderen - bringt seit 2014 erstaunlich gute Quoten für den kleinen Sender aus Köln. Die achte Staffel, die am Dienstag (20.4.) um 20.15 Uhr startet, muss diesmal aber auf ein wichtiges Merkmal verzichten.

Die untergehende Herbstsonne Südafrikas, ein heimischer Rotwein, das Meer im Hintergrund: Diese Kulisse waren die Prominenten von den früheren Staffeln gewohnt. Doch der Flug nach Kapstadt fiel diesmal coronabedingt aus, gedreht wurde auf einem Schlossgut an der Ostsee in Schleswig-Holstein.

«Uns war klar, dass das Setting eine grosse Rolle spielt, aber nicht die grösste», sagt Songwriter Johannes Oerding («An guten Tagen»). «Am wichtigsten ist die Truppe auf der Couch. Die hättest du auch vor den Hamburger Hauptbahnhof setzen und filmen können.»

Der 39-Jährige, der schon mal als Teilnehmer dabei war, übernimmt diesmal die Aufgabe des Gastgebers. In den teils sehr persönlichen Gesprächen entlockt er seinen Kolleginnen und Kollegen die ein oder andere tragische, aber auch witzige Anekdote.

Die Runde ist musikalisch und menschlich erneut äusserst divers besetzt. Neben Oerding sind die Schweizer Soulstimme Stefanie Heinzmann, Songwriter Joris, Mighty-Oaks-Frontmann Ian Hooper, Hip Hopperin Nura, Reggae-Musiker Gentleman und die Eurodance-Ikone DJ Bobo dabei. In jeder Ausgabe widmen sich die Stars dem musikalischen Werk eines anderen anwesenden Künstlers. Dabei kommen immer wieder überraschende Interpretationen heraus.

Den Anfang macht der Schweizer Sänger DJ Bobo (53), den Oerding als «King of Eurodance» und «lebende Legende» vorstellt. «Ich komme vom Dorf. Bei DJ-Bobo-Songs habe ich rückwärts Autoscooter fahren gelernt», erklärt der Moderator im dpa-Gespräch. Und Joris (31, «Herz über Kopf») denkt an frühere Autofahrten ins Fussball-Trainingslager. «Die Eltern eines Freundes haben gerne DJ Bobo gehört. Das war für mich damals eine Qual.»

Doch er habe grossen Respekt vor der musikalischen Vita des Schweizers, erklärt Joris, der in der Sendung «There's A Party» in einer lässigen Swing-Nummer präsentiert. Auch Rapperin Nura (32), die in ihren Songs gern mit derben Vokabeln spielt, wird bei Bobo zahm. Sie interpretiert den Hit «Freedom» in ihrer ganz eigenen Version. Dem Eurodancer glänzen dabei die Augen.

Schnell wird klar: Das scheinbar simple Konzept des Tauschkonzerts geht auch an der kühlen Ostsee auf. Im riesigen Garten des Gutes Weissenhaus sitzen die Musikerinnen und Musiker in einem gut beheizten Zirkuszelt in gemütlicher Lagerfeuer-Atmosphäre zusammen. Teppich, Couch, Fototapete und Pflanzen erinnern an die Südafrika-Kulisse der vergangenen sieben Staffeln.

«Du hast die Pandemie eine Zeit lang vergessen und konntest nach einem Jahr endlich mal wieder Live-Musik machen und intensive Gespräche führen. Es war eine wunderschöne Zeit», erzählt Joris rückblickend. Und neben Cocktails und Wein gönnen sich die regelmässig auf Corona getesteten Stars auch mal einen Hamburger Kümmelschnaps.

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