Eine neue Serie bei Disney+ bringt die Heldin Erin Brockovich zurück - einst verkörpert von Julia Roberts. Sie ist massenkompatibler, stromlinienförmiger und schneller als der 20 Jahre alte Kinohit.
Ab Freitag ist die Pilotfolge der zehnteiligen Serie bei Disney+ verfügbar. Foto: Karen Ballard/American Broadcasting Companies, Inc./dpa
Ab Freitag ist die Pilotfolge der zehnteiligen Serie bei Disney+ verfügbar. Foto: Karen Ballard/American Broadcasting Companies, Inc./dpa - dpa-infocom GmbH
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Das Wichtigste in Kürze

  • Wow, fürwahr ein fulminanter Auftritt: Katey Sagal marschiert, nein stolziert, durch eine Party-Gesellschaft, angetan mit Sonnenbrille, hautengem Kleid.

Das Dekolleté: mächtig tief.

Dazu diese süffisant-strenge Entschlossenheit um den lippenstiftroten Mund, den die US-Schauspielerin nicht zuletzt in der Biker-Serie «Sons of Anarchy» immer wieder zur Schau stellen durfte: Hier wie dort ist Sagal das Zentrum einer Streaming-Serie, das Zentralgestirn, um das viele kleine und mittelgrosse Himmelskörper kreisen.

Ältere Zuschauer kennen Sagal noch als Peggy Bundy aus «Eine schrecklich nette Familie». In «Sons of Anarchy» ist sie Gemma, die heimliche Anführerin einer ebenso disparaten wie coolen, Motorrad fahrenden Schurkenclique, Frau des Präsidenten, Mutter des Kronprinzen. In «Rebel», das legt zumindest die Pilotfolge dieser zehnteiligen, ab heute bei Disney+ verfügbaren Serie nahe, geht sie nun mit ähnlich viel Verve und Entschlossenheit zur Sache.

Und wieder macht es gehörig Spass, Sagal dabei zuzusehen. Der anfängliche Party-Auftritt indes hat einen ernsten Hintergrund: Es ist das alljährliche Aktionärstreffen einer Firma, die sich die Gesundheit ihrer Patientinnen auf die Fahnen geschrieben hat. Die aber, davon ist Rebel überzeugt, auch für eine Reihe von gravierenden Nebenwirkungen verantwortlich ist: Es geht um künstliche Herzklappen.

Erinnerung an Julia Roberts

Nein, Rebel alias Erin Brockovich ist keine Anwältin. Dafür geht die Verbraucherschützerin mit einer Kraft ans Werk, die begeistert: «Ich zwinge CEOs in die Knie!» Spätestens bei diesem Spruch muss man an Julia Roberts denken, die vor 21 Jahren ebenfalls in die Rolle der «Erin Brockovich» schlüpfte - im gleichnamigen Film von Steven Soderbergh. Brockovich gibt es wirklich. Die Amerikanerin war einst als Anwaltsgehilfin an der Aufdeckung eines Umweltskandals beteiligt.

«Rebel» zeigt sich massenkompatibler, stromlinienförmiger, schneller als das oscarprämierte Vorbild von 2000. Die 67 Jahre alte Sagal aber - und das ist das Schöne - spielt, als wäre sie eine ältere Schwester der damals kaum 30-jährigen Roberts. Der freilich in Soderberghs Kultwerk auch mal die Zeit eingeräumt wurde, rauchend an einer Strassenecke zu stehen.

Dass es auch privat dampft und kracht, das kennt man auch von Roberts' Brockovich. Rebels drei Kinder (von drei Männern) sind nur auf dem Papier raus aus dem Gröbsten. Und ihr Ehepartner möchte die Scheidung. Gespielt wird er von John Corbett. Auch Andy García («The Untouchables») spielt als Anwalt und Rebels Boss mit. Es gibt viel zu tun, immer mehr durch besagte Medizinfirma geschädigte Patienten melden sich bei Rebel. Und die ist wildentschlossen: «Lasst uns diese Bastarde fertig machen!».

Die Serie «Rebel» gibt es in zehn Teilen ab dem ab 28. Mai auf Disney+ Star zu sehen.

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