Seit den Vierzigern war Jerry Lewis einer der grössten Hollywood-Stars - jetzt deckt ein Kurzfilm auf, was seine weiblichen Co-Stars angeblich ertragen mussten.
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Ein neuer Kurzfilm wirft Jerry Lewis missbräuchliches Verhalten in mehreren Fällen vor. - carrie-nelson/Shutterstock

Das Wichtigste in Kürze

  • Komiker-Legende Jerry Lewis wird mit Belästigungs-Vorwürfen konfrontiert.
  • In einem Kurzfilm kommen Frauen zu Wort, die ihm sexuelle Übergriffe vorwerfen.

Ehemalige Co-Stars und Kolleginnen von US-Komiker-Legende Jerry Lewis (1926-2017) werfen ihm in Interviews mit der «Vanity Fair» sexuelle Übergriffe und sexuelle Belästigung vor. Die Frauen trafen Lewis alle auf dem Höhepunkt seiner Hollywood-Karriere.

Die Story und ein begleitender Kurzfilm basieren zum Teil auf Interviews, die von Amy Ziering (60) und Kirby Dick (69), Emmy-Gewinnerinnen der Doku «Allen v. Farrow», geführt wurden.

«Ich wollte so sehr weg»

Zu den Interviewten gehört etwa Hope Holiday (91), die neben Lewis in dem Film «Ich bin noch zu haben» (1961) spielte. Sie berichtet von einem Vorfall in seinem Ankleidezimmer.

Dort soll er sie eingeschlossen, und begonnen haben, anzüglich zu reden und zu masturbieren. «Ich wusste nicht, was ich tun sollte, also sass ich einfach da. Ich wollte so sehr weg. Ich wollte da raus, aber ich konnte nicht.»

Anschliessend habe sie sich nicht getraut, Lewis bei der US-Gewerkschaft für Schauspieler, Screen Actors Guild, zu melden. «Er war ein hohes Tier bei Paramount. Ich stand unter Vertrag bei ihm und Paramount, das wollte ich nicht in Gefahr bringen. Also habe ich besser meinen Mund gehalten.»

«Ich konnte sehen, dass er wütend war»

Auch Karen Shape (87), die in «Der Tölpel vom Dienst» (1964) mit Lewis spielte, erzählt von übergriffigem Verhalten nach einer Kostümprobe: «Er hat mich gepackt. Er fing an, mich zu streicheln. Er öffnete seine Hose. Ehrlich gesagt, war ich sprachlos», sagte sie.

«Ich hob meine Hand und sagte: ‹Moment mal. Ich weiss nicht, ob das eine Anforderung für Ihre Hauptdarstellerinnen ist, aber das ist etwas, was ich nicht mache.› Ich konnte sehen, dass er wütend war. Ich hatte das Gefühl, dass ihm das nie wirklich passiert ist.»

Nach ihrer Zurückweisung soll Lewis sich geweigert haben, weiter mit ihr zu proben und fast der gesamten Produktion verboten haben, mit ihr zu sprechen. «Wenn jemand mit Ihnen spricht ... werden wir mit einer Geldstrafe belegt», soll ihr ein Mitglied der Crew verraten haben.

«The Dark Side of a Hollywood Icon»

In dem Film «The Dark Side of a Hollywood Icon» kommen noch mehr Frauen zu Wort: Jill St. John (81), die neben Lewis in «Der Ladenhüter» (1963) spielte, Anna Maria Alberghetti (85), die für «Aschenblödel» (1960) mit ihm arbeitete, die Oscar-nominierte Autorin Renée Taylor (88) sowie die Sängerin Lainie Kazan (81).

Lewis gehörte seit den Vierzigern – auch durch sein Erfolgsduo mit Dean Martin (1917-1995) – zu den grössten Stars Hollywoods. Mit 33 Jahren unterschrieb er bei Paramount einen Sieben-Jahres-Vertrag über 10 Millionen Dollar und galt damit als der teuerste Schauspieler Hollywoods. Er war zweimal verheiratet und hat sieben Kinder. Im August 2017 starb er im Alter von 91 Jahren.

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