Royal-Experte: Andrew glaubt, er ist «das Opfer in all dem»
Ein Royal-Experte kritisiert die Opferhaltung von Andrew. Dem Ex-Prinzen scheint der Ernst der Lage nicht bewusst zu sein.

Das Wichtigste in Kürze
- Nach seiner Freilassung dauern die Ermittlungen gegen Andrew an.
- Ein Royal-Experte kritisiert die Opferhaltung des früheren Prinzen.
- «Andrew weiss nicht, was das Problem ist», meint dieser.
Andrew (66) zittert derzeit um seine Zukunft.
Nach seiner vorläufigen Freilassung am Donnerstagabend wird weiterhin gegen den Ex-Prinzen ermittelt. Im Raum steht der Verdacht auf Amtsmissbrauch in seiner früheren Funktion als britischer Handelsbeauftragter.
Dabei soll der Bruder von König Charles III. (77) vertrauliche Dokumente mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) ausgetauscht haben. Auch wegen mutmasslichen Sexualdelikten steht Andrew bereits längerer Zeit in der Kritik.
«Andrew weiss nicht, was das Problem ist»
Das öffentliche Interesse, Skandale, Schlagzeilen – all das lastet seit Jahren auf Andrews Schultern. Und wenn es nach dem Ex-Royal geht: Zu Unrecht.

«Andrew weiss nicht, was das Problem ist», erklärt Adels-Historiker Andrew Lownie gegenüber «Page Six». Denn: «Andrew glaubt, dass ihm Unrecht getan wurde. Er ist das Opfer in all dem, er wird verfolgt.»
Der Experte findet klar: «Er ist ein Narzisst und wurde noch nie diszipliniert.»
Durchsuchungen laufen weiterhin
Der Lieblingssohn von Queen Elizabeth (†96) wurde am gestrigen Donnerstagmorgen von der Polizei festgenommen. Ihm wird Amtsmissbrauch vorgeworfen.
Lownie soll davor schon entsprechende Gerüchte gehört haben.
Im Gespräch mit «Page Six» sagte er: «Ich habe gehört, dass gegen ihn endlich ernsthaft wegen Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung und Amtsmissbrauchs ermittelt wird.»
Inzwischen wurde das Gerücht zur Realität. In der Royal Lodge, Andrews früherem Wohnsitz, treiben Ermittler die Suche nach Beweismitteln voran. Welche Konsequenzen dem Blaublüter nach der gestrigen Anhörung drohen, ist derzeit unklar.
Im schlimmsten Fall muss Andrew eine lebenslange Haftstrafe absitzen. Dies allerdings nur, wenn er vor Gericht angeklagt, verurteilt und für schuldig befunden wird.
König Charles: «Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen»
Laut neu freigegebenen Akten soll Andrew Epstein Berichte offizieller Besuche in Vietnam, Hongkong und Singapur zugesandt haben. Auch eine Analyse zu Investitionsmöglichkeiten in Afghanistan landete im Postfach des Sexualstraftäters.
Die E-Mails wurden teils im Dezember 2010 und Anfang 2011 versendet.
Andrew war zwischen 2001 und 2011 als Sonderbeauftragter Grossbritanniens für internationalen Handel und Investitionen tätig.

Gemäss dem Gesetz müssen Handelsgesandte Details über ihre Reisen vertraulich behandeln – auch wenn sie diese Funktion nicht mehr ausüben. Über die Tragweite des Strafmasses für Andrew ist zurzeit nichts bekannt.
Sein Bruder Charles sprach in einer Stellungnahme am Donnerstagmittag von «tiefer Besorgnis», betonte aber gleichzeitig: «Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen.»














