Richard Bransons Frau tot: Ärzte räumen Fehler ein
Joan Branson starb mit 80 Jahren an einem Blutgerinnsel. Nun kommen mögliche Versäumnisse im Spital ans Licht.

Das Wichtigste in Kürze
- Richard Bransons Frau Joan starb im November 2025 mit 80 Jahren.
- Nach einem Sturz bildete sich ein massives Blutgerinnsel in ihrer Lunge.
- Im Spital erhielt sie zunächst keine vorbeugenden Blutverdünner.
- Mehrere Ärzte haben vor Gericht Versäumnisse eingeräumt.
Sir Richard Branson (76) hat im vergangenen November seine Ehefrau Joan verloren. Die 80-Jährige starb nach einem Sturz und anschliessenden Komplikationen im Spital.
Nun kommen neue Details über ihre Behandlung ans Licht.
Wie die britische «Sun» berichtet, haben Ärzte bei einer gerichtlichen Untersuchung in London eingeräumt, dass Joan Branson nach ihrer Einlieferung nicht wie vorgesehen Medikamente gegen Blutgerinnsel erhalten hatte.
Joan Branson hatte bereits Blutgerinnsel
Dabei galt bei ihr ein erhöhtes Risiko.
Joan hatte laut der Untersuchung bereits seit mindestens 2010 eine Vorgeschichte mit Blutgerinnseln. Sie hatte deshalb früher schon Enoxaparin erhalten. Das Medikament hemmt die Blutgerinnung.
Am 17. November 2025 wurde Joan Branson in ein Londoner Spital eingeliefert.

Sie war zuvor im Familienanwesen auf Necker Island über ein Paar Hausschuhe gestolpert und hatte sich am Rücken verletzt. Wegen anhaltender Schmerzen wurde sie später ins Spital gebracht.
Dort bekam sie zunächst keine Enoxaparin-Spritzen.
Ein behandelnder Arzt erklärte nun vor Gericht, Joan hätte die Blutverdünner innerhalb von zwölf Stunden nach ihrer Aufnahme erhalten sollen.
Tochter widerspricht Ärzten
Besonders brisant ist die Aussage von Tochter Holly Branson. Die Ärztin widerspricht der Darstellung, wonach ihre Mutter die Spritzen möglicherweise nicht gewollt habe.
Joan sei mit solchen Medikamenten vertraut gewesen und habe sie unter anderem bei langen Flugreisen und früheren Spitalaufenthalten verwendet.

Während der ersten beiden Tage im Spital sei ihr Enoxaparin nach Hollys Beobachtung gar nicht angeboten worden.
Auch spezielle Strümpfe zur Vorbeugung von Blutgerinnseln habe Joan zunächst nicht erhalten. Erst nach bis zu 48 Stunden habe sie selbst danach gefragt.
Arzt bedauert Versäumnis
Der für ihre Behandlung zuständige Arzt räumte vor Gericht ein, dass eine Einschätzung des Thromboserisikos hätte vorgenommen werden müssen.
Die entsprechende Medikation hätte bei der Aufnahme verschrieben werden sollen. Er bedauere zutiefst, dass dies nicht geschehen sei. Ein weiterer Arzt erklärte, zunächst auf die Blutverdünner verzichtet zu haben, weil eine Computertomografie eine mögliche Blutung ausschliessen sollte.
Er sei davon ausgegangen, dass die nachfolgenden Ärzte diese Entscheidung nochmals überprüfen würden.
Heute sehe er, wie wichtig die Kommunikation innerhalb des Teams gewesen wäre. Die Entscheidung werde ihn für den Rest seines Lebens begleiten, erklärte er.
Joan Branson erlitt schliesslich ein massives Blutgerinnsel in einer Lunge und starb. Die gerichtliche Untersuchung zu ihrem Tod läuft weiter.















