Jesse Eisenberg und Matthias Schweighöfer erzählen in «Resistance - Widerstand» eine unbekannte Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg: Wie der später weltberühmte Marcel Marceau im Kampf gegen die Nazis das Leben vieler jüdischer Kinder rettet.
Jesse Eisenberg als Marcel Marceau in einer Szene des Films "Resistance - Widerstand". Foto: -/Warner Bros. Entertainment/dpa
Jesse Eisenberg als Marcel Marceau in einer Szene des Films "Resistance - Widerstand". Foto: -/Warner Bros. Entertainment/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit Jahren ist US-Schauspieler Jesse Eisenberg in Hollywood auf einen ähnlichen Typ abonniert.

Egal, ob als Mark Zuckerberg im Facebook-Film «The Social Network» oder als Bösewicht in der Superhelden-Verfilmung «Batman v. Superman: Dawn of Justice»:

Oft sind die Figuren Genies, etwas verwirrt, fast wahnsinnig und im Kern meist erstaunlich verletzlich. In seinem neuen Film «Resistance - Widerstand» wagt sich Eisenberg erneut an einen Charakter nach einem realen Vorbild. Er spielt Marcel Mangel - bekannt als Marcel Marceau, der 2007 gestorbene vielleicht berühmteste Pantomime der Welt.

Von dessen späterem Ruhm ist zu Beginn des rund zweistündigen Dramas aber nicht viel zu spüren. Noch ohne Künstlernamen widersetzt sich der junge Marcel da dem Wunsch seines jüdischen Vaters, die Familienmetzgerei zu übernehmen. Stattdessen bewundert er Charlie Chaplin und will es selbst als Künstler schaffen. Sein Bruder und ein Cousin arbeiten im französischen Widerstand gegen die Nazis und auch Marcel schliesst sich der Résistance an. Die Gruppe plant, Hunderten jüdischen Waisenkindern bei der Flucht in die Schweiz zu helfen - Marcels Kunst und Humor erweisen sich dabei als unverzichtbar.

Aus diesem potenziell rührenden Stoff mit Anleihen an Roberto Benignis Klassiker «Das Leben ist schön» macht Regisseur Jonathan Jakubowicz leider eine schon häufig gesehene Weltkriegsstory in immergleicher Sepia-Ästhetik. Hier wird das Ganze noch ergänzt um einen unnötigen Rahmen, in dem Ed Harris als US-General George S. Patton zu sehen ist, wie er seinen Soldaten im Rückblick die Geschichte Marceaus erzählt. Die Mischung aus Nazidrama, Biografie und Fluchtthriller leistet sich häufiger solche kaum zu Ende gedachten Ideen, beispielsweise, wenn Eisenbergs ungelenke Pantomime-Szenen nur wenig mit Marceaus Magie gemein haben.

Auffällig gut ist lediglich Matthias Schweighöfer als Nazi Klaus Barbie in einer düsteren Rolle, der aber auch noch etwas mehr Nuancen verdient hätte. Letztlich muss sich der vom Filmfernsehfonds Bayern mit zwei Millionen Euro unterstützte Film die Frage gefallen lassen, warum aus einer faszinierenden Vorlage nur ein ehrenvolles Weltkriegswerk wurde, das am Ende vor allem übertrieben melodramatisch daherkommt.

, Frankreich/USA/Deutschland/Grossbritannien 2020, 122 Min., FSK ab 12, von Jonathan Jakubowicz, mit Jesse Eisenberg, Cléménce Poésy, Matthias Schweighöfer, Ed Harris,

Mehr zum Thema:

Mark Zuckerberg Facebook Barbie Kunst Euro