Nach Rassismus-Spruch im TV: Politiker geht auf Andrea Kiewel los

    Luca Micheli
    Luca Micheli

    Deutschland,

    ZDF-Star Andrea Kiewel entschuldigte sich für ihren unbedachten Spruch. Ein Politiker fordert vom Sender eine Sensibilisierung für rassistische Denkmuster.

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    SPD-Politiker Marcel Hopp zum Rassismus-Vorfall im «ZDF-Fernsehgarten». - Instagram / @hopp_stagram

    Das Wichtigste in Kürze

    • Andrea Kiewel entschuldigte sich öffentlich für ihren «Ching-Chong-Chaang»-Spruch.
    • SPD-Politiker Marcel Hopp fordert vom Sender ZDF mehr interkulturelle Kompetenz.
    • Zudem kritisiert er die fehlende Sensibilität für rassistische Denkmuster.

    Die Diskussion um Andrea Kiewel (61) schlägt erneut Wellen. Auslöser war eine kurze Szene vergangenen Sonntag im «ZDF-Fernsehgarten», in der sich die Moderatorin mit zwei Sammlerinnen über ein mehrsprachiges Pokémon-Kartenset austauschte.

    Eine aus Japan stammende Spielkarte bezeichnete sie zunächst fälschlicherweise als chinesisch und ergänzte ihre Aussage lachend mit einem «Ching-Chong-Chaang»-Spruch.

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    «Ching Chang Chong»: Wegen dieser Aussage hagelt es für «Fernsehgarten»-Moderatorin Andrea Kiewel harsche Kritik. - ZDF

    Die Bemerkung löste in den sozialen Medien eine Welle der Kritik aus. Zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer werfen Kiewel seither vor, ein rassistisches Klischee bedient zu haben: Die Rede ist von Alltagsrassismus.

    Das ZDF reagierte daraufhin mit einer Entschuldigung gegenüber Nau.ch.

    Der Sender erklärte, die Aussagen seien «der Live-Situation geschuldet und keinesfalls rassistisch gemeint» gewesen. Andrea Kiewel bedauere ihre Wortwahl und entschuldige sich dafür. Gleichzeitig betonte das ZDF, dass der Sender klar gegen jede Form von Rassismus stehe.

    Entschuldigung reicht nicht aus

    Für den deutschen SPD-Politiker Marcel Hopp (38) reicht diese Reaktion jedoch nicht aus. Der Politiker, der auf Instagram auch über eigene Erfahrungen mit Rassismus berichtet, kritisiert vor allem die Begründung des Senders.

    Entscheidend sei nicht allein, ob eine Aussage absichtlich verletzend gemeint gewesen sei, sondern welche Wirkung sie auf Betroffene habe. Die Wiederholung und Verbreitung rassistischer Bilder könne Menschen verletzen – unabhängig von der persönlichen Absicht dahinter.

    Marcel Hopp
    SPD-Politiker Marcel Hopp erklärt, warum er die Entschuldigung des Senders für unzureichend hält. - Instagram / @hopp_stagram

    Auch der Verweis auf die Live-Situation überzeugt Hopp nicht. Eine spontane Äusserung könne zwar erklären, wie ein solcher Satz entsteht, ändere aber nichts an der Verantwortung der Beteiligten.

    Eine solche Argumentation dürfe nicht dazu führen, dass problematische Aussagen in Live-Formaten einfach als unvermeidbare Ausrutscher abgetan würden.

    Politiker fordert Antworten

    Nach Ansicht Hopps fehlt es dem ZDF und Kiewel an «einem Problembewusstsein für rassistische Äusserungen» sowie an einer klaren Auseinandersetzung mit dem Vorfall.

    Besonders bemängelt er, dass der Sender keine konkreten Massnahmen genannt habe, wie ähnliche Situationen in Zukunft verhindert werden sollen. Eine Entschuldigung allein reiche nicht aus, wenn keine Konsequenzen oder Lernprozesse folgen würden.

    Andrea Kiewel
    Das ZDF und Andrea Kiewel haben sich bisher nicht erneut zu dem Vorfall geäussert. - ZDF / Ralph Orlowski

    Der SPD-Politiker wirft deshalb mehrere Fragen in den Raum: «Was genau macht Andrea Kiewel jetzt, um ihre offensichtlich wenig vorhandene interkulturelle Kompetenz oder ihre fehlende Sensibilität für rassistische Denkmuster zu beheben? Zu was genau verpflichtet das ZDF sie jetzt nach dieser Äusserung?»

    Was denkst du über Kiewels Aussagen?

    Und: «Wie genau gewährleistet der öffentlich-rechtliche Rundfunk, dass Menschen vor der Kamera – und zwar völlig unabhängig, ob sie jetzt Moderatorinnen vom Fernsehgarten oder Fussballexperten sind –, dass diese Menschen über ein Mindestmass an migrationssensibler und rassismuskritischer Kompetenz verfügen?»

    Solange diese Punkte ungeklärt seien, bleibe die Entschuldigung des Senders aus Sicht Hopps unzureichend. Ein Statement von Kiewels Arbeitgeber steht bislang noch aus.

    Kommentare

    User #6865 (nicht angemeldet)

    Dieser SPD-ler - So habe ich den Eindruck - spielt sich mit Dieser Debatte, wohl nur selbst in den Vordergrund ! Den regulär wählen : würde wohl sonst niemand wollen... !

    User #7589 (nicht angemeldet)

    Kiefels Ausrutscher ist im Gegensatz zu dem was rechte Politiker, auch bei uns an Rassismus herauslssen (SVP ; immer schuld sind Migrantenè( gerade harmls !

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