«Ching Chang Chong»: Nach Kritik: «Fernsehgarten»-Kiewel sagt sorry

Luca Micheli
Luca Micheli

Deutschland,

Nach einer vermeintlich lustigen Aussage zu einer Pokémon-Karte werden Rassismus-Vorwürfe gegen Andrea Kiewel laut. Jetzt entschuldigt sich die Moderatorin.

00:00 / 00:00

«Ching Chang Chong»: Wegen dieser Aussage hagelt es für «Fernsehgarten»-Moderatorin Andrea Kiewel harsche Kritik. - ZDF

Das Wichtigste in Kürze

  • Andrea Kiewel machte sich mit den Worten «Ching Chang Chong» über die chinesische Sprache lustig.
  • Ein asiatischer Influencer wirft der Moderatorin die «Reproduktion von rassistischen Stereotypen» vor.
  • Die «Fernsehgarten»-Gastgeberin entschuldigt sich über den Sender, dieser weist die Vorwürfe zurück.

Der Sammelkarten-Klassiker Pokémon eroberte 1996 den internationalen Spielemarkt – und ist auch heute noch in aller Munde. Anlässlich der «90er Dance Party» widmete sich auch der «ZDF-Fernsehgarten» am gestrigen Sonntag den Kultfiguren um Glurak, Bisasam, Schiggy und Co.

Nach dem Beitrag hagelt es für Moderatorin Andrea Kiewel (61) harsche Kritik – gar Rassismusvorwürfe werden laut.

Was ist passiert? Gemeinsam mit zwei Pokémon-Sammlerinnen warf die Gastgeberin einen Blick auf ein Pikachu-Kartenset in neun verschiedenen Sprachen.

Nach einem französischen «Bonjour» und einem italienischen «Ciao» deutete sie die japanische Karte fälschlicherweise als chinesische. Währenddessen gab sie lachend ein besonders betontes «Ching Chang Chong» von sich – eine Aussage, die nun eine Debatte über Alltagsrassismus entfacht.

«Reproduktion von rassistischen Stereotypen»

Der Influencer und Streamer mit dem Namen mr.fujicards geht auf Instagram mit Kiewel hart ins Gericht. «Ich bin immer noch fassungslos von dieser Aussage. Wie kann man heutzutage noch sowas sagen und sich selbst dafür feiern?», schreibt er.

Besonders wütend mache ihn die Betonung. «Was die Moderatorin dort gesagt hat, zeigt mal wieder, wie tief der Alltagsrassismus in den Medien sitzt», klagt der Influencer, der selbst Inhalte über Pokémon produziert, in einem Clip.

Dass Kiewel das japanische mit dem chinesischen Schriftzeichen verwechselt hatte, kommentiert er mit den Worten «ist ja eh alles das Gleiche» ironisch. Bei «Ching Chong Chang» wurde jedoch eine Grenze überschritten: «Ich meine, in welchem Jahrhundert leben wir, dass das ihre erste Reaktion ist? Ich kann es wirklich nicht nachvollziehen.»

Was denkst du über Kiewels Aussagen?

Der Content-Creator macht deutlich, dass es sich dabei nicht um einen «harmlosen Witz» handle: «Es ist die Reproduktion von rassistischen Stereotypen, die viele asiatische Menschen wirklich tagtäglich erleben. Und sowas im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sagen, ist ein absolutes No-Go.»

«Lieber die Klappe halten»

Auch die Tiktokerin mit dem Namen Thi nimmt das Verhalten des ZDF-Aushängeschilds in die Mangel. Ihre bittere Erkenntnis: «Es geht darum, dass eine Sprache, die Kultur und letztendlich Menschen auf irgendwelche bedeutungslosen Laute reduziert werden.»

Andrea Kiewel
Moderatorin Andrea Kiewel entschuldigt sich für ihre getätigte Aussage. - getty images

Dass Kiewel die korrekte Begrüssung auf Chinesisch offenbar nicht kenne, sei nicht das Problem. «Aber wenn du es nicht weisst, dann hält man in dem Moment lieber die Klappe», rät die Influencerin deshalb.

Das ZDF hat mit der Moderatorin inzwischen das Gespräch aufgesucht. Auf Nachfrage von Nau.ch erklärt sich der Sender: «Die spontan getätigte Äusserung war der Live-Situation geschuldet und keinesfalls rassistisch gemeint. Andrea Kiewel bedauert ihre Worte und entschuldigt sich dafür.»

Damit wird klar, dass es sich dabei um eine spontane Aussage handelte, auf die Kiewel während der Proben demzufolge nicht hingewiesen wurde. Dennoch betont der Sender klar: «Das ZDF stellt sich explizit gegen jede Form von Rassismus.»

Kommentare

User #3766 (nicht angemeldet)

Jesses Gott. Wurde erzogen anständig zu sprechen. Aber das ist nicht schlimm. Das führt in die andere extreme Ricgtung

User #1044 (nicht angemeldet)

Man stelle sich vor jemand einen unspassenden Spruch über ihren Wohnort machen würde, wie sie im Dreieck springen würde.

Weiterlesen

-
62 Interaktionen
20'000 Euro pro Show
-
13 Interaktionen
Abkühlung
-
100 Interaktionen
Kiewel ratlos
Mitsubishi Motors
27 Interaktionen
Outlander und ASX

MEHR IN PEOPLE

-
16 Interaktionen
Ex-Butler glaubt
-
6 Interaktionen
2000er-Kultfigur
Helene Fischer
5 Interaktionen
«360° Stadion Tour»
Prinz Harry
62 Interaktionen
Autsch!

MEHR AUS DEUTSCHLAND

VW
25 Interaktionen
Auto-Krise
Irakisches Ehepaar
3 Interaktionen
München
Eichenprozessionsspinner
Schlepzig
3 Interaktionen
Köln