Nach Dschungelcamp mit Gil Ofarim: RTL-Chef gibt Fehler zu

Gerry Reinhardt
Gerry Reinhardt

Deutschland,

Gil Ofarims Dschungel-Sieg sorgte im Februar für Kritik. Jetzt sagt der RTL-Chef selbst, Der Sender hätte klarer reagieren müssen.

Gil Ofarim Dschungelcamp
Gil Ofarim gewann trotz heftigem Gegenwind das Dschungelcamp – nach seinem Sieg entschuldigte er sich öffentlich beim Hotelmitarbeiter, der Opfer seines Davidstern-Skandals wurde. - RTL

Das Wichtigste in Kürze

  • Gil Ofarim gewann das diesjährige Dschungelcamp.
  • Seine Teilnahme war wegen des Davidstern-Skandals umstritten.
  • RTL-Chef Stephan Schmitter räumt nun Versäumnisse ein.

Gil Ofarim (43) gewann am 9. Februar 2026 die Dschungelkrone. Doch sein Sieg bei RTL sorgte nicht nur für Jubel, sondern auch für heftige Diskussionen.

Denn schon vor seinem Einzug ins Camp war klar: Der Musiker bleibt wegen des Davidstern-Skandals eine hochumstrittene Figur. Während der Staffel wurde seine Vergangenheit mehrfach thematisiert, im Camp und auch beim Publikum.

RTL sieht Fehler im Umgang mit Ofarim ein

Nun räumt RTL selbst Versäumnisse ein. Im Interview mit dem Medienmagazin «DWDL» sagt RTL-Deutschland-CEO Stephan Schmitter, Der Sender hätte an gewissen Stellen reagieren müssen.

«Natürlich haben wir das intern reflektiert», sagt Schmitter. Zwar habe das Team in Australien das Thema an vielen Stellen gut aufgearbeitet. Dennoch seien in «ein, zwei Sendungen» zugespitzte Behauptungen gefallen, ohne dass direkt live eingegriffen worden sei.

Genau das sieht der RTL-Chef nun kritisch. Aus heutiger Sicht wäre es laut Schmitter «an der einen oder anderen Stelle besser bzw. richtig gewesen, die Fakten direkt in der Live-Sendung klarzustellen und nicht nur in der ‹Stunde danach›».

«Da hätten wir in Köln reagieren müssen»

Besonders deutlich wird Schmitter mit Blick auf die redaktionelle Verantwortung in Deutschland. «Da hätten wir in Köln redaktionell reagieren müssen. Und sei es nur mit einer Bauchbinde», sagt er.

Mit einer Bauchbinde ist im Fernsehen eine eingeblendete Textzeile gemeint, die Aussagen direkt für das Publikum einordnet.

Findest du RTL hat im Fall Gil Ofarim zu spät reagiert?

Damit bestätigt der Sender indirekt die Kritik vieler Zuschauerinnen und Zuschauer. Ihnen war während der Staffel aufgefallen, dass Aussagen von Ofarim teils stehen blieben, ohne sofort eingeordnet zu werden.

Gil Ofarim selbst hatte sich lange kaum konkret zum Skandal geäussert. Stattdessen berief er sich auf eine angebliche Verschwiegenheitserklärung. Tatsächlich handelte es sich laut Berichten um eine Unterlassungserklärung.

Der Fall Ofarim

Auslöser des Davidstern-Skandals war ein Instagram-Video aus dem Jahr 2021.

Darin behauptete Ofarim vor einem Leipziger Hotel, ein Mitarbeiter habe ihn antisemitisch beleidigt und aufgefordert, seine Davidstern-Kette abzulegen.

Der beschuldigte Hotelmitarbeiter bestritt den Vorwurf von Anfang an. Später sagte er in einem Interview mit der «Zeit» über Ofarim: «Er inszeniert sich wie ein Opfer, obwohl ich das bin, und das ist schwer für mich.»

Brisant blieb der Fall auch deshalb, weil die Videoaufnahmen Fragen aufwarfen. Laut Verfahren war auf der Überwachungskamera des Hotels nicht zu sehen, dass Ofarim eine Davidstern-Kette getragen hatte.

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Gil Ofarim erzählte, dass er in einem Hotel in Leipzig (DE) angeblich seine Davidstern-Kette verstecken musste. Mittlerweile hat der Sänger zugegeben, dass er gelogen hat. - Instagram / @gilofarm

Trotz all dieser Debatten holte RTL Ofarim ins Dschungelcamp. Dort gewann er am Ende sogar die Show.

Laut «Bild» soll er für seine Teilnahme mehr als 350'000 Euro brutto kassiert haben. Das entspricht umgerechnet rund 320'000 Franken.

Mit dem Sieg kamen demnach noch einmal 100'000 Euro Preisgeld dazu, also rund 92'000 Franken.

Kommentare

User #4301 (nicht angemeldet)

Ganz einfach, die Krone und 350'000 euro zurück fordern. 100k soll er behalten.

User #4235 (nicht angemeldet)

Gil Ofarim hat eine Person zu Unrecht beschuldigt, dies dann noch öffentlich gemacht. Das hat mit guter Moral ja nichts zu tun. Gut, er hat sich entschuldigt, aber der Schaden war angerichtet. Für beide Parteien.

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