Iran setzt Atomprogramm laut Trump aus

Der Libanon und Israel einigten sich auf eine zehntägige Waffenruhe. Derweil wollen die USA und der Iran weiterverhandeln.

iran
Zwischen Israel und dem Libanon schweigen die Waffen. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die USA und der Iran befinden sich in einer temporären Waffenruhe.
  • Beide Länder blockieren die Strasse von Hormus.
  • Israel und der Libanon haben sich auf eine zehntägige Waffenruhe geeinigt.

Seit dem 8. April befinden sich die USA und der Iran in einer Feuerpause. Erste Verhandlungen über einen langfristigen Frieden wurden geführt, blieben aber erfolglos. Donald Trump sagte am Donnerstag, er sei bereit, die Waffenruhe zu verlängern, sollten die Gespräche andauern.

Die USA haben derweil die Übernahme der Kontrolle in der Strasse von Hormus angekündigt. Laut dem US-Militär soll der Seeverkehr für Schiffe blockiert werden, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Iran drohte mit einer «entschiedenen und kraftvollen Reaktion».

Glaubst du, die Waffenruhe zwischen dem Libanon und Israel hält?

Am Donnerstag einigten sich auch Israel und der Libanon auf eine Waffenruhe. Benjamin Netanjahu teilte aber mit, dass seine Truppen weiterhin nördlich der Grenze bleiben werden.

Im Ticker von Nau.ch bleibst du über die Lage im Nahen Osten und die Waffenruhen auf dem Laufenden.

US-Militär: Grosse Stützpunkte in Syrien übergeben

21.52: Das US-Militär hat nach eigenen Angaben grosse Stützpunkte in Syrien verlassen. Die Streitkräfte hätten die Übergabe aller grosser Stützpunkte in dem Land abgeschlossen, teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom auf Anfrage mit. Die US-Truppen unterstützten weiterhin partnergeführte Massnahmen zur Terrorismusbekämpfung für Sicherheit in der Region, hiess es.

Iran droht USA für Fall andauernder Seeblockade

22.05: Der Iran hat den USA für den Fall gedroht, dass sie an ihrer Seeblockade in der Strasse von Hormus für Schiffe mit einem iranischen Hafen als Start oder Ziel festhalten.

«Die sogenannte Seeblockade stellt einen Verstoss gegen die Waffenruhe dar und wird eine angemessene Reaktion des Irans zur Folge haben», sagte der Sprecher des iranischen Aussenministeriums, Ismail Baghai, der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge.

Er betonte, das Öffnen und Schliessen der Strasse von Hormus finde nicht in den sozialen Medien statt, sondern es sei der Iran, «der als entscheidender Akteur in dieser Angelegenheit» agiere. Mit Blick auf die Ankündigung des iranischen Aussenministers Abbas Araghtschi, die Handelsschiffen und Öltankern zunächst wieder die Durchfahrt durch die Meerenge zu erlauben, sagte Baghai: «Nach dem Waffenstillstand ist die Durchfahrt ziviler Schiffe in der Strasse von Hormus nach Koordinierung der zuständigen Stellen ungehindert möglich.»

Trump: Iran bekommt kein Geld für Aufgabe von Uran-Vorrat

21.20: Der Iran wird laut Donald Trump kein Geld dafür bekommen, dass er seinen Vorrat an hoch angereichertem Uran aufgibt. Die Vereinigten Staaten würden Teherans Uran bekommen und es werde keine Geldtransfers in irgendeiner Form geben, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.

Das hochangereicherte Uran, das sich sehr tief unter Irans Atomanlagen befinden soll, nannte Trump nicht direkt. Stattdessen sprach er von «nuklearem Staub» – einen Begriff, den er bereits häufiger für Irans Uran-Vorrat genutzt hat.

Iran setzte Atomprogramm laut Trump aus

19.25: Donald Trump hat in einem Interview mit Bloomberg eine Teileinigung mit dem Iran verkündet. Demnach setzt das Land sein Atomprogramm unbefristet aus. Ausserdem würden die USA die eingefrorenen iranischen Gelder nicht fregeben.

Der US-Präsident sagte ebenfalls, dass der Deal für ein Ende des Krieges «weitgehend» fertig sei. Beteiligt daran sei neben den USA und dem Iran auch Israel. Am Wochenende könnten demnach weitere Gespräche stattfinden.

Gegenüber dem Portal «Axios» sagte Trump am Freitag, dass er einen Deal in «ein bis zwei Tagen» erwarte. In den letzten Wochen sprach er immer wieder von einem Deal, der innert kurzer Zeit zustandekommen solle.

Droht doch erneute Schliessung von Hormus?

18.05: Falls die USA ihre Seeblockade gegen den Iran fortsetzen, könnte Teheran dies als Bruch des Waffenstillstands werten und erneut die Strasse von Hormus sperren.

Das berichtet die staatliche iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf einen Regierungsvertreter.

hormus blockade
Iran will die die Strasse von Hormus wieder für die Durchfahrt von Öltankern und Handelsschiffen öffnen. Umgekehrt wollen die USA aber ihre eigene Seeblockade aufrechterhalten. - keystone

Demnach sieht der Iran die anhaltende Blockade als Verletzung der aktuellen Vereinbarungen. Sollte sie nicht aufgehoben werden, drohe eine erneute Schliessung der strategisch wichtigen Meerenge.

Trump: Iran bekommt kein Geld für Aufgabe von Uran-Vorrat

17.15: Der Iran wird nach Angaben von Präsident Donald Trump kein Geld dafür bekommen, dass er seinen Vorrat an hoch angereichertem Uran aufgibt.

Die Vereinigten Staaten würden Teherans Uran bekommen und es werde keine Geldtransfers in irgendeiner Form geben, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.

Das hochangereicherte Uran, das sich sehr tief unter Irans Atomanlagen befinden soll, nannte Trump nicht direkt. Stattdessen sprach er von «nuklearem Staub» – einen Begriff, den er bereits häufiger für Irans Uran-Vorrat genutzt hat.

Uran
Laut einem US-Medienbericht stehe zur Diskussion, ob die USA eingefrorene Gelder des Irans in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar freigeben (Symbolbild) - Depositphotos

Das Nachrichtenportal «Axios» hatte zuvor über einen Plan zur Beendigung des Kriegs berichtet, über den die USA und der Iran aktuell verhandelten.

Zur Diskussion stehe unter anderem, ob die USA eingefrorene Gelder des Irans in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar freigeben, schrieb das Portal unter Berufung auf zwei US-Beamte und weitere mit den Verhandlungen vertraute Personen.

Im Gegenzug solle Teheran seinen Vorrat an hoch angereichertem Uran aufgeben, hiess es.

Trump: Iran habe zugesagt, Strasse nie wieder zu sperren

16.50: «Der Iran hat zugesagt, die Strasse von Hormus nie wieder zu sperren. Sie wird nicht länger als Waffe gegen die Welt eingesetzt werden!», schreibt Donald Trump.

Netanjahu: Hisbollah-Zerschlagung wird dauern

16.46: Israel strebt nach Angaben von Regierungschef Benjamin Netanjahu trotz Waffenruhe weiterhin die Zerschlagung der libanesischen Hisbollah-Miliz an.

«Das wird nicht morgen erreicht werden. Es erfordert kontinuierliche Anstrengungen, Geduld und Ausdauer, zudem erfordert es ein geschicktes Agieren auf diplomatischem Parkett», sagte er in einer von seinem Büro am Nachmittag verbreiteten Videobotschaft.

Darin sagte Netanjahu weiter, er habe der «vorübergehenden Waffenruhe im Libanon» auf Bitten Trumps zugestimmt.

SDFS
Israelas Regierungschef Benjamin Netanjahu. - keystone

Israel habe eine «tiefe Sicherheitspufferzone» an seiner Nordgrenze geschaffen, die die unmittelbare Bedrohung wie etwa einen Einmarsch der vom Iran unterstützten Hisbollah nach Israel verhindere.

Zudem habe Israel rund 90 Prozent der Vorräte an Raketen und Geschossen der Miliz zerstört. Zugleich sagte Israels Ministerpräsident: «Wir haben die Aufgabe noch nicht beendet.»

Netanjahu versprach etwa Massnahmen gegen die verbliebenen Raketen und Drohnen, wollte zunächst aber keine Einzelheiten nennen.

Starmer: Briten und Frankreich planen Mission in Strasse von Hormus

16.43: Grossbritannien will zusammen mit Frankreich eine multinationale Mission zum Schutz der Schifffahrt in der Strasse von Hormus anführen, sobald die Bedingungen dies zulassen.

Der britische Premierminister Keir Starmer kündigte an, der Einsatz solle «strikt friedlich und defensiv» sein, um die Minenräumung in der Strasse zu unterstützen und Handelsschifffahrt wieder zu ermöglichen.

macron
Emmanuel Macron (rechts) und der britische Premier Keir Starmer. - keystone

Weitere Details zur genauen Umsetzung der Mission sollen bei einer militärischen Planungskonferenz in London in der kommenden Woche verkündet werden.

Nach Starmers Angaben haben bereits mehr als ein Dutzend Länder angeboten, militärische Mittel zu der Mission beizusteuern.

Minen laut Trump geräumt

16.32: Der Iran habe mit Hilfe der USA alle Seeminen geräumt oder sei dabei, sie zu räumen, schreibt Trump weiter.

Zudem mahnt er: «Dieses Abkommen steht in keinerlei Zusammenhang mit dem Libanon, aber wir werden den Libanon wieder gross machen!»

Donald Trump
Donald Trump ist mal wieder im Social-Truth-Fieber. - keystone

Trump feuert nun einen Post nach dem anderen ab. Er bedankt sich bei Vermittler Pakistan sowie Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emirate und Katar «euren grossen Mut und eure Hilfe».

Trump wütet erneut gegen die Nato

16.19: US-Präsident Donald Trump wütet einmal mehr gegen die Nato. Auf Social Truth schreibt er:

«Nachdem sich die Lage in der Strasse von Hormus beruhigt hat, erhielt ich einen Anruf von der Nato, in dem man mich fragte, ob wir Hilfe bräuchten. Ich habe ihnen gesagt, sie sollen sich fernhalten, es sei denn, sie wollen ihre Schiffe nur mit Öl beladen. Sie waren nutzlos, als man sie brauchte – ein Papiertiger!»

Ölpreise fallen deutlich

15.46: Die Nachrichten über eine Öffnung der Strasse von Hormus lassen am Freitagnachmittag die Aktienindizes in der Schweiz wie auch an den anderen wichtigen Börsenplätzen klar ansteigen. Gleichzeitig ist der Ölpreis deutlich gesunken.

Der SMI sprang in der Folge nach einem moderat freundlichen Vormittagshandel am Freitagnachmittag deutlich nach oben. Gegen 15.30 notiert der Schweizer Leitindex SMI um 1,2 Prozent im Plus auf 13'331,17 Punkten.

Auch die weiteren europäischen Leitindizes legen klar zu: So gewinnt der deutsche Dax knapp 1,3 Prozent und der französische CAC 40 gewinnt 1,9 Prozent.

Öl Ölpreise
Öl und Ölpreise bleiben stark im Fokus der Energiemärkte, da Unsicherheiten im Nahen Osten die Stabilität der wichtigsten Lieferroute durch die Strasse von Hormus belasten. (Archivbild) - keystone

Die US-Börsen sind klar fester in den Handel gestartet: Der Leitindex Dow Jones notiert kurz nach der Markteröffnung 1,2 Prozent fester.

Die Ölpreise reagierten derweil sehr deutlich auf die Öffnungen der für den Erdölhandel eminent wichtigen Schifffahrtsstrasse.

Bis Mitte Nachmittag ist der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent um knapp 10 Prozent auf 89,50 Dollar gesunken, nachdem er das Barrel am Vortag knapp 100 Dollar gekostet hatte.

Trump: US-Blockade bleibt bestehen

15.43: Trotz der vom Iran angekündigten Öffnung der Strasse von Hormus hält US-Präsident Donald Trump an seiner Seeblockade für Schiffe mit einem iranischen Hafen als Start oder Ziel fest.

Diese solle bestehen bleiben, bis die Verhandlungen mit Teheran abgeschlossen seien, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.

Strasse von Hormus wird während Waffenruhe geöffnet

15.05: Der Iran öffnet die Strasse von Hormus für alle Handelsschiffe während der laufenden Waffenpause (bis am Mittwoch). Das kündigte Irans Aussenminister an.

x
Auf X gibt der Iranische Aussenminister bekannt, dass die Strasse von Hormus geöffnet wird – bis zum Ende der Feuerpause am Mittwoch. - X

Der iranische Aussenminister Abbas Araghchi schrieb auf X: «Im Einklang mit dem Waffenstillstand im Libanon wird die Durchfahrt für alle Handelsschiffe durch die Strasse von Hormus für die verbleibende Dauer des Waffenstillstands auf der koordinierten Route, wie bereits von der Hafen- und Seeschifffahrtsorganisation der Islamischen Republik Iran angekündigt, für vollständig offen erklärt.»

Libanons Präsident: Waffenruhe als Chance für das Land

15.00: Am ersten Tag der Waffenruhe hat Libanons Präsident Joseph Aoun die Menschen dazu aufgerufen, diese als Chance für das Land wahrzunehmen.

«Die Libanesen, die in den vergangenen Jahren viel ertragen haben, stehen heute vor einer neuen Realität», sagte Aoun vor Abgeordneten. Es gelte, diese Gelegenheit zu nutzen, um Stabilität und Wiederaufbau voranzubringen.

Aoun rief zugleich zu nationaler Geschlossenheit auf. Eine zentrale Rolle, sagte er weiter, komme nach einem israelischen Rückzug der libanesischen Armee zu. Diese solle ihre Präsenz bis zur international anerkannten Südgrenze ausdehnen, bewaffnete Gruppen zurückdrängen und die Rückkehr der Bevölkerung in ihre Heimatorte absichern. Ziel sei es, dass es keine bewaffneten Kräfte ausserhalb der regulären Armee und der legitimen Sicherheitsorgane gebe.

Israel: Entwaffnung der Hisbollah bleibt zentrales Ziel

14.45: Israel pocht trotz der Waffenruhe im Libanon-Krieg darauf, dass die dort ansässige Hisbollah-Miliz entwaffnet wird.

«Das von uns definierte Ziel – die Entwaffnung der Hisbollah mit militärischen oder politischen Mitteln – war und bleibt das Ziel des Einsatzes», sagte Verteidigungsminister Israel Katz in einer Videobotschaft. Der Vorstoss israelischer Bodentruppen sowie die Luftangriffe auf die vom Iran unterstützten Hisbollah-Kämpfer hätten viele Erfolge gebracht, seien aber noch nicht abgeschlossen.

13.10: Bei israelischen Angriffen auf die südlibanesische Küstenstadt Tyrus sind kurz vor Eintritt der Waffenruhe mit der Hisbollah nach libanesischen Angaben 13 Menschen getötet worden.

Vier Gebäude im Zentrum der Stadt seien bei den Angriffen getroffen worden, bestätigte der libanesische Zivilschutz der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Auf Bildern von Anwohnern waren die komplett zerstörten Häuser zu sehen.

libanon
Mindestens 13 Personen sollen kurz vor der Einigung im Libanon ums Leben gekommen sein. - keystone

«Wir haben bisher 13 Leichen geborgen und gehen davon aus, dass sich noch mehr als 20 Menschen unter den Trümmern befinden», sagte der Leiter des Zivilschutzes in Tyrus, Musa Nasrallah. Es seien bisher mehr als 35 Verletzte gezählt worden. Die Suche nach weiteren Opfern dauere noch an.

Die Angriffe erfolgten Nasrallah zufolge kurz vor Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah. Auch kurz danach habe noch ein Angriff eines der Gebäude getroffen. Das israelische Militär äusserte sich zunächst nicht.

Hisbollah behält «Hände am Abzug»

11.50: Die Kämpfer der vom Iran unterstützten Hisbollah im Libanon werden nach eigenen Angaben «ihre Hände am Abzug» behalten. In einer Stellungnahme der Schiitenorganisation hiess es, man bleibe wachsam gegenüber «dem Verrat und der Heimtücke des Feindes.»

Seit Beginn des Krieges habe die Miliz der Organisation durchschnittlich 49 Operationen pro Tag durchgeführt. Mehr als 2000 Militäroperationen seien veröffentlicht worden, hiess es weiter. Dabei handele es sich um Konfrontationen mit israelischen Truppen im Südlibanon sowie um Angriffe auf deren Stellungen und Militärstützpunkte in Israel. Ihre Operationen hätten auch auf israelische Orte und auf Städte wie Tel Aviv abgezielt.

Lange Staus nach Waffenruhe – Vertriebene im Libanon kehren heim

09.40: Nach Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah haben sich seit den frühen Morgenstunden Tausende Menschen im Libanon auf den Weg zurück in ihre Heimatorte gemacht.

Auf den Strassen in Richtung Süden bildeten sich Augenzeugen zufolge lange Staus. Zahlreiche Fahrzeuge waren dicht bepackt und mit Matratzen und weiteren Habseligkeiten beladen. Einige schwenkten Hisbollah-Fahnen aus dem Fenster, anderen zeigten das Siegeszeichen mit den Händen.

libanon
Nach der Einigung haben sich Tausende auf den Weg nach Hause gemacht. - keystone

«Ich bin so glücklich», sagte Mahmud, der sich auf den Weg in seine Heimatstadt Nabatija gemacht hat. «Ich werde mein Zelt auf meinem zerstörten Haus aufstellen und wieder zu Hause wohnen.» Eine andere Rückkehrerin sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa): «Wir wissen, dass die Waffenruhe auf zehn Tage begrenzt ist, aber wir müssen zurückgehen und sehen, was von unseren Häusern übrig ist.»

«Sehr nahe dran an einem Abkommen»

07.00: Während im Libanon seit Mitternacht eine Waffenruhe zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz gilt, zeigt sich US-Präsident Donald Trump zuversichtlich über eine Einigung auch im Krieg mit Teheran. «Wir sind sehr nahe dran an einem Abkommen», sagte er Reportern vor dem Weissen Haus. Doch kaum trat die Feuerpause im Libanon in Kraft, warf Libanons Armee Israel Verstösse dagegen vor. Mehrere Dörfer im Süden seien beschossen worden, hiess es. Die zunächst für zehn Tage vereinbarte Waffenruhe verschafft den USA Luft, die Friedensgespräche mit dem Iran, dem wichtigsten Unterstützer der Hisbollah-Miliz, fortzusetzen.

trump
Laut US-Präsident Donald Trump könnte es bereits dieses Wochenende eine zweite Gesprächsrunde geben. - keystone

Trump sagte, dass es eine zweite Gesprächsrunde zwischen den USA und dem Iran «vielleicht» an diesem Wochenende geben werde – eine Woche, nachdem eine erste Verhandlungsrunde in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad zu keiner Einigung über ein dauerhaftes Ende des Krieges geführt hatte. Sollte es nötig sein, werde er die noch bis Mittwoch dauernde Waffenruhe verlängern, sagte Trump. Bei einer Einigung erwägt er, persönlich zur Vertragsunterzeichnung nach Islamabad zu reisen.

Libanons Armee wirft Israel Verstoss gegen Waffenruhe vor

06.40: Israel hat nach libanesischen Angaben gegen die um Mitternacht offiziell in Kraft getretene Waffenruhe im Libanon verstossen. Die israelische Armee habe wiederholt mehrere Dörfer im Süden beschossen, teilte die libanesische Armee am frühen Morgen mit. Sie rief die Bevölkerung erneut auf, vorerst nicht in die südlichen Dörfer und Städte zurückzukehren. Die israelische Armee äusserte sich zunächst nicht.

Nach wochenlangen Kämpfen zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz hatte US-Präsident Donald Trump die Waffenruhe verkündet. Sie soll zunächst zehn Tage dauern.

libanon
Die israelische Armee soll trotz Waffenruhe mehrere libanesische Dörfer angegriffen haben. - keystone

Aus libanesischen Sicherheitskreisen verlautete, dass kurz nach Inkrafttreten der Feuerpause Artilleriegranaten in der Nähe der Küstenstadt Tyros eingeschlagen seien. Zudem habe eine Drohne ein Auto in Haris im Südlibanon getroffen.

Die vom Iran unterstützte Hisbollah hatte kurz vor Inkrafttreten der Waffenruhe noch zahlreiche Raketen auf Orte im Norden Israels gefeuert. Drei Menschen wurden nach Angaben von Sanitätern von Raketensplittern verletzt. Israels Armee teilte mit, sie habe daraufhin Raketenabschussrampen der Miliz attackiert. Libanons Regierung ist selbst keine aktive Partei in dem Konflikt.

Guterres ruft Israel und Hisbollah zur Einhaltung der Waffenruhe auf

03.00: UN-Generalsekretär António Guterres ruft Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz auf, die von US-Präsident Donald Trump verkündete Waffenruhe uneingeschränkt zu respektieren. Das teilte sein Sprecher Stéphane Dujarric in New York mit. Guterres hoffe, dass diese Waffenruhe den Weg für Verhandlungen und die vollständige Umsetzung der Resolution 1701 des Sicherheitsrats ebnen werde, um eine langfristige Lösung des Konflikts zu erreichen.

Die UN-Resolution 1701 wurde vom Sicherheitsrat im August 2006 nach dem Libanonkrieg zwischen Israel und der Hisbollah verabschiedet. Sie fordert unter anderem die Entwaffnung aller bewaffneten Gruppen im Libanon und den Rückzug der Hisbollah nördlich des Litani-Flusses.

Libanesen feiern zehntägige Waffenruhe

01.00: Nach wochenlangen Kämpfen zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz ist eine von US-Präsident Donald Trump verkündete Waffenruhe in Kraft getreten. Die Feuerpause begann um Mitternacht (Ortszeit, 23 Uhr MESZ), sie soll zunächst zehn Tage dauern. Unklar war zunächst, inwieweit beide Seiten sie einhalten werden.

Der Beginn der Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah hat im Libanon für Freudenbekundungen gesorgt. In der Hauptstadt Beirut feuerten Menschen Schüsse in die Luft ab. Am Himmel zeichneten sich deren Spuren ab, wie eine dpa-Reporterin berichtete.

beirut
In Beirut wird die Waffenruhe mit Freudenschüssen gefeiert. - keystone

Über der gesamten Stadt waren immer wieder auch laute Knallgeräusche zu hören. Laut lokalen Medien handelte es sich dabei um Freudenschüsse, unter anderem mutmasslich von Panzerabwehrraketen. In den während des Kriegs schwer getroffenen südlichen Beiruter Vororten feierten Menschen auf den Strassen, wie Augenzeugen berichteten. Sie tanzten und jubelten zusammen.

Lokalen Medienberichten zufolge machten sich mit Beginn der Waffenruhe auch zahlreiche Menschen bereits auf in Richtung Süden des Landes. Mehr als eine Million Menschen waren durch den Krieg zwischen der Hisbollah und Israel vertrieben worden. In sozialen Medien wurden Videos von vollen Strassen in Richtung Süden geteilt, unter anderem aus der Küstenstadt Sidon. Auf den Strassen waren Autokorsos unterwegs, Insassen schwangen Fahnen.

Kommentare

User #2229 (nicht angemeldet)

"Laut Trump" - Alles klar. Wann hat der das letzte Mal die Wahrheit gesagt? Muss mindestens 70 Jahre her sein.

User #4985 (nicht angemeldet)

Wenn durchschnittliche Leute einem für bekloppt halten, erkennen sie nicht, dass eine geniale Person dahinter stecken kann. Abwertungen sind dann normal. Darum, sich vom Durchschnitt nicht beirren lassen und weitergehen.

Weiterlesen

blockade
8 Interaktionen
Xi warnt
3 Interaktionen
Beirut/Washington
Tel Aviv

MEHR IN NEWS

Datenschutz digitale Post
1 Interaktionen
Bern
Ebola-Pandemie
Kinshasa/Genf
Jordanien Angriffe
Amman

MEHR AUS LIBANON

20 Interaktionen
Beirut/Tel Aviv
Libanon
1 Interaktionen
Beirut
10 Interaktionen
Beirut
Nawaf Salam
4 Interaktionen
Beirut