Schweizer Armee

Libanons Armee wirft Israel Verstoss gegen Waffenruhe vor

Der Libanon und Israel einigten sich auf eine zehntägige Waffenruhe. Derweil wollen die USA und der Iran weiterverhandeln.

iran
Zwischen Israel und dem Libanon schweigen die Waffen. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die USA und der Iran befinden sich in einer temporären Waffenruhe.
  • Beide Länder blockieren die Strasse von Hormus.
  • Israel und der Libanon haben sich auf eine zehntägige Waffenruhe geeinigt.

Seit dem 8. April befinden sich die USA und der Iran in einer Feuerpause. Erste Verhandlungen über einen langfristigen Frieden wurden geführt, blieben aber erfolglos. Donald Trump sagte am Donnerstag, er sei bereit, die Waffenruhe zu verlängern, sollten die Gespräche andauern.

Die USA haben derweil die Übernahme der Kontrolle in der Strasse von Hormus angekündigt. Laut dem US-Militär soll der Seeverkehr für Schiffe blockiert werden, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Iran drohte mit einer «entschiedenen und kraftvollen Reaktion».

Glaubst du, die Waffenruhe zwischen dem Libanon und Israel hält?

Am Donnerstag einigten sich auch Israel und der Libanon auf eine Waffenruhe. Benjamin Netanjahu teilte aber mit, dass seine Truppen weiterhin nördlich der Grenze bleiben werden.

Im Ticker von Nau.ch bleibst du über die Lage im Nahen Osten und die Waffenruhen auf dem Laufenden.

«Sehr nahe dran an einem Abkommen»

07.00: Während im Libanon seit Mitternacht eine Waffenruhe zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz gilt, zeigt sich US-Präsident Donald Trump zuversichtlich über eine Einigung auch im Krieg mit Teheran. «Wir sind sehr nahe dran an einem Abkommen», sagte er Reportern vor dem Weissen Haus. Doch kaum trat die Feuerpause im Libanon in Kraft, warf Libanons Armee Israel Verstösse dagegen vor. Mehrere Dörfer im Süden seien beschossen worden, hiess es. Die zunächst für zehn Tage vereinbarte Waffenruhe verschafft den USA Luft, die Friedensgespräche mit dem Iran, dem wichtigsten Unterstützer der Hisbollah-Miliz, fortzusetzen.

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Laut US-Präsident Donald Trump könnte es bereits dieses Wochenende eine zweite Gesprächsrunde geben. - keystone

Trump sagte, dass es eine zweite Gesprächsrunde zwischen den USA und dem Iran «vielleicht» an diesem Wochenende geben werde – eine Woche, nachdem eine erste Verhandlungsrunde in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad zu keiner Einigung über ein dauerhaftes Ende des Krieges geführt hatte. Sollte es nötig sein, werde er die noch bis Mittwoch dauernde Waffenruhe verlängern, sagte Trump. Bei einer Einigung erwägt er, persönlich zur Vertragsunterzeichnung nach Islamabad zu reisen.

Libanons Armee wirft Israel Verstoss gegen Waffenruhe vor

06.40: Israel hat nach libanesischen Angaben gegen die um Mitternacht offiziell in Kraft getretene Waffenruhe im Libanon verstossen. Die israelische Armee habe wiederholt mehrere Dörfer im Süden beschossen, teilte die libanesische Armee am frühen Morgen mit. Sie rief die Bevölkerung erneut auf, vorerst nicht in die südlichen Dörfer und Städte zurückzukehren. Die israelische Armee äusserte sich zunächst nicht.

Nach wochenlangen Kämpfen zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz hatte US-Präsident Donald Trump die Waffenruhe verkündet. Sie soll zunächst zehn Tage dauern.

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Die israelische Armee soll trotz Waffenruhe mehrere libanesische Dörfer angegriffen haben. - keystone

Aus libanesischen Sicherheitskreisen verlautete, dass kurz nach Inkrafttreten der Feuerpause Artilleriegranaten in der Nähe der Küstenstadt Tyros eingeschlagen seien. Zudem habe eine Drohne ein Auto in Haris im Südlibanon getroffen.

Die vom Iran unterstützte Hisbollah hatte kurz vor Inkrafttreten der Waffenruhe noch zahlreiche Raketen auf Orte im Norden Israels gefeuert. Drei Menschen wurden nach Angaben von Sanitätern von Raketensplittern verletzt. Israels Armee teilte mit, sie habe daraufhin Raketenabschussrampen der Miliz attackiert. Libanons Regierung ist selbst keine aktive Partei in dem Konflikt.

Guterres ruft Israel und Hisbollah zur Einhaltung der Waffenruhe auf

03.00: UN-Generalsekretär António Guterres ruft Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz auf, die von US-Präsident Donald Trump verkündete Waffenruhe uneingeschränkt zu respektieren. Das teilte sein Sprecher Stéphane Dujarric in New York mit. Guterres hoffe, dass diese Waffenruhe den Weg für Verhandlungen und die vollständige Umsetzung der Resolution 1701 des Sicherheitsrats ebnen werde, um eine langfristige Lösung des Konflikts zu erreichen.

Die UN-Resolution 1701 wurde vom Sicherheitsrat im August 2006 nach dem Libanonkrieg zwischen Israel und der Hisbollah verabschiedet. Sie fordert unter anderem die Entwaffnung aller bewaffneten Gruppen im Libanon und den Rückzug der Hisbollah nördlich des Litani-Flusses.

Libanesen feiern zehntägige Waffenruhe

01.00: Nach wochenlangen Kämpfen zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz ist eine von US-Präsident Donald Trump verkündete Waffenruhe in Kraft getreten. Die Feuerpause begann um Mitternacht (Ortszeit, 23 Uhr MESZ), sie soll zunächst zehn Tage dauern. Unklar war zunächst, inwieweit beide Seiten sie einhalten werden.

Der Beginn der Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah hat im Libanon für Freudenbekundungen gesorgt. In der Hauptstadt Beirut feuerten Menschen Schüsse in die Luft ab. Am Himmel zeichneten sich deren Spuren ab, wie eine dpa-Reporterin berichtete.

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In Beirut wird die Waffenruhe mit Freudenschüssen gefeiert. - keystone

Über der gesamten Stadt waren immer wieder auch laute Knallgeräusche zu hören. Laut lokalen Medien handelte es sich dabei um Freudenschüsse, unter anderem mutmasslich von Panzerabwehrraketen. In den während des Kriegs schwer getroffenen südlichen Beiruter Vororten feierten Menschen auf den Strassen, wie Augenzeugen berichteten. Sie tanzten und jubelten zusammen.

Lokalen Medienberichten zufolge machten sich mit Beginn der Waffenruhe auch zahlreiche Menschen bereits auf in Richtung Süden des Landes. Mehr als eine Million Menschen waren durch den Krieg zwischen der Hisbollah und Israel vertrieben worden. In sozialen Medien wurden Videos von vollen Strassen in Richtung Süden geteilt, unter anderem aus der Küstenstadt Sidon. Auf den Strassen waren Autokorsos unterwegs, Insassen schwangen Fahnen.

Kommentare

User #2930 (nicht angemeldet)

War ja klar, Bibi vor Trump: Ja, wir machen Frieden. Bibi intern: Weiter bomben, sie müssen alle sterben!

User #6491 (nicht angemeldet)

Ich bin schockiert über das Vorgehen unter Benjamin Netanyahu. Das kann und will ich nicht unterstützen. Und es muss mir keiner mehr mit irgendwelchen Gedenktagen kommen, den er ist kein Haar besser

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