Indischer Student legt Tausende Männer mit KI-Model rein
Ein indischer Student erstellte eine Maga-Influencerin mithilfe von KI. Mit 30 bis 50 Minuten pro Tag verdiente er so mehrere Tausend Dollar pro Monat.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Maga-Influencerin Emily Hart war nur eine KI-Kreation eines indischen Studenten.
- Er verdiente damit Tausende Dollar pro Monat – mit 30 bis 50 Minuten Aufwand pro Tag.
- Er versuchte sein Glück auch mit einem liberalen Pendant – jedoch ohne Erfolg.
Als Influencerin der «Maga»-Community erlangte Emily Hart Berühmtheit und Zehntausende Followers. Die junge, blonde Frau posierte im Amerika-Bikini, vor der US-Flagge, mit einem Gewehr oder mit einem Bier. Oft trug sie die rote Mütze mit dem Slogan «Make America Great Again».
Doch jetzt kommt aus: Emily gibt es gar nicht. Sie ist die Erfindung eines indischen Studenten, der gegenüber «Wired» unter dem Pseudonym Sam auspackte.
So hatte der Medizinstudent Geldprobleme. Er kam auf die Idee, mithilfe von KI-Bildern einer jungen Frau Geld zu verdienen. Er bat Gemini, die Künstliche Intelligenz von Google, um Rat.
Diese empfahl ihm ein «konservatives US-Publikum» als Zielgruppe. Denn dieses bestehe oft aus älteren Männern mit grossem verfügbarem Einkommen und viel Loyalität. Deshalb bat Sam die KI, eine «heisse Frau» für die «konservative oder Maga-Niche» zu erstellen. Und so war Emily Hart geboren.
Videos wurden millionenfach angeschaut
Jeden Tag habe er Inhalte zum Christentum, zum Recht auf Waffenbesitz, gegen Abtreibungen, gegen Woke und gegen Einwanderung veröffentlicht. Zu einem Clip schrieb er beispielsweise: «Falls ihr Gründe braucht, um mir nicht mehr zu folgen: Gott ist König, Abtreibung ist Mord, illegale Einwanderer müssen ausgeschafft werden.»
Die Bilder und Videos erhielten anfänglich Tausende, anschliessend mehrere Millionen Aufrufe. Und die Followerzahl von Emily Hart wuchs und wuchs und wuchs. «Der Algorithmus liebte meine Inhalte», sagt Sam.
Und dann war für ihn die Zeit gekommen, Emily Hart zu Geld zu machen. Er begann mit dem Verkauf von «Maga»-Shirts und erstellte für Emily ein Profil auf «Fanvue». Dies ist ein Konkurrent der bekannten Schmuddel-Plattform «OnlyFans» – mit dem grossen Unterschied, dass KI-generierte Inhalte explizit erlaubt sind.
Sam: «Maga-Leute sind richtig dumm»
Sam berichtet von monatlichen Einnahmen von mehreren Tausend Dollar – mit 30 bis 50 Minuten Aufwand pro Tag.
Das konservative Zielpublikum hatte er mit Emily Hart abholen können. Deshalb versuchte er es auch mit einem liberalen Pendant – jedoch ohne Erfolg. «Demokraten wussten, dass es sich um KI-Müll handelte. Deshalb reagierten sie nicht so stark darauf.»
Die «Maga»-Leute aber seien «richtig dumm. Und sie fielen darauf herein», sagt Sam.
Mittlerweile wurden die Profile von Emily Hart auf Instagram und Facebook wegen «betrügerischer Aktivitäten» gesperrt. Sam aber sagt: «Ich habe nicht das Gefühl, dass ich Leute betrogen habe.»

















