TV-Moderatorin Ruth Moschner bekam mehr Angebote, als sie dünner war
Nach einem Gewichtsverlust war Moderatorin Ruth Moschner plötzlich gefragter. Den Schlankheitswahn in der Showbranche findet sie rückblickend «schockierend».
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Das Wichtigste in Kürze
- Ruth Moschner thematisiert in ihrem Buch den gesellschaftlichen Schlankheitswahn.
- Auch die Moderatorin selbst musste ihre Erfahrungen damit machen.
- Nachdem sie einst abgenommen hatte, bekam sie mehr Jobangebote.
Mit ihrer «Fuck-It-List-Challenge» will Ruth Moschner (50) endlich mit gesellschaftlichen Normvorstellungen aufräumen. Die deutsche Moderatorin setzt sich in ihrem neuen Buch kritisch mit dem Schlankheitswahn auseinander und plädiert für mehr Selbstbestimmung.
Denn sie selbst weiss, wie es sich anfühlt, ständig einem Idealbild genügen zu müssen.
Diesem Druck war Moschner bereits in ihrer Kindheit ausgesetzt, als sie eine professionelle Ballettkarriere anstrebte. Durch den Leistungssport, den sie aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, sei der Körper immer Thema gewesen. Erst recht in ihrer späteren Rolle als Moderatorin im deutschen Fernsehen.

Nach einer Gewichtsabnahme folgte für die heute 50-Jährige eine bittere Erkenntnis. Zu Gast in der NDR-Talksendung «DAS! Rote Sofa» gesteht Moschner: «Ich habe tatsächlich erschreckenderweise festgestellt, dass ich in den Phasen, in denen ich dünn war und Grösse 34/36 hatte, die meisten Angebote bekommen und mehr Geld verdient habe.»
«Als hätte man einen Weg zum Weltfrieden gefunden»
Jene Firmen, die sie zuvor als «Presswurst» bezeichnet hätten, bekundeten offenbar plötzlich Interesse, die Moderatorin mit Outfits auszustatten. Eine Erfahrung, die Moschner als «sehr schockierend» in Erinnerung behält.
Auch die Reaktionen ihres Umfelds nach einer deutlichen Gewichtsabnahme hätten sie nachdenklich gemacht. Aufgrund ihrer veränderten Körperfigur sei sie behandelt worden, «als hätte man einen Weg zum Weltfrieden gefunden», beschreibt Moschner. Dabei sei sie einfach nur ein paar Kilos leichter geworden.
Überhaupt stört sich die Moderatorin daran, dass das Dünnsein «krass positiv bewertet» wird. Im Unwissen, dass unterschiedliche – auch negative – Gründe dahinterstecken können.
Moschner engagiert sich seit Jahren gegen Bodyshaming und will mit ihrem neuen Buch aufzeigen, wie man sich vom Selbstoptimierungswahn befreien kann.
Ruth Moschner kämpft gegen verpfuschte Beauty-OP
Im Zuge dessen spricht die TV-Frau über einen früheren Eingriff, den sie mittlerweile bereut. Wie die Moderatorin im Interview mit der Nachrichtenagentur «spot on news» verrät, unterzog sie sich in jungen Jahren einer Fettabsaugung an den Beinen. «Heute würde man das Ganze wahrscheinlich als Lipödem diagnostizieren.»

Rund 25 Jahre später folgten weitere Behandlungen mit einem sogenannten Radiofrequenz-Microneedling. Hierbei dringen feine Nadeln in die Haut ein und geben an den Spitzen Wärmeimpulse in tiefere Gewebeschichten ab. Das Ergebnis? Straffere Haut.
Doch die liess bei Moschner zu wünschen übrig, stattdessen kämpft sie mit üblen Nebenwirkungen. «Die Ergebnisse lassen auf sich warten. In meinem Fall kamen sie nicht nur nicht, sondern meine Hautoberfläche und mein Unterhautfettgewebe wurden beschädigt. Ich hatte mir also für schlappe 1800 Euro ein paar wirklich gut gelungene Extradellen auf den Beinen gegönnt.»
Moderatorin will Prozess öffentlich machen
Aktuell befindet sich Ruth Moschner noch im Rechtstreit mit der «renommierten» Schönheitsklinik. Vertreten wird sie laut eigener Aussage von einem spezialisierten Anwalt. Auch mit Ärztinnen aus Dermatologie und ästhetischer Medizin befinde sie sich im Austausch.

Bei einer Nachuntersuchung hätten die Verantwortlichen den missglückten Beauty-Eingriff zunächst zugegeben.
Doch was danach folgte, ist für die 50-Jährige kaum nachvollziehbar: «Dann kam ein Schreiben, dass das Ergebnis wohl aufgrund meines Alters, eventuellen Gewichtsverlustes oder der Liposuktion vor 25 Jahren so geworden sei. Guter Witz. Im Prinzip beleidigen sie damit ihre Hauptzielgruppe.»
Sollte es zu einem Gerichtsprozess kommen, erwägt Moschner, diesen öffentlich zu begleiten. Aus einem Grund: «Mir ist es inzwischen ein Anliegen, darüber aufzuklären, dass das alles nicht so harmlos ist, wie es immer verkauft wird.»














