«Ich bin es so leid»: Billie Eilish legt in Vegan-Diskussion nach

Vivian Balsiger
Vivian Balsiger

USA,

«Fleisch essen ist von Natur aus falsch» – mit diesem Satz sorgt US-Sängerin Billie Eilish (24) für eine hitzige Debatte. Und jetzt legt sie noch einmal nach.

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Billie Eilish nimmt kein Blatt vor den Mund – und legt in der Vegan-Diskussion ordentlich nach. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Popsängerin Billie Eilish (24) kritisiert Fleischessen als «von Natur aus falsch».
  • Sie reagiert auf die Kritik mit Videos zu Tierhaltung und fordert Empathie.
  • Die 24-Jährige lebt seit ihrer Kindheit vegetarisch und seit Jahren vegan.

Billie Eilish (24) sorgt wieder einmal für Wirbel. Die US-Sängerin hat mit klaren Worten zur Ernährung und Tierethik eine heftige Diskussion ausgelöst – und legt nun nach.

Auslöser war ein Interview-Clip für das US-Magazin «Elle». Darin wird Eilish gefragt, welche Meinung sie unter keinen Umständen aufgeben würde. Ihre Antwort kommt ohne Umschweife – und mit Ansage: «Das werdet ihr nicht mögen.»

Darauf folgt eine Aussage, die sofort Wellen schlägt:

«Fleisch essen ist von Natur aus falsch. Und ausserdem lassen sich diese beiden Dinge nicht vereinbaren: ‹Ich liebe alle Tiere so sehr› und ‹Ich esse Fleisch.› Das geht einfach nicht zusammen. Sorry! Du kannst Fleisch essen. Tu es ruhig. Du kannst Tiere lieben. Aber beides gleichzeitig geht nicht.»

Shitstorm? Eilish kontert mit drastischen Bildern

Nach der Kritik bleibt Eilish nicht still. Auf Instagram teilt sie Videos aus der Tierhaltung und Schlachtung. Die Plattform versieht die Aufnahmen mit einem Warnhinweis für «sensible Inhalte». Eilish nutzt den Moment für eine direkte Botschaft an ihre Kritiker:

«Schaut euch eine Doku oder zwei an und ein paar Aufnahmen davon, was mit den Tieren gemacht wird, die ihr zu lieben behauptet, und was das mit dem Planeten macht, den ihr vorgebt zu lieben.»

Ernährst du dich vegetarisch oder vegan?

Und dann legt sie nochmals nach – deutlich emotionaler: «Ich bin es so leid, dass es kontrovers ist, für lebende Wesen einzutreten und Empathie für sie zu zeigen»

Dann folgt ein spitzer Seitenhieb gegenüber ihren Kritikern: «Bitte lebt weiter in einem dauerhaften Zustand kognitiver Dissonanz und Verleugnung und versucht euch einzureden, dass ihr nicht in einer Lüge lebt.»

Vegan aus Überzeugung

Dass Eilish diese Haltung nicht erst seit gestern vertritt, ist kein Geheimnis. Sie wuchs vegetarisch auf und entschied sich bereits mit zwölf Jahren für eine vegane Lebensweise. Also kein Fleisch, keine Milch, keine Eier, kein Honig – konsequenter Verzicht auf alle tierischen Produkte.

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Billie Eilish bei den diesjährigen Grammys. - keystone

Schon 2018 erklärte sie im Interview mit dem Magazin Montreality: «Vegan zu werden war keine grosse Sache für mich, weil Fleisch in meinem Leben nie eine Rolle gespielt hat. Warum würde man ein Tier essen, wenn man auch Chips essen kann?»

Es ist nicht das erste Mal, dass Eilish mit ihrer direkten Art für Aufsehen sorgt. Denn die 24-Jährige nimmt kein Blatt vor den Mund. Bei den diesjährigen Grammys wurde sie gemeinsam mit ihrem Bruder für «Wildflower» für den Song des Jahres ausgezeichnet. Doch statt eines klassischen Dankes nahm der Moment eine politische Wendung.

«Fuck ICE»

Auf der Bühne sagte Eilish: «So dankbar ich auch bin, ich habe ehrlich gesagt nicht das Bedürfnis, etwas anderes zu sagen als: Niemand ist illegal auf gestohlenem Land.» Der Applaus im Saal fiel laut aus – ebenso wie ihr Abschlussstatement: «Fuck ICE ist alles, was ich sagen möchte.»

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Billie Eilish wurde 2001 in Los Angeles geboren und wurde mit «Ocean Eyes» bekannt. - imago/NurPhoto

Auch mit Tesla-Chef Elon Musk hat sich die Musikerin schon angelegt – wegen seines Vermögens. Sie wirft ihm vor, seinen Reichtum nicht sinnvoll einzusetzen. Musk reagierte darauf öffentlich auf der Plattform X – und teilte gegen die Sängerin aus. Er bezeichnete sie als «nicht gerade die Hellste».

Zuvor hatte Eilish in mehreren Social-Media-Storys selbst scharfe Worte gewählt. Unter anderem nannte sie Musk einen «verdammt erbärmlichen Feigling».

Kommentare

User #2926 (nicht angemeldet)

Hallo ich bin Frau Zwingli. Mir ist absolut klar, dass vegan leben viel besser ist für die Tiere, den Planeten und die Gesundheit. Aber aus Gewohnheit, Tradition, Bequemlichkeit und Blödheit werde ich trotzdem nichts an meinem Verhalten ändern und weiterhin hoch karzinogene Fleischwürste essen und die Babynahrung von Non Stop künstlich (durch Menschenarm) besamten Kühen konsumieren. Das nenne ich wahre Freiheit🤡

User #2926 (nicht angemeldet)

Oft reagieren Fleischesser gereizt auf eine vegane Lebensweise. Dafür gibt es einen psychologischen Grund: Das Meat-Paradox. Welche Rolle Verleugnung, Tierliebe und der Missionierungseifer der Vegan-Szene spielen, erklärt Ernährungspsychologe Christoph Klotter. Christoph Klotter: Natürlich werde ich so richtig sauer! Denn indem Sie im Restaurant nach meiner Steak Bestellung eine Quinoa Bowl ordern, kommunizieren Sie mit mir. Ohne etwas sagen zu müssen, stellen Sie mir die Frage: „Warum isst dieser Mensch noch Fleisch?" Sie machen mir wirklich zurecht ein schlechtes Gewissen und verursachen mir Stress, denn im Gegensatz zu mir sind Sie um Nachhaltigkeit und Tierwohl bemüht! Und damit halten Sie mir etwas vor, das ich wirklich nicht wissen will!! Allerdings ist mir eigentlich total klar, dass der vegane Lebensstil viel besser ist für die Tiere, die Gesundheit und den Planeten!

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